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Galaxien und Jagt auf Pluto
#1
Hallo,



die Wetterlage hat uns in letzter Zeit weiterhin immer wieder schöne kllare Nächte beschert, die ich natürlich nicht ungenutzt lassen wollte. Wie ich im letzten BB geschrieben hatte, suchte ich den Herkuleshaufen auf und konnte auch mit hilfe von Ralfs Aufnahme etliche Mitglieder idendifizieren. 




Ein weiteres schönes Bild von der kleinen Galaxiengruppe NGC 5965/63/69/71, dass Christoph im Mai hier ins Forum stellte, inspirierte mich ebenfalls sie visuell nach zu vollziehen. Das Päärchen NGC 5965 und 5963 hatte ich bereits vor einiger Zeit beobachtet. NGC 5963 liegt mit 110 Mio Lj am nächsten. NGC 5965 und 5971 werden mit 170 Mio Lj angegeben. NGC 5969 die schwächste gar mit 580 Mio Lj  Somit handelt es sich nicht physisch, sondern lediglich um eine visuelle Gruppe




In der Nacht am 19.06. herrschte gute Durchsicht bei trockener Luft.  Ich wollte mal Versuchen die beiden schwächeren Mitglieder NGC 5969 mit 15,1 mag u 5971 14,7 mag (lt. Sky Safari) auszumachen. Eine ziemliche Herausvorderung, auch mit dem 14" Dobson unter nicht optimalen dunklen Himmel. Die Region war schnell gefunden und die beiden helleren Mitglieder NGC 5965 11,7 mag und NGC 5963 12,4 mag waren auch gleich zu sehen. So konzentrierte ich mich auf die umgebenden Feldsterne, um die beiden schwächeren Mirglieder zu orten. Konnte aber nichts erkennen. So ging das eine ganze Weile immer im Vergleich mit der Karte und dem Foto, bis ich mir die Positionen genau eingeprägt hatte, um dann dauerhaft am Okular bleiben zu können. So wurde das Auge immer besser adaptiert, bis ich NGC 5971 als schwache Aufhellung im 5mm und 3,5 mm Nagler bei hoher Vergößerung sicher wahrnehmen konnte. 14,7 mag, ich war doch überrascht ein so schwaches flächiges Objekt sehen zu können. Beflügelt vom Erfolg versuchte ich mit dann auch an NGC 5969 mit angeblich 15,1 mag. Jetzt wurde er wirklich richtig anstrengend und durch immer wieder leichtetes bewegen des Teleskops konnte ich langsamm dann immer wieder eine ganz schwache flächige Aufhellung wahrnehmen. Ich wiederholte das Spiel immer wieder, bis ich mir sicher war. Das stimmte mich nun sehr zufrieden, zu hause unter meinen Bedingungen doch so schwache flächige Objekte wahrnehmen zu können, wenn die Wetterbedingungen passen.



Ich sah mir noch ein paar schwache Galaxien an, unter anderem die schöne kleine Dreierkette im Draco NGC 5985/5982 und 5981 an. Verglichen mit der Anstrengung zu vor, war sie recht leicht zu sehen.




Dank der guten Witterung waren dadurch gute Beobachtungen an teils schwierigen Objekten möglich geworden, was mich sehr Zufrieden stimmte.











In den beiden Nächten 30.06. und 01.07.  lag der Schwerpunkt bei Pluto. Ihn versuche ich wenn möglich alle Jahre visuell zu erhaschen.  Kein leichtes Unterfangen bei dieser sehr südlichen Lage und aufgehellten Himmel. Doch ein Versuch ist es immer wert und die Durchsicht war wieder gut. In diesem Jahr ist die Region schnell gefunden, da Pluto imoment genau ca. ein Grad unter Jupiter steht und er als Leuchtfeuer dient. Vorbereitet mit genauer Aufsuchkarte machte ich mich ans Werk und musste erst mal sicher die schwachen Feldsterne idendifizieren. Im Schützen wo Pluto sich derzeit aufhält gibt es reichlich und können auch wenn sie so schwach wie Pluto selbst sind zum Problem werden, wenn es um die sichere Idendifizierung geht. Schnell ist er mit einem Feldstern verwechselt.




