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  IC443
Geschrieben von: Gundbert - Vor 4 Stunden - Forum: Fotografie - Keine Antworten

Hallo Sternenfreunde,
nach langer Abstinenz und über einem Jahr hab ich endlich mein  neues Teleskop erhalten. Danke an Ralf der mir einen Adapter für meine Kamera  gedreht hat. Wie immer total professionell.  Nun waren in den letzten Tagen einigermaßen gute Bedingungen. Und ich hab das gleiche Objekt wie Christoph fotografiert. Allerdings im Hubble Falschfarben. Und ACHTUNG SPIKES wer Angst davor hat nicht anschauen.
CS Gundbert
https://baniksky.jimdo.com/astronomie

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  NGC 2392 Eskimonebel
Geschrieben von: Georg - Vor 5 Stunden - Forum: Fotografie - Keine Antworten

Hallo an alle Unerfrorenen,

selbstverständlich war auch ich in den letzten Nächten draußen um den Sternenhimmel zu genießen. Und die neuen MoonBoots und der Overall haben ihre Frosttaufe bestanden (aber wenn man nur rumsteht spürt man trotzdem die Kälte).

Am Samstag habe ich mir dann vorgenommen -passend zur Eiseskälte- den Eskimonebel (NGC 2392) zu fotografieren. Ich musste ein bischen rumprobieren um die 2,7x Düring-Barlow am Newton verkippungsarm zu befestigen. Das Filterrad mit dem langen Hebel haben den OAZ und den Blechtubus an seine Grenzen gebracht. Und die EQ6 hat sich auch mit angsteinjagenden Geräuschen gewehrt (aber eher wegen der minus 13 Grad).
Auf den Komakorrektor musste ich verzichten, da ich keinen passenden Adapter hatte. Ebenso wie auf das Guiding, denn der Off-Axis-Guider hat keinen Stern gefunden. Und das Ganze nochmal drehen wollte ich dann auch nicht mehr.

Deshalb habe ich auch nur jeweils 5-Sekunden-Frames gemacht (bei - 40 Grad am Sensor). Insgesamt kamen 15 Minuten Luminanz und jeweils 5 Minuten RGB zusammen (alle ungebinnt).

Die Bildbearbeitung habe ich im Schnelldurchlauf gemacht. Trotzdem denke ich, ist das Ergebnis gar nicht mal so schlecht.
Aber seht selbst:
   

Viele Grüße
Georg

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  Schneespechteln
Geschrieben von: Rainer K. - Vor 7 Stunden - Forum: Beobachtungsberichte - Keine Antworten

Hallo zusammen,

Stimmungsvolles Schneespechteln vergangene Woche.

Kalt - aber wir haben uns von der Couch aufgerafft und sind in den Wald... Wir waren stärker als der innere Schweinehund und wurden mit einem tollen Beobachtungsabend belohnt.

Man beachte das neue Sternbild "Strich" knapp oberhalb der Baumgrenze...

(Das Foto waren 30 sec bei Iso 3200)



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  FACT - Öffentlicher Beobachtungsabend für Cherenkov Astronomie
Geschrieben von: Florian Bleymann - 22.01.2017, 16:29 - Forum: Rückblicke zu unseren Aktionen - Antworten (3)

Servus,

Simon hatte ja neulich noch einen Beitrag zum öffentlichen Beobachtungsabend mit FACT eingestellt. Johannes, Simon und meine Wenigkeit waren an der Uni Würzburg dabei.

Am 19.01.2017 hat mich Johannes direkt nach der Arbeit zu Hause abgeholt und es ging Richtung Hubland zur Uni Würzburg. Am Gebäude 31 sind die Astrophysiker stationiert. Wir waren gespannt ob und wo der öffentliche Beobachtungsabend für das Cherenkov-Teleskop FACT im Gebäude stattfindet. Johannes und ich gingen ins Gebäude und suchten nach Gebäudeplan den entsprechenden Raum. Raum Nr. 31.02.008 – ja da saßen ein paar wenige Personen. Als ich wegen FACT fragte war klar: wir sind richtig. Der Raum ist nur für 15 Personen gedacht. Kurze Zeit später kam auch Simon dazu. So viele waren wir am Ende auch gar nicht. Neben der Referentin Dr. Daniela Dorner waren da noch ein paar Studenten, einer der gerade seine Bachelorarbeit machte und ein Master-Student aus Indien, insgesamt 10 Personen. Durch unseren indischen Gast war der Abend nahezu komplett in englischer Sprache! 
Fr. Dr. Dorner hat aber genug Erfahrung und hat für ihren Vortrag und Geschichten neben der späteren Remote-Beobachtung ein sehr einfaches, unkompliziertes Englisch gesprochen. In Zusammenhang mit den Bildern am Beamer und Tafel-Zeichnungen hat auch z.B. jemand mit weniger Englisch-Kenntnissen alles verstehen können. 

