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Kembles Kaskade
#1
Kembles Kaskade ist unter diesem Namen erst seit 1980 bekannt geworden und beschreibt eine auffällige Sternkonstellation im Sternbild Giraffe. Dieses Fernglasobjekt umfasst ca. 20 farbige Sterne die sich in einer Kaskade über ca. 2,5° erstreckt bis zu dem offenen Sternhaufen NGC 1502.
In diesem Bild war der Ausschnitt leider nicht so gewählt um den Bereich mit NGC 1502 zu belichten und für die gesamte Erfassung des Asterismus hätte es trotz Vollformat deutlich weniger Brennweite benötigt.
In der Aufnahme zieht sich die Reihe diagonal von links unten beginnend über das ganze Feld. Aufgrund des überraschend großen Sternreichtums treten die Sterne von Kembles Kaskade nicht so deutlich hervor wie ich es erwartet hatte.
Stattdessen wird der Dunkelnebel prominent und wie praktisch immer zeigen sich Staubwolken, wenn nur lange genug auf Milchstraßenbereiche belichtet wird.
In dem Fall waren es 93 x2 min mit dem ASL 180 und der unmodifizierten Canon 6D bei ASA 1600.
Die Aufnahmetechnik selbst konnte kaum einfacher sein:
Scharfstellen mit Bahtinov Maske und anschließend mit dem Canonprogramm die Serie gestartet, alle 125 sec ein Bild mit 5sec für den Download eingerechnet, so dass effektiv 2 min Belichtungszeit zu Buche schlugen. Ohne Guiding waren 2 min kein Problem, da das Objekt nicht allzuweit vom Himmelspol entfernt war.
Die Bildbearbeitung war jedenfalls von der Datenenge schon ein großes "Paket" für Christoph , da auch Darks und Flats aufgenommen wurden. Zum Glück gibt es heute schnelles Internet für den Datenaustausch. Das Datenpaket muss aber künftig noch größer werden, da  "Darks for Flats" und "Bias" angemahnt wurden.  
Hier das Endergebnis von Christoph Ausarbeitung mit sternfreundlichen Grüßen

   
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Andreas-TAL (12.10.2019), Astrokarsten (16.10.2019), Christoph (12.10.2019), Florian B. (12.10.2019), Georg (12.10.2019), Herbipollution (13.10.2019), Karsten (11.10.2019), LarsL. (12.10.2019), Martin.F (14.10.2019), Philipp (13.10.2019), Uwe (13.10.2019)
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#2
Servus,

sehr schön geworden!  Daumen hoch

Du kannst die 6d auch auf ISO 2500 laufen lassen, der Verlust bei 2/3 mehr Verstärkung im Dynamikbereich und der Anstieg in der Amplitude des Rauschsignals sind marginal im Gegensatz zu ISO 1600. So zumindest meine Erfahrung und das unterstreichen auch Messungen auf  photonstophotos.net:

http://www.photonstophotos.net/Charts/PDR.htm

http://www.photonstophotos.net/Charts/RN_ADU.htm


Grüße,

Florian
DreamDiver.fb

Astronomie, einer der schönsten Gründe, nachts nicht schlafen zu gehen!
(Zeiss-Werbung)
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#3
Guten Abend Florian,
danke für den Hinweis, das werde ich ausprobieren!

Besten Gruß
Ralf
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#4
Big Grin 
Hallo Ralf, hallo Christoph,

Kembles Kaskade wollte ich auch schon immer machen. Der ASL bildet echt toll ab. Sehr schöne Sterne. Hat Christoph die Abmahnung ausgesprochen Big Grin ?

Was mir am Bild auffällt ist die Tatsache, dass am unteren Histogramm-Teil schon was abgeschnitten ist. Wenn ich das Bild in PI hochziehe ist da so viel unglaubliche Information im Bild, die wahrscheinlich super darstellbar wäre?

   
Klaren Himmel und klaren Kopf wünscht Karsten
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Uwe (16.10.2019)
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Uwe (16.10.2019)
#5
Hallo Karsten!
Jetzt weiß ich nicht was Du mit, "dass am unteren Histogramm-Teil schon was abgeschnitten ist" meinst, denn in PS ist noch ein Hauch von Luft, das ich absichtlich lasse. Gegebenenfalls zeigt da PI etwas anderes an.
Sachlich stimme ich Dir zu: Histogramm-Daten werden nicht abgeschnitten!