Im 5 mm Nagler bei 320x und 3,5 mm 457 x hab ich dann schließlich die genaue Position der Feldsterne geortet. Nun gilt es immer fleißig nachschieben und durchlaufen zu lassen. Die Augen schön dunkel adaptiert um dann schließlich an der angegebenen Stelle immer wieder ein ganz schwaches Aufblinken zu erkennen. Ich vergleiche auch die Position von einer Nacht zu vor und einer später, wo Pluto stehen sollte, kann aber dort kein aufblinken erkennen. Lediglich genau für die Stelle der jeztigen Nacht dem 30.06.  Das müsste er sein der kleine Zwerg denke ich mir. Sicherheitshalber sehe ich mir noch mal genau die Stelle für die nächste Nacht an und präge sie mir ein.




In der darauffolgenden Ncht dem 01.07. geht dann das selbe Spiel weiter. Wieder genaues Vergleichen und schauen , bis die Augen genug adaptiert sind. Trotz aller Anstrengun kann ich an der Position von der vorigen Nacht nichts wahrnehmen, jedoch dann nach einiger Zeit an genau der Stelle für den 01.07. blinkt es immer wieder mal schwach  auf.  Das stimmt mich Zuversicht lich und kann mir ziemlich sicher sein ihn erfolgreich beobachtet zu haben.




Zur Erholung noch Jupiter an dem ich zu vor noch die Verfinsterung von Kallisto schön verfolgen konnte. Sie dauerte an die zehn Minuten, da sie von den vier großen Monden der äußerste und langsamste ist. An Saturn mit seiner schönen Ringteilung steht in dieser Nacht auch die kleine Enceladus in günstiger Postion neben der Ringkante. Jedoch ist es verdammt schwer sie zu sehen. Der Helligkeitsunterschied zu dem riesigen Saturn ist gewaltig. Ich kann sie allerdings ein zwei mal ganz kurz aufblinken sehen. Die andern Monde Dione, Tethys, Reha, Japetus und natürlich Titan stellen kein Problem dar und schmücken Saturn schön.




Das Wetter scheint weiter zu halten und so beschloss ich eine dritte Nacht für eine bessere Pluto Absicherung. Es wird auch höchste Zeit, denn der Mond geht jetzt immer später unter. Aber ein kleines Beobachtungsfenster von gut einer Stunde bleibt mir noch um es zu versuchen. Also wieder raus und um 01:30 am Start. Sieht im Süden erst gut aus und hab die Region wieder genau im Okular, aber die Durchsicht hängt ein wenig hinter den beiden vorherigen Nächten. Zu dem schiebt sich jetzt nun rasch eine Wolkendecke von Nordwesten nach Süden und nach einiger Zeit war dann Ende der Vorstellung. Schade, eine dritte erfolgreiche Beobachtung wäre schön gewesen, aber immerhin zwei mal ging es.





Ich will versuchen in der nächsten Neumondperiode noch mal Pluto Fotografisch festzuhalten. Hatte ich letztes jahr auch schon versucht, aber Pluto ist sehr schwach auf dem Bild zu erkennen.


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"Einen Klaren Himmel , und lasst uns wieder das Staunen lernen"

Viele Grüße  Philipp 


"Das schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle"    Zitat von Albert Einstein 
Folgenden 7 Usern gefällt Philipp's Beitrag:
Christoph (04.07.2020), Florian B. (06.07.2020), Karsten (07.07.2020), Martin.F (04.07.2020), Rainer K. (10.08.2020), Simon (04.07.2020), Willi (05.07.2020)
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#2
Hallo Philipp,

Glückwunsch zur Pluto-Sichtung. Pluto ist bei der aktuellen Lage nicht ohne. Aber es ist schon etwas sehr faszinierendes, wenn die Eigenbewegung über zwei Nächte hinweg wahrnehmen kann. Vor allem wenn man bedenkt, dass dieser für einen Umlauf gute 248 Jahre benötigt. Da können wir noch lange warten, bis er bei uns höher kommt. Tongue Ich konnte Pluto damals auf La Palma beobachten. Leider hab ich damals keine Zeichnung angelegt, sondern das Beobachtete lediglich schriftlich festgehalten. Falls es das Wetter zulassen sollte, werd ich es mal mit meinem großen Dobson probieren.

Gruß
Simon
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