Um kurz nach 18:00 Uhr ging die Veranstaltung los. Frau Dr. Dorner stellte sich und die Astrophysiker kurz vor. Dann eine kurze Abfrage welche Sprache gewählt werden sollte, nachdem wir einen indischen Studenten dabei hatten war Englisch dann Pflicht. Fr. Dr. Dorner fragte auch nach unserem Background über Astronomie und Cherenkovlicht und-astronomie. Die Astrophysikstudenten (nehme ich an), auch wenn einige gerade erst anfingen, hatten z.T. wohl einen besseren Zugang zur Materie. Ich persönlich kenne die Physik dahinter auch soweit, einige von uns in der Gruppe hatten aber außer den Namen „Cherenkov“ von der Physik, der Entstehung von Cherenkov-Licht und der Verbindung zur Gammastronomie, weniger Hintergrundwissen. 
Dementsprechend gab Fr. Dr. Dorner eine kurze Einführung in ihrer Präsentation und an der Tafel – ausgezeichnet, denn so waren alle einigermaßen auf einem Level für alles Weitere. Zuvor noch kurz eine Agenda, wie der Abend verläuft. Bis ca. 20:00 Uhr Theorie und Einführung, dann Pizza und im weiteren Verlauf diverses, Fragen und Antworten während der Remote-Beobachtung.

Dann wurde FACT im weiteren Verlauf vorgestellt: Wie im pdf-Flyer stand- FACT ist ein Cherenkov Teleskop auf der Insel La Palma (Kanarische Inseln) und misst hochenergetische Strahlung von  aktiven Galaxienkernen etc.
Wikipedia sagt weiter schön zusammengefasst: ... Im Gegensatz zu etablierten Luft-Tscherenkow-Teleskopen wie etwa MAGIC, HESS oder VERITAS benutzt FACT Geiger-mode avalanche Photodioden. Mehr zur Sensortechnik später. 

Zunächst war ich überrascht zu hören das der Spiegel, zwar mit neuen Spiegelelementen versehen ist aber vom Gerüst her „Second-Hand“ von einem alten Teleskop ist und keinen großen Spiegelschutz gegen Kratzer hat. Das ist offenbar uninteressant da eine Genauigkeit kleiner 0,1° unnötig sei. Denn das Beobachtete ist ja nicht direkt die Gammastrahlung, sondern die Sekundärreaktionen in der Atmosphäre – die Atmosphäre gehört also neben einem Galaxiekern auch zum Beobachtungsobjekt, dort entsteht unser Sekundärteilchenschauer und Cherenkov Licht!!! Bei unserer visuellen Astronomie stört Atmosphäre eigentlich nur. Die Atmosphäre begrenzt die Genauigkeit, gehört aber zum Beobachteten dazu, also ist kein so perfekter Spiegel nötig. Und wenn der Sand mal Spuren hinterlässt ist das auch nicht so dramatisch. Bei visuellen Großteleskopen werden Segmente tlw. schon einmal Jährlich gewechselt und neu beschichtet!

Ein cooler Zwischeneinwurf von Fr. Dr. Dorner war in der Präsentation: Ja, wo ist denn La Palma eigentlich? Nö – das ist nicht Palma de Mallorca!!! Unglaublich aber Kollegen oder Studenten hatten das wohl auch schon mal verwechselt und falsche Reisen gebucht. 

Danach gab es dann eine Übersicht wo denn die einzelnen Teleskope auf La Palma stehen. U.a. auch die MAGIC Cherenkov Teleskope, Fr. Dr. Dorner hatte an MAGIC Technik ihre Diplomarbeit gemacht, ich glaube 2002. Was mich beeindruckt hat war das Video von einem MAGIC-Teleskop ( auch https://magic.mppmu.mpg.de ) : Die Drehung in Azimuth war extrem schnell – in 12 Sekunden glaube ich  360°, und das bei einem Gewicht von über  60 Tonnen!!!
FACT ist da aber etwas kleiner aber nicht minder langsam! Die schnelle Geschwindigkeit liegt in der notwendigen kurzen Zeit, wenn andere Satelliten oder Teleskope ein z.B. großes Gammaburst-Ereignis detektieren und z.B. FACT auf darauf schauen soll. Es sollte schnell gehen, Bursts die nur 10 Sekunden glühen gehen verloren, aber längere mit 100 Sekunden Dauer und mehr können noch erfasst werden.
absolut Wissenswert:
Als MAGIC damals aufgebaut wurde fragten Touristen bei ihrer Wanderung, wie heute auch manchmal, was das denn für Teleskope seien und ob man damit wohl die Fische im Meer beobachte? Ernsthaft, die Annahme gibt es wohl öfters Exclamation  Die Cherenkov Teleskope sind Tagsüber horizontal blickend oder etwas niedriger, in Parkposition und blicken Richtung Meer. Deshalb der Irrtum – schon lustig.

Nach der Übersicht, Beobachtungsort und Technik und Antrieb kam der für mich wichtigste Teil in der Einführung – die Kamera und ihr G-APD Sensor und welche Objekten beobachtet wird. 

Die bekannteste und mit auch wichtigste TeV-Quelle  ist der Krebsnebel – den kennen wir wohl alle. Die Krebsnebel-Quelle ist so eine Art Referenz zur Sensitivitätsüberprüfung eines Sensors für Hochenergiestrahlung. Die meisten Quellen liegen im Milchstraßenband. Neben dem Krebsnebel gibt es für FACT nur einige weitere Quellen außerhalb, die erreichbar sind.

