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TAL 250K - Kompendium
#10
Hallo Frank,
ja, ich bin nun wieder aktiver geworden sowohl im Beobachten wie im Basteln.
Die Verspiegelung lasse ich doch sein und würde Energie langfrisitg eher in das nicht vollendete 330mm Cassergrain Projekt stecken. Das steckt dann wesentlich mehr Deep Sky drinnen.

@all ein Bericht zur gestrigen Beobachtung:
Beobachtung mit TAL 250K am 30.12.13

Nachdem zwei Versuche mit dem bereits aufgebauten TAL wegen dem Wetter gescheitert sind machte ich gestern den dritten erfolgreichen Anlauf und bin endlich zum Beobachten zu kommen.

Jodurchgang stand an und das Gerät wurde schon am Nachmittag zum Anpassen aufgebaut.
Der erste Blick so gegen 18.30Uhr auf den tief stehenden Jupiter durch Baumäste hindurch zeigte noch sehr wenig Detail.
Ich schwenkte auf die Plejaden um Sterne ins Feld zu bekommen. Das Seeing war auch hier nicht berauschend aber ausreichend um auch ein 10mm Okular einstecken zu können.Die Brennweite des TAL liegt um die 2150mm.

Zunächst glaubte ich die Kälte spannt die Optik und produziert einen Astigmatismus beim Intra und Extra Durchfokussieren. Bei genauem Hinsehen betrifft das aber nur Sterne abseits der Bildmitte und im Fokus war davon auch nichts zu merken.
Auffälliger war das mit dem Ethos 21mm entweder die Bildmitte perfekt scharf gestellt werden konnte oder aber auch der Rand aber nie beides zusammen.
Ich schließe daraus eine ordentliche Bildfeldkrümmung die auch mit einem Astigmatismus einhergeht was das Gerät für Fotografie weniger geeignet macht.
Auch ausgedehnte Sternhaufen mit schwacher Vergrößerung zu betrachtet wird nicht das bevorzugte Himmelsziel sein.

In der Bildmitte bei höherer Vergößerung zeigte der TAL dann seine Qualitäten mit einem schönen Kernbild und durchs Seeing beeinträchtigten Beugungsring. Die kurvenförmigen Spider sind als Schatten beim Durchfokussieren sichtbar, im Fokus ist erstaunlicherweise so gut wie nichts davon zu sehen.
Allenfalls gibt es einen Streulichthof ähnlich einem SC um helle Sterne zu sehen. Obstruktionsfreie Systeme wie Apos verteilen hier weniger Licht in die weitere Umgebung eines Sterns und bringen so mehr „Feuer“ in die Stenabbildung.

So um 20.30Uhr kamen die Nachbarn zum angeboteten Jupiterbeobachten und hatten sozusagen Ihr persönliches „First Light“ mit dem Himmelstrabanten bei 215x Vergößerung.

Jo war mit Zenitspiegel von rechts kommend schon relativ nahe an Jupiter und das Seeing war zwar nicht gut aber zumindest brauchbar. Monokular konnte ich neben den dunkleren Hauptbänder auch einige schwache gräuliche Bänder bis in die Pole ausmachen. In der hellen weißlichen Äquatorzone konnten auch undefiniert dunklere Feinstrukturen erahnt werden ohne dass dieses Muster zeichenbar gewesen wäre. Jupiter zeigte sich farbneutral im Gerät ohne Tönungen.

Ein Blick auf den Orionnebel bei dem ich schwach Farben erkennen konnte. Simone hatte bei Ihrer ersten Beobachtung vor allem Probleme einen ruhigen Einblick zu finden und zu halten was Benni offenbar gleich gelang.

Zurück zu Jupiter war die helle Jo Scheibe bereits in Jupiter eingetaucht, der Schatten ging voraus. Hier hatten die Nachbarn etwas Probleme Jo direkt zu sehen und erstmal auch zu Verstehen dass gleichzeitig der Schatten und der Mond selber mit etwas Abstand zu sehen ist.

Der Umbau auf den Binoansatz war erfolgreich. Dank hier an Christian Mauser der mit den Tip mit der APM 2,7x Barlowlinse gab. Die lässt sich direkt in das Mark V Bino einschrauben und legt den Fokus mitsamt T-2 Spiegel fast in die gleiche Position wie ein 2“ Zenitspiegel mit Okularen. Es war also trotz nur 40mm Vestellweg kein Problem Bino zu sehen.
Das war auch sehr hilfreich weil die Details viel leicher erkennbar waren. Jo war leider im Äquatorbereich vor hellem Hintergrund und auf seinem Weg zur Mitte von Jupiter konnte ich zunehmend schwer die helle Joscheibe erkennen um Sie dann auch zu verlieren.
Zeitgleich nahmen die Zirren immer mehr zu und hüllten den Himmel ins Graue.

Gut durchgefroren aber Jupiter in Erinnerung gingen die Nachbarn nach Hause und der TAL durfte nun auch wieder ins Stübchen. Es war so gegen 22.00Uhr und angelaufen war nichts an der Optik!
Ob nun ein halb so großer Apo mehr Detail gezeigt hätte oder auch mehr wie ein 6“MN kann ich nicht sagen ohne den direkten Vergleich.
Mit dem Einblick von Hinten, Justierstabil, kurved Spiders ohne Spikekreuze und unauffälligem thermischen thermischen Verhalten hat das System durchaus Potential für Planetenbeobachtung. Die „eierlegende Wollmilchsau“ ist es wohl nicht.

Besten Gruß
Ralf
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TAL 250K - Kompendium - von Ralf - 23.12.2013, 18:36
RE: TAL 250K das etwas andere Teleskop - von Ralf - 31.12.2013, 13:05
RE: TAL 250K - Kompendium - von Andreas-TAL - 30.06.2019, 19:22
RE: TAL 250K - Kompendium - von Christoph - 30.06.2019, 20:04
RE: TAL 250K - Kompendium - von Andreas Paul - 30.06.2019, 23:17
RE: TAL 250K - Kompendium - von Andreas-TAL - 01.07.2019, 02:29
RE: TAL 250K - Kompendium - von Andreas-TAL - 01.07.2019, 23:31
RE: TAL 250K - Kompendium - von Andreas-TAL - 01.07.2019, 23:32
RE: TAL 250K - Kompendium - von Andreas-TAL - 02.07.2019, 16:14
RE: TAL 250K - Kompendium - von Andreas-TAL - 02.07.2019, 21:16
RE: TAL 250K - Kompendium - von Andreas-TAL - 03.07.2019, 18:51
RE: TAL 250K - Kompendium - von Andreas-TAL - 04.07.2019, 21:55
RE: TAL 250K - Kompendium - von Andreas-TAL - 05.07.2019, 15:33
RE: TAL 250K - Kompendium - von Andreas-TAL - 05.07.2019, 15:36
RE: TAL 250K - Kompendium - von Andreas-TAL - 10.02.2020, 22:04
RE: TAL 250K - Kompendium - von Andreas-TAL - 08.03.2020, 12:31



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