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Künstlicher Stern
#1
Hallo!
Nachdem Ralf angeregt hat, etwas über den Künstlichen Stern zu schreiben...

Also, ich nahm eine Düse von einem Ölbrenner, weil die sowieso schon eine kleine Öffnung hat. Im Bild habe ich eine von 0,7 mm. Das war mir aber noch zu viel. Deshalb habe ich eine Folie davor geklebt, die ich mit einem dünnen Draht durchlöcherte. Herauskam ein Loch von etwa 0,35 mm.
Hinter der Öffnung baute ich eine LED einer LED-Lichterkette ein. Die Kette hat den Vorteil, dass ich das kleine Licht durch die Öffnung auch dann finde, wenn es außen rum dunkel ist (quasi als Sucherkette). Dazu montierte ich den rudimentären künstlichen Stern noch auf einen Laser, der von hinten quasi als Lichtbooster noch zugeschaltet werdn kann. Der Laserstift hat auch den Vorteil, dass man besser auf das zu messende Objektiv / Teleskop zielen kann.

Dann stellte ich das ganze in unseren Gang, der es im Extremfall auf schlappe 50 m bringt. Ausgenutzt habe ich etwa 30 m, da der Refraktor eh nicht besser ist. Dann habe ich versucht scharf zu stellen und schon gemerkt, wie schlecht das Teil ist.Von Grün über Rot bis ins Blau bekam der künstliche Stern alle möglichen Farben. Bei Grün schien er mir am Schärfsten. Das beste Bild bei 2.500 mm Äquivalenten-Brennweite ist im Anhang: Sterndurchmesser etwa 3 Pixel. Beim Aufziehen kommt so etwas wie ein Beugungsring zum Vorschein, den Ausschnitt habe ich noch 2x vergrößert. Den Farblängsfehler konnte ich zu etwa 150 µm bestimmen. Macht einen RC-Wert von etwa 3,8!


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Viele Grüße
Christoph

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#2
Hallo Christoph,
was soll ich da sagen.
"Optische Bank light" fällt mir spontan ein. Bei der Optik ist ein zu vermutender Einfluss Deines künstlichen Stern nicht so tragisch, weil Du schon am Himmel siehst woran Du bist.
Trotzdem würde ich empfehlen den Stern im Mikroskop anzusehen und evtl. zu fotografieren.
Ein richtig guter künstlicher Stern oder Loch - perfekt rund - ist viel schwieriger hinzubekommen als man denkt.

Besten Gruß
Ralf
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Christoph (10.12.2013)
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Christoph (10.12.2013)
#3
Hallo Ralf!
Ja! Ein wirklich rundes und kleines Loch hinzubekommen ist sehr schwer. Jetzt sind meine 0,35 mm noch relativ viel. Im Anhang die Bilder mit einem Iphone aus der Nähe: das Düsengehäuse hat einen Durchmesser von 18 mm. Macht für den überbelichteten "Stern" etwas mehr als 0,4 mm.
Das Bild, das ich heute morgen mit meinem Newton in 50 m Entfernung und einer Barlowlinse gemacht habe, kommt auf einen 0,35 mm "großen Stern", das sind weniger als 2" auf die Distanz.
Der Aufbau reichte jedenfalls, um eine Verspannung in meiner Optik nachzuweisen (Danke Ralf für den Hinwei! - Bilderserie von gestern Abend), was mich richtig stolz auf meinen künstlichen Stern machte! Smile
Die Bilderserie am Newton ist ein Screenshot in Fitswork bei 200% und wurde nochmal 2xfach vergrößert, ist also 4xfache Darstellung.


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Viele Grüße
Christoph

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#4
Hallo!
Bezüglich eines künstlichen Sterns bin ich auf eine neue Idee gekommen: Smartphone. Exclamation 

Ein namhafter Hersteller hat zB. ein Display von 11,94 cm (4,7″), 16:9-Format, 1334 × 750 Pixel, 326 ppi.
Die 326 ppi bedeuten eine Pixelgröße von etwa 80 µm. 78 µm auf 50 m sind in etwa 0,32".
Das brachte mich darauf so ein Smartphone als Testbild bzw. Quelle von Teststernen zu gebrauchen.
Hier das originale Testbild:
   

Gestrige Ergebnisse (es sind ja fast nur noch Wolken bei uns am Himmel) lagen im Bereich meiner Erwartung.
Fotografiert habe ich mit meiner G2-8300 bei 1.180 mm Brennweite, wobei ich für ein 10 Sekunden Belichtung die Helligkeit am Display komplett runterfahren musste und sogar noch das Bild dunkler stellte. Ich wollte "realistische" Seeing Bedingungen simulieren. Und die bekam ich! Eine FWHM von 2,2"-2,5" war schlechter als ich erhoffte, aber auf die 50 m waberte der Teststern doch schon merklich! Und das Bild verkleinerte sich durch die Abbildung via Teleskop.
   
Ähm, etwas peinlich: die Spur meines Fingers ist im linken Bereich zu sehen... Blush

Auch mit größerer Brennweite (3.600 mm) und einer DMK gab es ansehnliche Ergebnisse. Da konnte ich das Seeing ausschalten und an die Auflösungsgrenze des Teleskops gehen. Zwei Pixel mit einem Pixel Abstand konnten noch aufgelöst werden. Richtig gut wurde es aber erst bei Vierer-Pixel-Gruppen als Teststern und einem ebensolchen Abstand. Da wurde die Pixelstruktur des Teststerns sichtbar und sogar Beugungsringe, die zudem im blauen Bereich kleiner waren als im Roten.
         


Den Jupiter musste ich freilich auch noch testen. Ach, gäb es doch weniger atmosphärische Störungen! Angel
   
Viele Grüße
Christoph

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