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Tele 150 - 600 mm oder 460 mm APO
#1
Hallo,

eine Frage an unsere versierten Astrofotografern im Forum:

Anlässlich zur SoFi 2017 in den USA und auch allgemein für Deep Sky Fotografie für größere Objekte quäle ich mich als Gelegenheitsfotograf seit einiger Zeit mit der Frage herum: Tele oder kleiner APO.
Beliebt und vebreitet ist ja das 150 - 600 mm Sigma F5-6,3 und das SP 150 - 600 mm 5-6,3 Tamron, (Öffnung 95 mm) welche beide gute Bewertungen haben. Wobei ich eher zumTamron neigen würde.
Andererseits gibt es ja z.B. den kleinen TS Imaging Star 65-mm-f/6,5-Quadruplet-Astrograph - 44 mm Feld - auch für Vollformat mit 420 mm Brennweite der auch sehr handlich ist und eine sehr gute Abbildungsleistung verspricht.
Da ich auf den normalen Reisen kein großes Kameraequipment mit nehme, käme erst recht kein so großes Tele in Betracht. Allerdings für Astroaufnahmen zu Hause oder auf Astroreisen wäre die variable Brennweite auch nicht von Nachteil. Wiederum aber bin ich mir gar nicht sicher, ob der AF zB. mit Ultraschallmotoren und diese Rafinessen von meiner mittlerweile schon älteren EOS 350D unterstützt wird. Wäre bei Astroaufnahmen eh nicht nötig. So kam die Überlegung auf einen kleinen Astrografen bzw. APO auf, wenn auch nur mit 420 mm Festbrennweite und  kleinerer Öffnung von 65 mm. Die Brennweite für die SoFi mit Korona oder größere Sternhaufen zB. würde ja auch reichen. Zu dem wäre noch der Vorteil eines kleinen kompakten Reise APOs für die visuelle Beobachtung.

Mir fehlt da völlig die Erfahrung zwischen Supertele und kleinen APO. Preislich liegen sie, zumindest das Tamron und der APO auf gleichen Niveau. Daher die Frage an die Fotografengemeinde in unserem Forum: Super Tele oder kleiner Apo für einen hauptsächlich visuellen Beobachter und mehr Gelegenheitsfotografen auf nicht so hohem Niveau wie man von einiigen hier gewöhnt ist.

Gruß Philipp
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#2
Hi Philipp,

das Sigma Tele das du genannt hast ist abbildungstechnisch dem Tamron soweit ich es erfahren habe überlegen! Johannes hat so eines. Er kann dir da mehr drüber erzählen. Das Tamron 150-600mm/5-6,3 Di VC USM G2 hat den Vorteil, das es einen Lock-Mechanismus variabel für alle Brennweiten hat. Das Sigma 150 - 600mm / 5 - 6,3 DG OS HSM Contemporary hat so weit ich weiß nur ein paar feste Brennweiten für den Lock - die aber denke ich ausreichen. Wichtig sind die Locks auf jeden fall, da sonst der Tubus gerade beim anfänglichen Fummeln ein Stück reinrutschen kann und dann leichte Defokussierung die Folge ist. Das wäre ärgerlich. So ging es mir bei meinen Versuchen mit dem Tamron 70-300 USM.

Ob deine EOS 350d mit zurecht kommt kann ich nicht sagen. Aber ich empfehle zwecks Abbildung klar den kleinen Apo. Bei DSLR Objektiven nutze ich zur Langzeitbelichtung in der Astrofotografie nur noch Festbrennweiten. Diese haben meist generell die bessere Abbildung, v.a. in der Auflösung bis zum Randbereich (z.B. mein Sigma 105mm).

Der kleine Apo hat bei der Brennweite außerdem den riesen Vorteil dass du viel besser, v.a. leichter fokussieren kannst. Gerade bei den höheren Brennweiten klar ein Vorteil. 
Den restlichen Firlefanz wie Stabi und AF brauchst du nicht, wenn du so ein Teil nur für Astrofotografie einsetzen willst. Anders natürlich, wenn du auch so mit einem solchen Brennweitenbereich z.B. Urlaubsfotos schießen willst.

Ich habe schon etliche Deepskybilder auch hier gepostet mit Festbrennweite Objektiven. Deshalb meine Empfehlung:
Entweder nur DSLR/DSLM-Objektiv-Festbrennweite oder eben der Apo. Der Apo würde mir persönlich auch mehr gefallen. Bei F6,5 sollte auch die Abbildung ordentlich sein. Ich kenne das Teil aber nicht. Apos die kleiner F5 werden sind heikel. Gerade bei niedrigen Preisen. Es gibt einen TS 80mm Refraktor mit F4,4. Die Abbildung ist in den Ecken schon deutlich verzerrt. Zauberei gibt es eben nicht. Beim kleinen 65mm den du genannt hast sehe ich aber keine Probleme. Im Internet gibt es viele hübsche Bilder die mit dem Ding gemacht wurden.

Unsere Apo-Spezialisten können da aber mehr sagen.

PS.: Die DSLR Objektive haben hier einen Testbericht: http://www.traumflieger.de/index.html

Ich hoffe ich konnte dir helfen.

