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Wieder mal auf Reisen
#1
Hallo zusammen und euch allen ein gutes neues Jahr.

Nach den ganzen letzten trüben und regnerischen Wochen ließ das Wetter endlich mal wieder Beobachtungen zu. Zudem war ich Gesundheitlich vier Wochen angeschlagen.  Doch jetzt in der Nacht am 29.12. und diese Nacht am 02.01. war es wieder mal soweit. Es ging mit dem 14" Dobson auf Reisen, hinaus in den Tiefen des Kosmos.
Nach dem ich mich erst mal in den Beobachtungslisten und Unterlagen Orientiert habe was ich noch so beobachten wollte, hatte ich wieder einen Plan.

Die schwächelnde Beteigeuze im Orion hatte ich mir schon im Fernglas angesehen und mit Bellatrix und Riegel verglichen. Sie hat jetzt meiner Meinung nach die Helligkeit von Bellatrix.

Nach der Routinemäßigen Kolimation des Dobsons mache ich erst mal einen Testbesuch bei M81/82 und stimmt mich trotz feucht kalter Luft zuversichtlich. Nebel ist nicht angesagt.

Im Stier fahre ich mal nach längerem den T Tauri Stern mit Hinds Nebel an. Diese sehr junge Stern und Vertreter seiner Klasse besitzt in unmittelbarer Nähe einen Reflexionsnebel. Es ist die restliche Staubwolke von seiner Entstehung. Ich musste ihn erst mal mit meiner ausgedruckten Aufsuchkarte im Gewimmel der Hyaden finden und hatte ihn dann nach einigen Suchen. Vom Reflexionsnebel kann ich wie von früheren Versuchen wieder nichts erkennen. Auch nicht mit UHC Filter. Ist also visuell zumindest keine einfache Sache und erfordert wahrscheinlich dunkleren Himmel.
NGC 1662 ist ein kleiner 6,4 mag heller offener Haufen mit einer interssanten Form und steht zwischen dem ausholenden Schwert des Orion und den Hyaden.  Schwieriger dagegen weil deutlich lichtschwächer ist der offene Haufen NGC 1663 der schon zum Orion zählt. Ihn hatte ich dann nach einigen Suchen und er hebt sich nur schwach vom Hintergrund ab. Kann ihn jedoch im 9 mm Explore und 5 mm Nagler dann doch sicher ausmachen.

Jonkeere 320 alias PK 190-17.7 ist mit 11,8 mag ein relativ heller pipolarer PN und kann die deutlich längliche Form bei 400x erkennen.

In meiner Beobachtungsliste stehen noch ein paar Galaxien aus. NGC 1550 1587 und 1589 kann ich nun einsammeln. Sie sind zwischen 11,7 mag und 12,1 mag hell und sind 170 Mio Lj entfernt.

Fast hätte ich den aktuellen und relativ hellen Kometen C/2017 T2 Panstarrs vergessen. Er hält sich derzeit im Perseus auf und hat ca 9,5 mag. Seine nebelige längliche aber kurze Form kann ich sicher erkennen.

Der kleine aber kompakte helle offene Sternhaufen NGC 2506 im Monoceros ärgert mich schon lange. Er lässt sich bei meinem aufgehellten Südhimmel und seiner relativ niedrigen Deklination nicht auffinden. Hier muss einmal eine Feldbeobachtung unter Landhimmel Abhilfe schaffen.

Meine bevorzugte Beobachtungszeit ist die zweite Nachthälfte ca 00:00 - 03:00  Da herrscht mehr Ruhe, weniger Störlicht und der Himmel ist dadurch etwas dunkler. So beobachte ich häufig der aktuellen Jahreszeit ein bisschen vorraus.

Im Nordwestlichen Teil der Hydra stehen auch noch Galaxien aus. So fahre ich die NGC 2718 an.  Sie ist mit ihren 13,3 mag ist für meinem Himmel hier kein leichtes Objekt und so dauert es schon ein Weilchen, bis ich die 180 Mio Lj entfernte Galaxie sicher idendifiziern kann. Leicht dagegen die 64 Mio Lj entfernte NGC 2775 mit 10,2 mag die sich recht gut als ovales Nebelchen abhebt.
MCG 1-24-1 wird im Stropek als schmale 13,2 mag helle egde on Galaxie beschrieben, die dicht bei einem hellen Stern steht und die Sicht erschwert. Ich kann sie leider nicht sicher ausmachen. Dunklerer Himmel ist nötig.

In meinen Beobachtungslisten landen auch immer wieder Beobachtungstips aus dem VDS Journal. So auch das wechselwirkende Galaxiengrüppchen Arp 313 bestehend aus NGC 3994 mit 12,7 mag. Dicht daneben bildet die längliche NGC 3995  12,3 mag ein schönes kleines Päärchen. Gleich nördlich dann das Päärchen NGC 3991 irregulär mit 13,5 mag und UGC 6933 mit nur 14,9 mag. Ein kleines Grüppchen aus vier Galaxien, allesamt 160 Mio Lj entfernt.  Das Grüppchen liegt etwas abseits zwischen Leo, Coma Berinices, Canis Venatici und den südlichen Ausläufern von Ursae major. Jetzt zur fortgeschrittener Stunde gegen 02:30 steht die Region hoch genug. Nach einigen Suchen bin ich dann bei ihnen angekommen und kann deutlich die drei NGC Galaxien im 9 mm Explore und noch besser im 5 mm Nagler idendifizieren. Eine Kette von drei helleren Feldsternen erleichtert das Aufsuchen. Von der schwachen UGC ist leider nichts zu sehen. 

Ursae major steht schon hoch im Nordwesten und sehe mir zum Abschluß nochmal im Vergleich zu Beginn fast im Zenit M81/ 82 an. Jetzt zeigen sie sich noch kräftiger aufgrund der gewonnen Höhe und der mittlerweile besseren Durchsicht. So auch die Sonnenblumen und Wirlpoolgalaxie. Die hellen Klassiker eben zum Ausklang.

Der Dobson ist total ausgekühlt und hat seine Arbeit wieder trotz feuchter und inzwischen - 6° kalter Luft gut gemacht und die Sterne sind auch bei hoher Vergößerung schön scharf abgebildet. Trotzdem höchste Zeit und packe Zufrieden wieder mal auf "Reisen" gegangen sein zu können zusammen.
"Einen Klaren Himmel , und lasst uns wieder das Staunen lernen"

Viele Grüße  Philipp 


"Das schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle"    Zitat von Albert Einstein 
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