Aber leider gibt es auch ein paar negative Einflüsse, die die Beobachtung verhindern: klar - schlechtes Wetter, das kennen wir auch – leider! Aber wie oben erwähnt, kann bei Mond tlw. beobachtet werden, aber das Streulicht stört z.T. auch mehr oder weniger. Bei feinen Messungen stört sogar das Zodiakallicht! Ein riesen Problem, das v.a. bei Sonnenunter- oder aufgang zu sehen ist: Calima. Hä? Was’n das? Calima  ist eine Wetterlage mit Ostwind auf den Kanarischen Inseln und Kapverdischen Inseln, die einfacher als "Sandwind" aus Afrika zu verstehen ist. Der Sand trübt die Sicht teilweise enorm. Und trägt je nach Windstärke auch sehr zum Verschleiß der Optiken bei! Sandstrahlen ganz kostenlos!  Undecided 

Um zeitlich unbegrenzt von der Erdrotation und damit von Sonnenauf und -untergang weiter beobachten zu können, sind weitere Teleskope, teils aber auch andere Typen als FACT, geplant oder schon aktiv. So können Gamma-Aktivitäten kontinuierlicher studiert werden.

Nun zu den Sensoren: Magic und MAGIC II verwenden einen Photomultiplier. Zwar auch gut für Cherenkovlicht aber empfindlich gegen zu viel Licht, auch das reflektierte vom Mond. Wenn MAGIC das sehen würde, dann kann man die Kamera wegwerfen!
FACT und die G-APD Kamera sind da viel robuster. Es kann nicht immer Beobachtet werden, aber auch mehr Mondlicht (außer natürlich fast direkt einfallendes Mondlicht) ist kein Problem. 

G-APD steht für:
Avalanche-Photodioden (APD) bzw. zu deutsch im etwa: hochempfindliche, schnelle Photodioden. Sie nutzen den inneren photoelektrischen Effekt zur Ladungsträgererzeugung und den Lawinendurchbruch (Avalanche-Effekt) zur internen Verstärkung. Das „G“ steht für Geiger Mode. Avalanche-Photodioden (APD) wurden speziell für den Betrieb oberhalb der Durchbruchspannung im so genannten Geiger-Modus entwickelt.
Es sitzt noch eine einfache Sammeloptik (siehe Bild) vor dem Sensor. Dadurch wird das Licht konzentriert um den Faktor 10.

   

Die G-AP-Diode erreicht kurzzeitig eine Verstärkung um einen Faktor bis zu 10^8 , ein durch ein einzelnes Photon erzeugtes Elektron-Loch-Paar kann auf Grund der Beschleunigung in der Multiplikationszone (spezielle Dotierungszonen in der Diode) erzeugt durch die hohe elektrische Feldstärke darin mehrere Mio. Ladungsträger erzeugen (eine sehr große Verstärkung, eben durch diesen Lawinen-Effekt). Durch eine entsprechende Beschaltung muss verhindert werden, dass die Diode durch den hohen Strom leitfähig bleibt (Selbsterhalt der Ladungsträgerlawine), was am einfachsten durch einen Vorwiderstand realisiert wird. Durch den Spannungsabfall am Vorwiderstand senkt sich die Sperrspannung über der APD, welche dadurch wieder in den gesperrten Zustand übergeht (sog. passive quenching). Der Vorgang wiederholt sich selbsttätig und die Stromimpulse können gezählt werden. Maximale Abtastraten liegen bei bis zu 10 MHz. 

   

Das Wandlerprinzip nochmal kurz und einfach: Cherenkov Licht fällt auf die Diode, welche in Sperrrichtung geschaltet ist. Die Photonen lösen an der durch eine Betriebsspannung "vorgespannte" Diode einen Lawinendurchbruch aus. Der Vorwiderstand begrenzt den Strom. Der Stromimpuls ist das Messsignal proportional (aber nicht völlig linear - ein wenig Mathematik zur Linearisierung und Filterung wird nötig sein) zum einfallenden Cherenkovlicht.

Wichtig ist das stabile „Vorspannen“ mit einer Spannung bei etwa 70 Volt (Leichte Änderung durch Kalibrierung möglich). Diese muss über einen Regelkreis immer je nach Temperatureinfluss und ein paar anderen Störungen stabil bleiben. Dafür wird vor jeder Beobachtung die Kamera kalibriert.
Hier sieht man die Schritte um und nach der Kalibrierung über das Web-Interfaces zur Steuerung. Eine Abfrage diverser Punkte vor dem Start erleichtert die Bedienung. Links sieht man eine Bilddarstellung der G-APD Kamera.
               

Ein Bild wird ca. 150ns (Nanosekunden) belichtet. Die Gamma-Ereignisse sind einfach so schnell. Deshalb nutzt man auch keine Kamerakühlung wie im visuellen Bereich, die zusätzliche Regelung ist aufwendig wenn sie genau genug sein soll und beeinflusst auch die Diodenspannung die wiederum mit dieser neuen Abhängigkeit geregelt werden muss.