Das andere ist eine Geschmackssache: wie sehr ziehe ich die Kurven hoch? was filtere ich dafür weg?
Es ging mir (und ich denke auch Ralf) primär um die Sterne.

Dafür zeigt Dein Bild die Gas- und Staubnebelfetzen im Bild. Und natürlich gnadenlos die Fehler des viel zu kleinen Lichteinlasses bei der Canon D6 für ihr 24 mm x 36 mm Bildfeld. Da hätte Canon durchaus mehr Platz lassen müssen!
Viele Grüße
Christoph

https://www.klostersternwarte.de
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#6
Hallo Karsten,
der Astropixelprozessor wollte die fehlenden Daten um die Flats besser verarbeiten zu können und das Programm hat das gemeldet Cool 

Dein stark gestrecktes Bild zeigt auch gut die Problematik des Systems ASL und Canon 6D. Der Strahlgang kommt von Linse 6 mit 82mm Durchmesser und ist auf 50mm vignettierungsfreies Feld ausgelegt. Größere Felder als 50mm werden auch ausgeleuchtet, jedoch mit einsetzender Vignettierung.
Das Nadelöhr ist bei der Canon 6D vorne bereits im T-Adapter und nachfolgend schneidet das tiefliegende Gehäuse nochmals im "Rechteck" ein.
Deswegen wirkt dann das hochgezogene Bild wie im Bilderrahmen. Die Frage ist, wie gut lässt sich das Ausgleichen mit ordentlichen Flats, Dark for Flats und Bias? Dem will ich natürlich nachkommen um eben eine bessere Voraussetzung für den Hintergrund zu schaffen.
Wenn es sich aber nicht sauber ausgleichen lässt, dann bliebe die Variante ausschneiden oder aber doch Zurückhaltung üben beim Hintergrund.
Ausschneiden macht hier keinen Sinn bei dem Objekt. 

Was echt super wäre, den Chip der Canon 6D in einem großen Astrogehäuse mit Kühlung! Womöglich noch empfindlicher in der QE  Tongue 
aber bitte nicht 50Megapixel Confused

Die Sternabbildung freut mich auch, bei kritischem Hinsehen ist es jedoch noch nicht optimal in der Symmetrie über das ganze Feld.
Die Auswertung dazu sieht so aus:
   

Am Sonntag habe ich die klare Mondnacht benutzt um den Auszug besser auszurichten. In die Optik wurde nicht eingegriffen, sondern nur die Justagekappe mitsamt dem Auszug verkippt um den Sensor möglichst rechtwinklig in den Strahlgang einzubringen. Nach 2 h Wechselspiel von Justieren, Bilder gewinnen, beurteilen und wieder justieren... habe ich es erstmal belassen. Je besser es wird, desto feinfühliger muss vorgegangen werden und für eine weitere Steigerung ist auch gutes Seeing  (sowie gute Nerven) erforderlich. 

Aktuell bin ich hier angelangt und bin gespannt wie die nächsten Bilder aussehen werden:
   

Besten Gruß
Ralf
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Astrokarsten (18.10.2019), Florian B. (20.10.2019)
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#7
Hallo Ralf,

bei den Profis wird ein neues Equipment wie Kamers oder Spektrografen meistens monatelang justiert und dann niemals gewechselt. Da ist es schon sehr gut was du erreicht hast und überhaupt erstaunlcih bei dem permanenten Wechsel zwischen Okularen, Bino und Kamera, dass hier überhaupt etwas vernünftiges herauskommt. Hier braucht es eben Geduld und Liebe zum Detail... Daumen hoch 

CS!

Frank
Nur in einem ruhigen Teich
spiegelt sich das Licht der Sterne...
(aus China)
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#8
Hallo Ralf, hallo Christoph,

ja die Problematik mit dem kleinen Schacht ist offensichtlich. Die Frage ist, ob man das mit guten Flats hinbekommt. Alternativ ist es denke ich möglich das mit APP und der Hintergrund Extrahierung in den Griff zu bekommen. Das Programm weiss ja nicht ob es Lichtverschmutzung oder Schacht ist. In PI nehme ich dazu große Samples über das gesamte Bildfeld und dividiere das Bild durch das Hintergrundmodell. Kann das gerne mal testen wenn ihr wollt?

Christoph, in der Anlage eine Histogramm Bild so wie es in PI angezeigt wird.

   
Klaren Himmel und klaren Kopf wünscht Karsten
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Florian B. (20.10.2019)
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Florian B. (20.10.2019)




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