Grüße,

Florian
DreamDiver.fb

Astronomie, einer der schönsten Gründe, nachts nicht schlafen zu gehen!
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#3
Hi Florian,

danke für deine schnelle und hilfreiche Antwort, und bestätigts meinen Hang mehr zum kleinen APO. Lass es eh noch durch den Kopf gehen. Eilt ja noch nicht.

Gruß Philipp
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#4
Hi Philipp,

Also Ich kann leider nur was zum Sigma 150-600mm Objektiv sagen weil ich selbst noch nie einen APOim Einsatz hatte.

Aber ich bin begeistert von diesem Teil.
Seit dem ich es habe ist es fast nur noch auf der Kamera weil es eben für viele zwecke einsetzbar ist.
Die Abbildunsgleistung (da war ich Anfangs echt skeptisch) hat mich absolut überzeugt.
Das Gewicht von der Contemporary variante liegt mit EOS 700D Kamera bei knapp unter 3 Kilo und ist, zumindest noch für mich, leicht tragbar.
Wie Florian scho geschrieben hat, hat es "nur" bei 150, 180, 200, 250, 300, 400, 500 und 600 die Lock-Funktion was durchaus hilfreich ist.

Es macht auch einen Stabilen eindruck, der Fokusring ist zwar etwas schmal und könnte leichter zu drehen sein aber das stört mich eher weniger.

Wenn du am Stammtisch am Donnerstag dabei bist bring ich es mal mit

Und hier noch ein Bild was ich mit dem Teil bei 600mm gemacht hab Big Grin 

   
   
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#5
So Jungs,

ich hatte das Sigma APO 80-400mm mit Stabi, neu gekauft. Ich war (und das ja als Profifotograf) absolut zufrieden damit.
Verkauft hatte ich es an einen Naturfotografen, der (fast) nur mit der Offenblende arbeitet. 3 Tage nach dem Verkauf rief er mich an und jubelte fast schon über die Schärfe. Und das, obwohl diese Optik von vielen madig gemacht wurde.

Ich kann es also absolut empfehlen, was auch auf das von Euch genannte zutrifft.

Andere Variante, speziell für Astro: Das Sigma 2,8/300mm oder das Sigma 4/300mm. Zu beiden Optiken paßt der Sigma 2x Konverter. Ich habe das 2,8/300 Sigma APO sowie den 2x Konverter = 5,6/600mm
In beiden Varianten extrem scharf. Vorteil: als 600mm sehr handlich und kurz, dafür aber schwer und sehr dick.
Wäre meine absolute Empfehlung. Ohne Stabi bekommt man es gebraucht um die € 1000.- und hat beides: 2 Optiken für Astro UND für die Fotografie.

Gruß
Winfried
Wenn filmen so einfach wäre, dann hieße es "RTL"
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Georg (25.11.2016)
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Georg (25.11.2016)
#6
Ich habe es nicht in mein Vorstellungspost geschrieben, weil ich es nicht als Equipment für Astro-Fotografie gesehen hatte, aber ich besitze auch ein 150-600 mm f5.0-6.3 Contemporary von Sigma und bin damit sehr zufrieden.

Reicht die Lichtstärke für Astrobilder aus, oder benötigt man einen besonders starken Blitz etc.?
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#7
DNFTT
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#8
(02.01.2017, 21:44)stellacometa schrieb: Reicht die Lichtstärke für Astrobilder aus, oder benötigt man einen besonders starken Blitz etc.?

...das ist jetzt aber nicht dein Ernst!?
Astronomische Grüße
Ulf

[Bild: signatur.jpg]

Wer die Freiheit einschränkt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren!
Benjamin Franklin
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#9
(02.01.2017, 21:44)stellacometa schrieb: Ich habe es nicht in mein Vorstellungspost geschrieben, weil ich es nicht als Equipment für Astro-Fotografie gesehen hatte, aber ich besitze auch ein 150-600 mm f5.0-6.3 Contemporary von Sigma und bin damit sehr zufrieden.

Reicht die Lichtstärke für Astrobilder aus, oder benötigt man einen besonders starken Blitz etc.?

Servus,

für Deepsky-Aufnahmen genauso wie für alle Nachtaufnahmen des Himmels die du machen willst niemals den Blitz verwenden! Das Blitzlicht nimmst du ja z.B. bei Aufnahmen im Innenraum bei schwachen Lichtverhältnissen, es wird überall reflektiert idealerweise von den Objekten die du fotografieren willst um die Belichtungszeit zu verringern. Für Deepsky-Aufnahmen ist dein Blitz eine Störlichtquelle die dir jedes Bild ruiniert. In der Astrofotografie möchte man Streulicht so weit wie es geht vermeiden!!!

Die Lichtstärke reicht auf jeden Fall für etliche Deepsky Aufnahmen vollkommen aus. Hier findest du ein paar Aufnahmen, entstanden mit dem Sigma Objektiv:

http://forum-stellarum.de/showthread.php?tid=5359

Grüße,

Florian
DreamDiver.fb

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#10
Vielen Dank für eure Antworten!

Wie gesagt, ich bin in der Astro-Fotografie ein Noob und dachte, dass Objektive für diesen Zweck mindestens die Blendengröße von f3.5 haben sollten. 

Insofern hatte mich jene von f5.0-6.3 verunsichert, aber umso besser, wenn ich auch mein Tele für diesen Zweck verwenden kann.
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