Die Auflösung der ADC (Analog-Digital-Converter) liegt bei 16bit. Der Sensor hat 1440 Pixel, und das  Teleskop eine FOV (Field of View) von stolzen 4,5°!!! Damit kann ein angenehm großer Himmelsausschnitt auch im sog. Wobblebetrieb beobachtet werden. Erinnert mich an das ähnliche sog. Dithering bei der Astrofotografie!!!
Die komplette Steuerung läuft, wie ihr oben schon gesehen habt, über ein Web-Interface, einfach und recht intuitiv bedienbar – aus meiner Sicht.
Mehr zur Technik im Detail findet ihr u.a. hier: https://arxiv.org/pdf/1304.1710v1.pdf

Aktive Störungen durch Fremdlicht haben wir auch erleben dürfen. Durch das LIDAR aus dem "Counting-House", also dem "Sternwartensteuerungs-Häuschen" mit den PCs, Ausrüstung, Wetterstation usw.: Der Sensor hat im unteren Bereich ein schönes, flächiges Störsignal. Der Fehler mit dem LIDAR soll aber bald abgestellt werden.

   

Ein toller Abend für uns. Ich fand den Einblick atemberaubend!!! Wann hat man dazu mal die Chance. Fr. Dr. Dorner hat während des Remotebetriebes noch viele Bilder gezeigt von La Palma, Nachtaufnahmen, Sonnenaufgänge uvm. Man hat schnell begriffen dass die Frau mit viel Leidenschaft ihrem Beruf nachgeht! Das kam auch beim Vortrag so herüber! Und sie hat auch etliches über den Forscheralltag auf La Palma erklärt, z.B. dass die Übernachtungen auf deren „Hacienda“ bei den Teleskopen trotzdem 60 Euro kostet und das Anfangs mit Gemeinschaftsdusche und -WC. Mittlerweile hat sich da aber auch einiges gebessert. 
Regelmäßige Fragen an uns habe alle grübeln lassen. Was sehen wir hier gerade? Woran könnte der Fehler hier liegen? ... Da waren wir als Besucher immer mit eingebunden. Super!

       

Tja – ich könnte jetzt noch ewig weitere Details schreiben. Aber alles in Allem waren dass die Themen des Abends. Wenn ihr wollt kann ich mit Fr. Dr. Dorner Kontakt aufnehmen. Wenn Interesse besteht können wir evtl. einen Abend mit uns vom Forum organisieren. Was mein ihr?
Ich fände das gut!!!  Sleepy


Grüße,

Florian

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  Erste Beobachtungen 2017
Geschrieben von: Winfried Berberich - 22.01.2017, 13:15 - Forum: Beobachtungsberichte - Antworten (2)

Hallo,

von mir kam lange kein Beobachtungsbericht mehr.
Kaum Zeit, die Firma fordert derzeit einfach zu viel. Am Montag get es schon wieder für einige Tage nach Halle/Saale und Dresden. Trotzdem, diese Schönwetterperiode musste ich doch auch nutzen. Ergo war ich zum ersten mal in diesem Jahr wieder in der Warte. Und es hat sich gelohnt.

Zuerst einmal hoch zu Orion. Kann ich alle 6 Komponenten des Trapezes sehen? - Ja, ich konnte, und zwar sehr deutlich. Da hatte ich mir schon schwerer getan, heute ging es sofort ohne die Augen verrenken zu müssen. Beobachtet hatte ich nur mit dem Explore Scientific ED-127/950, der Ulugh Beg blieb im Haus. Dann runter zu Puppis, eine Sternbild, das ich bislang so gut wie noch nie ins Vesier nahm. Doch auch hier gibt es einige sehr schöne Sternhaufen (offene), die mir noch fehlten. Im 13mm Ethos ein wunderbarer Anblick.
Wieder Zurück zu Orion, runter zu Rigel. Der Hexenkopfnebel war zuerst das Ziel. Doch leider Ziel verfehlt, ich konnte nichts erkennen. Schade, hätte doch den Dobson nehmen sollen. Dafür entschädigte Rigel als Doppelstern. Ich denke, die beiden Komponenten haben sich weiter voneinander entfernt, denn er war mehr als einfach und ich konnte ihn sogar im Richfielder 120/600 trennen.

Was man von Sirius nicht behaupten konnte. Er glitzerte und waberte mit sich selbst um die Wette, da war nix mit Sirius B...
Also die Liste der offenen Haufen am Himmel durchgegangen, einer mal wieder schöner als der andere. H&Xi sehen im Winter bei klarer Luft doch noch mal eine Nummer besser aus als im Sommer. Ich denke, mehr Sterne in den beiden Haufen gesehen zu haben als sonst.

Als Galaxien nahm ich nur M31 und M81/82 aufs Korn, wobei auch die beiden Bodes Galaxien herrlich sich vom dunklen Hintergrund abhoben. Entgegen meiner üblichen Gepflogenheiten, Details in M82 erkennen zu wollen, begnügte ich mich hier mit dem 13mm Ethos, das beide in einem Bild zeigt und ich ließ diese wunderbare Erscheinung einige Zeit auf mich wirken. Winternächte haben schon was!

