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M 82 - die Zigarre in LRGB-Ha
#1
Hallo allerseits,

eigentlich war M82 gar nicht mein Favorit, aber starker Nordostwind bedingte an einigen Tagen der vergangenen Schönwetter"epoche" eine eingeschränkte Objektauswahl.
Mit dem AOM-Refraktor 160/1600 hatte ich bisher nur Einzelbelichtungen von wenigen Sekunden machen können, weil die genutzte Montierung nicht guidingfähig ist und zu große periodische Fehler aufweist. Sie stammt aus dem Jahr 1925 und man sieht es ihr gern nach.
Spontan habe ich nun den 160er auf die ioptron CEM60 gesetzt und durfte erfreut feststellen, daß sie dem Gerät auch fotografisch gewachsen ist. Nur bei Wind wird es kritisch, aber vermutlich haben da auch kräftigere Montierungen ohne vornehmen Kuppelschutz Probleme. 
Innerhalb des breiten Datenstroms der letzten Wochen wurde die M82-Serie mit LRGB und H-alpha als erste fertig und bot sich für eine Bearbeitung an. 

Aufnahmedaten (alles mit 0,75 Reducer): 
L = 156 x 60 s (gain 100) = 2,6 Stunden 
RGB = 60 / 38 / 51 x 90 s (gain 100) = 3,7 Stunden
Ha = 60 x 300 s (gain 200) = 6,0 Stunden

Es wurde mehr RGB als L, aber die Zeit habe ich lieber in das H-alpha investiert, nachdem zu sehen war, daß 3 Stunden dafür zu wenig sind.

Die Bearbeitung ist an - hoffentlich kommenden - langen Regentagen sicher verbesserungsfähig. Die Luminanz brauchte keinen Rauschfilter.

In 40%iger Auflösung:

[Bild: M82-2020-LRGBHa-ACA-40pr1056x684-hp.jpg]

Und größer bei astrobin:
https://www.astrobin.com/1h1tyb/?nc=user



Gruß Lars
Folgenden 11 Usern gefällt Lars's Beitrag:
Astrokarsten (03.05.2020), Christoph (30.04.2020), el_Micha (05.06.2021), Florian B. (02.05.2020), Karsten (01.05.2020), Martin.F (04.05.2020), Philipp (01.05.2020), Rainer K. (10.05.2020), tschetto (30.04.2020), Ulf (01.05.2020), Uwe (01.05.2020)
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#2
Hallo Lars,
die Aufnahme konnte ich schon bei astrobin bestaunen.
Besonder den Ha Bereich hast du klasse herausgekitzelt Cool
Grüße: Thilo

AstroBin-Thilo
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#3
Hallo Lars,
außergewöhnlich gute Detailauflösung dieser Galaxie hast Du hinbekommen. Daumen hoch

Mich würde interessieren, ob bei dieser Explosion im kosmischem Maßstab ein fiktiver "Planet Erde" in dieser Galaxie Ihre Lebensbedingungen für uns Menschen verlieren würde bzw. wie die Auswirkungen wären.
Eine Antwort erwarte ich nicht wirklich auf diese Frage, jedenfalls hat sich dieser Gedanke beim Betrachten des Bildes entwickelt.

Besten Gruß
Ralf
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#4
Hallo Lars,

die Details auf deiner Aufnahme sind schon Bemerkenswert und erinnern an das berühmte Bild von Hubble. 
So weit ich weiß handelt es sich nicht um eine Explosion, sondern um eine gewaltige Sternentstehungsregion. M82 ist eine Starburstgalaxie angeregt durch die gravitative Gezeitenwirkung von seinem großen schweren Nachbarn M81


Viele Grüße  Philipp 


"Das schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle"    Zitat von Albert Einstein 
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#5
Servus,

die Details sind ausgezeichnet!  Daumen hoch Die Belichtungszeit hat sich gelohnt und wurde nicht wie bei vielen Bildern auf anderen bekannten Bild-Plattformen glatt gebügelt. Dein Bild zeigt, dass Details wichtiger sind als absolute Rauscharmut, wobei man hier sowieso nur marginal etwas davon wahrnimmt.

Grüße,

Florian
Astrobin
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Astronomie, einer der schönsten Gründe, nachts nicht schlafen zu gehen!
(Zeiss-Werbung)
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#6
Hallo Lars,

ja das sind mal Details! Wahnsinn die Auflösung der Halpha Filamente. Wie das wohl als Bewohner eines Planeten in M82 aussehen mag?

Ich habe auch sehr viel Daten sammeln können und bin noch in der Sichtung der Daten. Das erste Bild kommt später. Auch ich konnte zwei Nächte nicht belichten, weil der Wind bis 23 Uhr so stark war dass Fotografie nicht möglich gewesen wäre.
Klaren Himmel und klaren Kopf wünscht Karsten
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#7
Hallo Leute,

vielen Dank für die Einschätzungen !

Die Einbindung von H-alpha habe ich hier zum ersten Mal durchgeführt - nach dem Motto: wenn man es irgendwo üben will, dann zuerst bei M 82...
Mehr H-alpha bei einer Galaxie ist gar nicht denkbar und vom Ergebnis her gibt es zum Glück Beispiele, die eine Idee davon geben, wohin die Reise ungefähr gehen sollte.
Zum Glück wird die Arbeit durch APP erleichtert, wo ja alle Kanäle sorgfältig aufeinander ausgerichtet werden können.
Die Mischung des H-alpha mit der Luminanz und dem Rotkanal war dann gut in Affinity Photo möglich.

Das Rauschfilter wird umso mehr arbeitslos, je mehr Belichtungszeit gesammelt ist. Irgendwann kann man ganz darauf verzichten und somit wirklich alle Details behalten. 

Inzwischen betrachte ich solche Aufnahmen mehr oder weniger auch als "offene" Projekte. Es lassen sich immer mal Serien von lights hinzufügen, d.h. wenn der ganze Bearbeitungsprozess einmal steht, geht man den Ablauf mit den zusätzlichen Daten neu durch.

Gruß Lars
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