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M87 und Umgebung
#1
Am 6.4.18 waren die Bedingungen von der Durchsicht Anfangs durchschnittlich, später am Morgen des 7.4.18 sehr gut bei mäßigem Seeing. Das sollte der erste Einsatz der QSI 583wsg am ASL 180/900 zur Gewinnung von Lumminanzdaten sein. Die Farben wurden wie bisher mit der Canon 6D ohne Modifizierung gewonnen.
Ohne Reducer war die Ausleuchtung der 6D Bilder deutlichst besser als mit dem Vixen Reducer HD was natürlich zu erwarten war. Trotzdem neigt der Tunnel der Canon 6D dazu bei Teleskopanwendung im unteren Bereich stärker zu vignettieren. Da ohnehin der KAF 8300 für L-Aufnahmen wesentlich kleiner ist, rechnerisch nur ein Viertel der Vollformatfläche, kann mit der Vignettierung bei der Kombination gut gearbeitet werden.
Hier das Summenbild aus 31x1min der Canon 6D, dass hier stark verkleinert aber mit vollem Feld gezeigt wird.
Rechts oben ist NGC 4438 zu sehen, links schließt NGC 4552, NGC 4551 und NGC4550 das große fotografische Feld ab.
Beim Stacken der Farbbilder hatte ich Probleme auf neutrale Farben zu kommen. Christoph gab mir seine Einstellungen durch und diese brachten dann dieses Ergebnis:
   

Wie Ihr seht ist muss an diesem Farbbild noch einiges verbessert werden um später für das gewünschte LRGB seinen Beitrag zu liefern. Hier war dann wieder Christoph zur Stelle um zunächst das folgende L-Bild aus 18x5min = 90min Belichtungszeit in Bestform zu bringen. Gradienten belasteten das „Mean“ Bild, dass ich in CCD Stack zusammengebaut habe. Ich musste auch feststellen, dass die fehlenden Flataufnahmen eine Unterlassungssünde sind. Der ASL 180/900 an dem KAF 8300 liefert überraschend deutlich „Spikes“ bedingt durch die Mikrolinsen. Schließlich bewirkt der L-Filter im Filterrad durch interne Reflektionen Halodarstellung um helle Sterne, die mit der Canon 6D in der Form nicht vorkommen. Die Probleme mit den Gradienten konnte Christoph jedenfalls gut lösen und eine Tiefe von an die 22mag für das L-Bild messen.
Das reicht um die Kugelsternhaufen rund um M87 zu erreichen. Die 5,4ym Pixel waren in der Nacht nicht das Limit in der Auflösung, sondern das Seeing hat Besseres verhindert.
   

Zu guter Letzt dann das von Christoph gebaute LRGB aus beiden Bildern. Gesamtbelichtung 2h, die für heutige Verhältnisse gering ausfällt, aber meinen Möglichkeiten in einer Nacht entspricht. Wie praktisch immer zu wenig Belichtungszeit aber Christoph gleicht durch seine Raffinesse locker mal 2h fehlende Belichtungstunden aus.
Wer genau hinsieht, kann den Jet im Zentrum von M87 erahnen.
   

CS
Ralf und Christoph
Folgenden 6 Usern gefällt Ralf's Beitrag:
Astrokarsten (01.05.2018), Christoph (02.05.2018), Florian B. (02.05.2018), Herbipollution (04.05.2018), Philipp (02.05.2018), Uwe (01.05.2018)
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#2
Hallo Ralf,

eindrucksvolles Bild mit dem 180/900. Auch für die recht schmale Belichtungszeit ein prima Ergebnis. Der Jet ist immer ein Zeichen, dass die Daten gut waren. Kein Flat ist in der Tat nicht gut, denn die Bearbeitung gerät dann oft zum K®ampf gegen die Gradienten.
Klaren Himmel und klaren Kopf wünscht Karsten
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#3
Hallo Ralf!
Interessant ist ja, dass von der Mega-Galaxie nur wenig Bilder im Netz eingestellt sind.
Dabei ist sie ein richtiges Schwergewicht und bestimmt unsere weitere, kosmische Nachbarschaft!

Für die zwei Stunden ein tolles Ergebnis! Zeugt von der Güte des 180er-Gerätes! Daumen hoch
Viele Grüße
Christoph

http://www.klostersternwarte.de
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