Kalt wurde mir nicht. Mit den Jäger-Moon Boots, einer Thermohose über den Jeans, der Daunenjacke und der Russenmütze empfand ich keinerlei Kälte. Nur die Handschuhe, die es bis -30 Grad aushalten sollten, musste ich zur Bedienung der Handbox meist ablegen. Sie sind einfach zu steif. Nur an den Händen spürte ich also, daß es doch -10 Grad hatte. Einige zaghafte Versuche, die Handbox auch mit den Handschuhen bedienen zu wollen, brachte mir dann aber doch einige unerwünschte, aber dennoch schöne Sternhaufen ins Bild. "Blind finding" sozusagen, - hat auch mal Spaß gemacht.

So zog sich der Abend, beginnend um 20 Uhr, bis etwa 01 Uhr hin.
Die erste halbe Stunde musste ich allerdings für eine erneute Feinjustierung des Teleskops aufwenden. Seltsamerweise fuhr es anfangs bei den ersten 3 Objekten gut und gerne 10 Grad zu tief. Nach einem Alligment mit 2 Sternen (reicht ja für die visuelle Beobachtung) für das Scope jedes Objekt zentriert mit dem 13mm Ethos an. Dieses Okular war heute das meist verwendete, abgesehen von einigen Doppelsternen.

So u.a. Castor A+B, die in der heutigen Nacht den Abschluß bildeten.

Müde, aber glücklich schloß ich gegen 01 Uhr die Warte. Das "Auskleiden" von 3 Schalen Ober- und Unterwäsche beschäftigte mich dann doch noch, ansich hatte ich viel zu viel an. Man kommt sich vor wie in einem Raumanzug, den man zwiebelförmig Stück für Stück ablegen muß, weil man sich kaum bewegen kann.....

Gruß
Winfried

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  Gesucht und nicht gefunden
Geschrieben von: Philipp - 21.01.2017, 17:35 - Forum: Beobachtungsberichte - Keine Antworten

Hallo,

nach einer Nacht mit schlafen war ich letzte Nacht wieder gegen 0:00 am Start. Die Durchsicht ist jetzt bei der trockenen Luft recht gut und testete gleich zu Beginn M81 u M82. Sah gut aus und stehen um die Urzeit schon wieder ganz ordentlich hoch. Ich setzte meine Einsammelaktion vor zwei Nächten in Gemini fort und suche den Sternhaufen NGC 2420. Doch so einfach war es nicht. Ich bekam den 8,3 mag Haufen einfach nicht ins Okular. Immer wieder Vergleich mit der Karte. Er liegt in einer relativ schwachen Sternregion. Schließlich hab ich ihn dann und zeigt sich recht Sternreich mit nebulösen Hintergrund. NGC 2331 macht es einen auch nicht leicht und hat 8,5 mag. Dann wurde es noch kniffliger. Es halten sich etliche lichtschwache Galaxien in Gemini auf. Viele sind sehr weit entfernt mit nur 12 bis 13 mag. NGC 2365 ist so ein Kandidat mit 12,4 mag und 130 Mio Lj Entfernung. Ich suche und vergleiche mit der Karte bis ich sie endlich habe. Sie hebt sich aber dennoch relativ gut ab. Ich schlage mich ja stets mit aufgehellten Vorstadthimmel rum. NGC 2357 sie ist verdammt schwierig, da sie eine relativ große edge one Galaxie mit 13,3 mag ist. Ich kann die 100 Mio Lj entfernte Glx  schließlich schwach ausmachen. Mit NGC 2435 12,8 mag ist es etwas leichter, muss aber auch eine Weile suchen. NGC 2339 mit 11,8 mag 110 Mio Lj schon leichter erkennbar aber erfordert auch wieder genaues aufsuchen. Zeigt sich dann aber recht deutlich. Schließlich noch NGC 2435 12,8 mag schwach erkennbar und noch NGC 2342  12,6 mag. Alle erforderten genaues Suchen mit dem Dobson, welches natürlich unter dunkleren Landhimmel mit 14" Öffnung ein leichteres gewesen wäre.

So vergeht die Zeit... und schwenke in den Cancer. Dort finde ich ziemlich schnell die Glx NGC 2672  11,7 mag die sich sehr gut abhebt. Aber ich will eigentlich dort in der Nähe den Quasar OJ+287 aufsuchen. Im Stropek ist er mit 12,7 - 15,6 mag schwankend beschrieben. Ich hatte ihn schon letztes Jahr versucht zu finden. Das Gebiet ist leicht zu finden. Er steht nahe an einem 7,1 mag Stern und Vergleiche das Poss Bild im Stropek dazu. Aber wie ich den dicken Wälzer auch wende, ich kann einfach die drei Feldsterne in unmittelbarer Nähe nicht idendifizieren. Auch der hellere  Stern in der Nähe passt einfach nicht im Anblick im Okular. Ich weiß oft nicht wie die Possbilder ausgerichtet sind. Norden oben oder unten? Es klappt jedenfalls wieder nicht den rund 3,5 Mlrd. Lj entfernten Quasar bzw. Blazar zu sichten. Jetzt noch Die Hickson Gruppe 37, die relativ schnell gefunden ist. Kann im Okular den hellen Doppletstern in unmittelbarer Nähe idendifizieren und die hellste Glx mit 13 mag sicher darunter erkennen.

