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TAL 250K - Kompendium
#34
Hallo Miteinander!
Ich füge zunächst mal zwei große von mir eingefärbte Schnittzeichnungen des TAL-250K ein. Diese kommen dem Original sehr nah und mit den Farben kann man das gut veranschaulichen (die in A.de eingestellten Schnittzeichnungen passen nicht so ganz):
       
Der Hauptspiegel ist fest mit dem blauen Teil verbunden. Das sind eine Art Federlamellen, die in die 80mm HS-Bohrung drücken. Man beachte in der Schnittzeichnung, dass der vordere Teil der HS-Bohrung frei bleibt. Das scheint wirksam genug zu sein, um Astigmatismus zu vermeinden.
   

Haupspiegelseitig gehen die Federlamellen in den unteren Teil des Blendrohres (Schnittzeichnung blau) über. Dabei wurde darauf geachtet, dass das Blendrohr selbst nicht auf dem HS aufsitzt.
           

Im Inneren der HS-Bohrung befindet sich eine weitere (massive) Hülse, in der Zeichnung rot eingefärbt (Wandstärke ca. 4mm). Diese Hülse hat innen wie außen verschiedene Sockel, damit sie dem inneren Aufbau des (blauen) Blendrohres folgen kann.
           

Am hinteren Ende der (roten) Hülse kann ein Ring aufgeschraubt werden (im Schnitt lachsfarben). Die sechs Bohrungen des Rings entsprechen den 6 Justageschrauben des HS an der Tubusrückwand.
           

Die Hülse kann fast vollständig in dem inneren Aufbau verschwinden bis sie an einem Sockel innen am Blendrohr aufsitzt. Die Dimensionierung ist dabei so gewählt, dass der Ring in den später die HS-Justageschrauben greifen ca. 3-4mm über dem HS "schwebt" (die HS-Justageschrauben gehen nicht über das Gewinde hinaus, so dass für den HS dahinter keine Gefahr besteht)
       

Wenn die Hülse komplett eingeführt ist, ragt sie mit ihrem Kopfteil aus dem Blendrohr heraus. Dieses Kopfteil besitzt ein Außengewinde (ca. 61,5mm). Auf dieses Außengewinde kann der obere Teil des Blendrohres (in der Schnittzeichnung grün), der das dazu passende Innengewinde hat, aufgeschraubt werden. Zwei dazwischen liegende Ringe, sollen offenbar dafür sorgen, dass sich die Gewinde nicht festfressen. Zusammengeschraubt mit der Hülse ergibt sich somit das komplette Innenleben, wobei das HS-Element (blau), de facto zwischen (grünem) oberen Blendrohr und (roter) Hülse geklemmt wird.
               

Eine weitere kontruktive Besonderheit ist die, schon in den vorherigen Beiträgen angesprochene, Möglichkeit das Blendrohr zu kürzen. Würde man den oberen Teil einfach abschrauben, würde ja die Klemmung nicht mehr funktionieren. Die Lösung sieht man hier:
   
Das unterste Segment des oberen Blendrohres ist mit dem Innengewinde versehen (auf dem Foto das hellgraue Segment ÜBER dem hellen Ring). Auf dieses Segment ist der Rest des oberen Blendrohres (auf dem Foto das dunkle Teil darüber) aufgesteckt und kann über die Löcher herausgehebelt werden.
In der Schnittzeichnung oben ist das dunkelgrüne Segment das Teil mit dem Gewinde, der hellgrüne Teil das herausnehmbare Blendrohr.
Schon die komplizierte Beschreibung zeigt, dass hier kein permanentes Wechseln (gar noch in einer Nacht) ermöglicht werden sollte, sondern dass es für zwei unterschiedliche Betriebsarten des Klevtsov entwickelt wurde.

Hier sind nochmals alle Bestandteile des Innenlebens um den Hauptspiegel des TAL-250K herum.
   

Wie schon in letzten Beitrag angesprochen, bestimmt - trotz gleicher Spiegelbohrung von 80mm -, die (rote) Hülse den freien Durchlass an dieser Stelle des TAL-250K.
2x circa 4mm Wandstärke (Hülse)
2x circa 2mm Dicke Lamellensystem
2x circa 1mm Abstand Hülse - Lamellen
macht rund 14mm die von der Bohrung verbraucht werden und ergibt einen maximalen Durchlass von rund 66mm an dieser Stelle - also ein gutes Stück weg von den luxuriösen 75mm von denen Ralf schreibt.

Zu berücksichtigen ist aber auch noch, dass ggf. ein Auszugsrohr eines OAZ in die Hülse einfährt und den Durchlass weiter verengt. Wenn nur wenige Millimeter gebraucht werden (z.B. für das Auszugsrohr eines OAZ), kann man die Hülse an der Stelle etwas ausdrehen und so 1-2mm gewinnen. Sie ist dermaßen massiv dimensioniert, dass das kaum einen Stabilitätsverlust nach sich ziehen wird.

Abschließend möchte ich ganz herzlich Simon W. danken, der sämliche Fotos am Gerät für diesen Beitrag zu Verfügung gestellt hat und bitte darum sein © zu beachten.

Nächster Schritt wäre jetzt mal zu schauen ob und wieviel am HS-Durchlass der Lichtkegel des TAL-250K beschnitten wird. Aber für heute soll es mal genug sein.

Grüße, Andreas
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Die Nacht, in der das Fürchten wohnt, hat auch die Sterne und den Mond“
                                                                                                                              (Mascha Kaléko)  
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TAL 250K - Kompendium - von Ralf - 23.12.2013, 18:36
RE: TAL 250K das etwas andere Teleskop - von Andreas-TAL - 20.01.2014, 20:11
RE: TAL 250K - Kompendium - von Andreas-TAL - 30.06.2019, 19:22
RE: TAL 250K - Kompendium - von Christoph - 30.06.2019, 20:04
RE: TAL 250K - Kompendium - von Andreas Paul - 30.06.2019, 23:17
RE: TAL 250K - Kompendium - von Andreas-TAL - 01.07.2019, 02:29
RE: TAL 250K - Kompendium - von Andreas-TAL - 01.07.2019, 23:31
RE: TAL 250K - Kompendium - von Andreas-TAL - 01.07.2019, 23:32
RE: TAL 250K - Kompendium - von Andreas-TAL - 02.07.2019, 16:14
RE: TAL 250K - Kompendium - von Andreas-TAL - 02.07.2019, 21:16
RE: TAL 250K - Kompendium - von Andreas-TAL - 03.07.2019, 18:51
RE: TAL 250K - Kompendium - von Andreas-TAL - 04.07.2019, 21:55
RE: TAL 250K - Kompendium - von Andreas-TAL - 05.07.2019, 15:33
RE: TAL 250K - Kompendium - von Andreas-TAL - 05.07.2019, 15:36
RE: TAL 250K - Kompendium - von Andreas-TAL - 10.02.2020, 22:04
RE: TAL 250K - Kompendium - von Andreas-TAL - 08.03.2020, 12:31



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