Mittlerweile schon etwas Erschöpft, es ist bereits 02:30 zur Entspannung sozusagen M51. Hab sie im 9 mm Explore 100° und sehe ein helles Sternchen in den Spiralarmen. Supernova? blitzt es kurz durch den Kopf. Nein es bewegt sich schön gemächlich und entfernt sich von M51. Verfolge den ca 8 mag Lichtpunkt. Schätze es war ein weit entfernter Satellit oder vielleicht noch interessanter ein kleiner naher Asteroid  Erdbahnkreuzer. Könnte ja sein. So einen hatte ich vor über zehn jahren schon einmal beobachtet.

So mir reichts jetzt, ach ja der Jupiter steht ja auch schon in Südosten. Also noch mal kurz zum Abschluß drauf. Aber das Seeing ist nicht so gut und sehe immer nur zeitweise die Wolken bänder etwas schärfer. 
Aber jetzt ist Schluß. Alles in allem trotz zeitweise intensives und auch vergebliches Suchen doch eine ergiebige  Nacht gewesen.

Gruß Philipp

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  Sh2-263 im Orion
Geschrieben von: Christoph - 21.01.2017, 10:33 - Forum: Deep Sky - Antworten (1)

Hallo!
Die letzten Nächte sind zwar nicht supertoll im Maintal gewesen und das nicht nur aufgrund den Temperaturen um die -10°C, sondern weil auch die Durchsicht nicht so gut war. Bei einer fst, die vor Mitternacht nicht die 6 mag erreichte fehlt halt der letzte Zacken.  Sleepy
Aber ich will ja gar nicht jammern! Für Januar haben wir außergewöhnlich trockenes und wolkenfreies Wetter!  Wink

Eine Nacht habe ich NEO´s gewidmet. Die Auswertung braucht nur länger als die Belichtung. Vielleicht sollte ich mich mal nach automatischer Software umgucken. Wobei astrometrica da schon tolle Dienste leistet.

Anbei Sh2-263 im Orion, der auch als der Erdbeernebel (warum nur?) bezeichnet wird. Die Belichtung erfolgte wieder Dual: das heißt 10" Newton L auf die G2-8300 mit 163 min und zusätzlich RGB 63 min. Währenddessen werkelte an meinem APO die Nachführung bzw. die STF-8300C mit 235 min RGB, was etwa eine Stunde RGB am Newton entspricht. Also effektiv so etwas 120 min RGB am Newton in der Summe.



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  Meine 2 Beobachtungsnächte
Geschrieben von: Steffen - 20.01.2017, 10:45 - Forum: Beobachtungsberichte - Antworten (3)

Hallo Sternenfreunde,

ich konnte die letzten 2 Nächte endlich mal wieder nutzen um mich mit meinem Teleskop zu beschäftigen.

Als erstes habe ich mir die Venus und den Mars vorgenommen. Die Venus sah aus wie ein Halbmond in klein und der Mars blieb für mich ein rotes Pünktchen. Später kam dann der Orion um die Hausecke und habe mir den Orionnebel vorgenommen. Bisher konnte ich ihn nur per Fernglas gaaanz klein sehen. Der hat mich echt umgehauen. Da macht mein 8“ Dobson echt was her. Überrascht war ich, dass er für mich persönlich mit 40facher Vergrößerung am beeindruckendsten war. Dachte immer, man braucht eine höhere Vergrößerung. Achja, die Plejaden habe ich mir auch noch vorher angeschaut – ein toller Anblick! Smile

Als nächstes habe ich mir mit meinem Buch „Stars am Nachthimmel“ den M1 im Stier ausgesucht. In dem Buch ist auch eine Aufsuchkarte mit Starhopping abgebildet. Alles ganz einfach, bis ich versucht habe „das Ding“ zu finden. Ich schätze, ich habe ca. 30-45min. gebraucht bis ich fündig wurde. Er kam als kleines Wölkchen daher, kaum wahrnehmbar. Ich vermute, dass das Licht vom Wohnzimmer im Rücken gestört hat. Sobald ich von 40fach auf 120fach vergrößern wollte, war der M1 wieder weg. Das ging sicher 15-20x so. Meine Geduld war schon langsam am Ende, da habe ich es dann endlich geschafft. Es blieb aber irgendwie nur schemenhaft. Braucht man hierfür vielleicht einen Filter?
Gestern habe ich es nochmal ohne Licht im Wohnzimmer versucht, aber das Ergebnis war identisch. Es blieb ein unscheinbares Wölkchen. Dennoch beeindruckt mich, was man alles am Himmel mit einem Teleskop sehen kann, wenn man genug Geduld hat es zu finden. Big Grin

Das Sternenhopping muss ich echt noch üben. Ich konnte die Sterne die als Anhaltspunkte dienten nicht wirklich finden, sondern nur vermuten, dass es die sind die ich gerade sehe. Egal welche Vergrößerung ich hatte, dass hat nach meiner Auffassung nicht zusammen gepasst. Huh  Das müsst Ihr mir beim nächsten Stammtisch bitte erklären.

Nun habe ich mir den M78 rausgesucht und gleich gefunden. Den fand ich schon interessanter als M1. Beim M78 waren deutlich 2 Sterne im Nebel zu erkennen. Interessant finde ich auch, wenn man im Anschluss nachliest was man da gesehen hat. Sollte ich beim nächsten Mal vorher tun.
 
Gestern habe ich nicht viel Zeit gehabt und habe nochmal die Punkte vom Vorabend abgegrast (ging deutlich schneller) und habe mir noch den M41 als neues Objekt rausgesucht und auch gleich gefunden. Hier kam ich wieder nicht mit dem Starhopping zurecht. Ich kann einfach nicht erkennen, welche Sterne die ich im Teleskop sehe, auf der Aufsuchkarte gemeint sind. Da sind entweder zu viele Sterne oder es sind keine Sterne in der Nähe die es sein könnten.

Bei den Objekten die in der Nähe des Zenits stehen, habe ich enorme Probleme den Stern den ich mir ausgesucht habe mit dem Zielfernrohr oder dem Telrad anzupeilen (Telrad ist noch nicht fest montiert, aber ich komme damit bis jetzt gut zurecht - außer in der Nähe des Zenits. Es wird bald fest montiert). Ich muss mich da dermaßen verrenken und finde es irgendwie dennoch nicht. Habt Ihr viell. Tipps für mich wie es einfacher geht oder ist es einfach Übungssache?

Ich vermute, dass ich mir da schwer tue, weil der Dobson sich nicht mehr so Intuitiv drehen/bewegen lässt wie in Horizontnähe. Vielleicht sind es auch nur Anfängerschwierigkeiten und es legt sich mit der Zeit. Mal abwarten.

Bis dahin, schönes Wochenende Smile

MfG
 
Steffen

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  Kleines Rohr, großes Feld: Zwischen Stier und Krebs
Geschrieben von: Wolfgang.F - 19.01.2017, 22:34 - Forum: Beobachtungsberichte - Keine Antworten

Ein Blick aus dem Dachfenster zeigt einen wunderschönen Winter-Sternenhimmel. Ein Blick auf das Thermometer zeigt allerdings zapfige 8 Grad unter Null. Möchte ich da wirklich raus...?
 
In der Kälte die EQ 6 aufbauen, austarieren, einnorden, und dann vor allem wieder mit klammen Fingern abbauen? Nein. Der Dobson wäre eine Option, aber bis er ausgekühlt ist, bin ich es auch. Vermutlich bin ich bis dahin sogar schon deutlich unter meiner persönlichen Betriebstemperatur. Also hole ich den kleinen Orion ED 80 /600 raus und setze ihn auf meine Neuerwerbung, eine Skywatcher Discovery - Montierung. Das ist eine kleine azimutale Montierung, die ich eigentlich eher für die Sonnenbeobachtung gedacht habe, aber mit dem ED 80 harmoniert sie gut.
 
Die kurze Brennweite des kleinen Refraktors setzt Grenzen bei der Vergrößerung, aber sie ermöglicht ein weites Gesichtsfeld. Sie ist ideal für Panomarablicke und größere Objekte, irgendwo zwischen Fernglasperspektive und Teleskop. Mit dem Baader-Zoom bewege ich mich im Bereich von 25x bis 75x -facher Vergrößerung in der Region zwischen dem Stier und dem Krebs.
 
M1
Zu Beginn der Tour geht es zum "Krebsnebel" M1. Bei geringer Vergrößerung (30x) hebt er sich als klar abgegrenztes Nebelchen in einem weiten Feld vom Sternenhintergrund ab. Stufenweise fahre ich die Vergrößerung hoch. Struktur im Nebel ist kaum zu erkennen, aber die Kontur sticht deutlich heraus. Ein guter Start der Tour.
 
Sternhäufchen im Stier -ganz klein
Im Stier gibt es einige kleinere Sternhaufen, die ich mir eigentlich noch nie so richtig angeschaut habe. NGC 1746 wird im Deep Sky Atlas als "Sternwolke" geführt - es ist also kein wirklicher physischer Haufen. Bei rund 30x zeigt sich ein lockeres Häufchen kleiner Sterne. Noch etwas näher am Aldebaran liegt NGC 1647, ein "richtiger" offener Sternhaufen. Er ist kleiner und etwas enger als sein Nachbar und setzt sich vorwiegend aus schwachen, feinen Sternen zusammen. Auffällig sind zwei deutlich hellere Sterne am Rand, die einen leichten Farbunterschied weiß-bläulich und orange erkennen lassen. Von dort aus werfe ich einen Blick auf NGC 1807. Wenige, schwache Sterne sind linienhaft angeordnet. Insgesamt alles eher unspektakuläre Objekte, die im kleinen Refraktor vor allem durch die feinen Sternpünktchen  ihren Reiz haben.
 
Sternhaufen - ganz groß
Nach den ganzen kleinen Sternhäufchen geht es nun zu den richtig großen Objekten. Der Himmel ist richtig gut geworden: Kein Mond, recht gute Transparenz und ruhige Luft. Am kleinen Wagen kann ich mühelos das ganze Sternbild inklusive der kleineren Sterne sehen, am Orion ist der "Bogen" des Himmelsjägers klar zu erkennen.  
Die Plejaden M 45 passen gerade so in das Gesichtsfeld und bieten einen prachtvollen Anblick.  Sie leuchten bläulich, und ich meine, auch den einen oder anderen Reflexionsnebel erkannt zu haben. Dann dürfen die Klassiker im Fuhrmann einfach nicht fehlen: Vom ausgedehnten M 38 über die kleineren und kompakteren M 36 und 37 fahre ich die Sternhaufen ab. Tausend mal gesehen, aber ich komme einfach nicht dran vorbei Smile
 
Kurze Nebelrunde im Orion
Auch der Orionnebel muss einfach sein. Heute Nacht zeichnen sich selbst im kleinen Refraktor die Nebelstrukturen detailreich mit feinen Helligkeitsabstufungen ab. Bei etwas höherer Vergrößerung zerlegt sich das Trapez in vier feine Punkte, die kleineren Komponenten kann ich allerdings nicht mehr auflösen. Übrigens: Am Folgetag bei einer Führung auf der Nürnberger Sternwarte zeigte ein 10" Dobson unter dem aufgehellten Stadthimmel nicht annähernd die Details, die ich mit dem kleinen Refraktor erkennen konnte. Ein dunkler Himmel ist einfach durch nichts zu ersetzen...

Etwas genauer schaue ich mir diesmal NGC 1981 "Running Man" an. Auch hier hilft der dunkle Himmelshintergrund, Details zu erkennen. Der Nebel selbst leuchtet relativ hell, zeigt nach außen hin aber keine sehr klare Kontur. Die Dunkelwolke, die den "Running Man" bildet, kommt deutlich heraus. Die Figur des rennenden Männchens bekomme ich allerdings nicht so recht zustande...
 
Ein Abstecher zum Krebs
Der Krebs ist ja ein sehr schwaches Sternbild. Ich finde ihn am besten, wenn ich nach dem matten Schimmern der "Krippe" M 44 Ausschau halte, und dann die restlichen Sterne suche. M 44 passt bei geringer Vergößerung locker in das Gesichtsfeld: Recht helle Sterne in lockerer Anordnung, die mit etwas Fantasie tatsächlich an die Bienen eines "Beehive Clusters" (die englische Bezeichnung) erinnern. Zum Schluss geht es noch ein Stückchen runter zu M 67, ein lockeres Wölkchen feiner Sterne.
 
Mit ein paar Minuten Vorbereitungszeit kam immerhin eine gute Stunde Beobachtungszeit unter einem sehr guten Himmel zusammen - mit kalten Fingern, aber mit etwas mehr Abstand zur Alltags-Hektik und einigen schönen Eindrücken. Hat sich gelohnt Smile

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  Eisige Jagd
Geschrieben von: Philipp - 19.01.2017, 21:27 - Forum: Beobachtungsberichte - Antworten (2)

Hallo,

ich ließ mich trotz der Tiefkühlschranktemperaturen auch nicht abhalten und musste raus. Irgendwie ist man sich das schuldig, und ärgert sich höchstens danach wenn man die Gelegenheit nicht wahrgenommen hat. So war ich letzte Nacht um 0:30 am Start. Ich trieb mich im Orion herrum um meine Stropek Beobachtungslisten abzuarbeiten. Auf dem Plan standen einige Pn´s und Dunkelnebel. Ich versuchte mich nochmals an NGC 1999 dem Schlüssellochnebel, doch vergebens. Ich kann ihn einfach nicht erkennen. Er springt mich nicht an wie Uwe es beschrieben hat. Da ist der Himmel wohl doch zu hell, genaus so wie beim "running men " oberhalb des Orionnebels. Hier konnte ich lediglich etwas dunkles ganz schwach erahnen. PK 190-17.1 Jonkher Nebel konnte ich nach einigen Suchen dann im 5 mm Nagler bei 320x gut erkennen, ebenso PK193-9.1 Beide zeigten sich als schwache verwaschen Sterne bzw. Bällchen. Abell 10 war da schon wesentlich schwieriger und konnte allenfalls eine sehr schwache Aufhellung erahnen. NGC 2022 ist da schon eine Entspannung fürs Auge. Ein relativ großes rundes Wölkchen zeigt sich gut im Okular. Noch besser NGC 1535 Cleopatras Auge im Eridanus, den ich damals erstmalig auf der Kissinger Hütte gesehen hatte. Die offenen Sterhaufen NGC 2112 und 2175 waren auch selten bzw. gar nicht besuchte Objekte von mir.

Im Gemini schließlich  konnte ich die PN,s  PK189+7.1 und PK 194+2.1 ebenfalls als Beute verzeichnen. Auch hier waren wieder schwache Scheibchen auszumachen. Viele offene Sternhaufen tummeln sich in dieser Region. So auch der große und lockere Haufen Cr89 und IC 2157 die recht gut zu beobachten sind. Die offenen Haufen NGC 2129  und 2266 werden auch eingepackt. NGC 2266 hat eine schöne Form. Es ist mittlerweile schon nach 02:00 und wollte eigentlich noch in andere Regionen rumgeistern, aber wie das immer so ist, Die Zeit vergeht im Flug und das Tablet zeigt mittlerweile -11°, was auch die Finger trotz Handschuhe zu spüren bekommen.

Mit insgesammt 6 planetare Nebel und etliche offene Sternhaufen wurde es doch eine erfolgreiche Nacht.

Gruß Philipp

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