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Doch ohne Mütze...
#1
BB vom 12.02.2021

Hallo,

gestern war es endlich soweit - nach einem fürchterlich "verwölkten" Januarhimmel und dem bisher dürftigen Februarwetter, konnte ich gestern endlich das 2021-Firstlight genießen (die kurze Venus/Saturn/Jupitersichtung bei Christoph in der Kuppel kann man nicht wirklich als Beobachtungs"nacht" zählen).

Auf Grund einer durch Dachlawinen mit Schnee überhäuften Terrasse musste letztendlich doch der Dobson als Beobachtungsgerät herhalten. Eigentlich wollte ich mit der SXD und dem AOM oder dem TMB an den Start. Dies wurde durch den Schneerutsch von meiner Photovoltaikanlage vereitelt. Die übliche Beobachtungsecke ist bis heute verschüttet.

Nun gut. Der 8" Dobs ist ja schnell auch auf unebenem Grund in Position gebracht und bescherte mir von 19:30 - 21:30 Uhr hübsche Ansichten des Wintersternhimmels. Die Transparenz war wechselhaft, aber doch gut zu gebrauchen, während die Luftruhe nur in wenigen Momenten ordentnlich daher kam.

So benötigte ich nur eine Hand voll Okulare (die später wie Eisklötze in Händen lagen) einen Stuhl und das Gerät in der Rockerbox. Spartanisch geht auch! Cool

Am Orionnebel den ich mit verschiedenen Übersichtsokularen genoss, konnte ich letztendlich neben den Trapezsternen die E-Komponente länger, die F-Komponente nur kurzzeitig erhaschen. Alles in allem war M 42 eine absolute Pracht - Nach der langen Entzugsphase kann es eigentlich nichts schöneres für die Sehzellen geben - nach so langem Entzug. Hier verweilte ich auch einige Zeit und ließ ihn immer wieder durch das Okular laufen.... daneben blieben NGC 1981 und 1975 freilich nicht liegen.

Neben ein paar Doppelsternen musste unbedingt der "Eskimo-Nebel" her. Die Temperaturen lagen mittlerweile im zweistelligen Minusbereich, aber dick eingepackt und windgeschützt hinter dem Haus konnte ich gestern auf eine Kopfbedeckung gut verzichten - zwei Aufwärmpäuschen im kuscheligen Wohnzimmer - die dienten auch zur Objektinfo auf der Sternkarte - verhalfen den bizzelnden Fingern wieder zur Normaltemperatur und ich fand auch schnell die Nummer des OH NGC 2420, der gleich um die "Ecke" lag.

M 35 mit NGC 2158 war das Objekt, welches ich länger im Fokus hatte, ehe ich richtung M 78 und dem Oriongürtel zurück schwenkte. Der Asterismus um Sigma Orionis erfreute mich wiedermal als echter Hingucker. Toll, wie die feinen Sternchen in unterschiedlichen Farben so nahe beieinander liegen und ein tolles Gesamtkunstwerk am Nachthimmel ergeben.

In guten, transparenten Momenten konnte ich auch die Nebelkante rund um den Pferdekopfnebel herausarbeiten. Allerdings war auch nicht viel mehr möglich mit den Vergrößerungen, die der Himmel gestern zuließ. Der Flame-Nebula NGC 2024 blieb entsprechend "blass". Das habe ich schon deutlich besser gesehen.

Der Telradhebel für die Teilkreise ging mit der Zeit immer schwergängiger und die Temperaturen sanken Minute um Minute. Mehrfach ließ ich auch einfach meine Blick so über die Sternbilder am Firmament streifen und erfreute mich der Ruhe und der Schönheit des Universums.

M1 - der Krebsnebel und M 45 - die Plejaden waren dann weitere Highlights die in dieser Nacht nicht Fehlen durften.

Nach gut 2 Stunden war dann der Hunger nach Photonen soweit gestillt, dass die warme Couch rief. Man muss es ja nicht gleich übertreiben und heute ist auch noch Gelegenheit. Es wird voraussichtlich auch wieder der Dobson sein, der raus muss. Da ist man einfach am fexibelsten. Ich kann nur allen empfehlen die Nächte zu nutzen. Die Eindrücke und Objekte bleiben sicher lange im Gedächtnis eingefroren...

Big Grin Tongue Sleepy
the sky is the limit

Gruß Uwe

"Sehen ist schwieriger als Glauben" Zitat aus "Die Kometenjäger"

http://www.the-night-black-white.de
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#2
Hallo Uwe!
Gemessen an den Temperaturen und Möglichkeiten gestern ein Daumen hoch !

Schöner Bericht! Nur heute ist es noch kälter als gestern, Seeing genauso schlecht und die Durchsicht nicht besser.
Aber einen besseren Himmel hatten wir dieses Jahr praktisch noch nicht. Und im Sinne von "das Teleskop, das benutzt wird ist das beste", muss ich schreiben: der klare Himmel, der den Blick auf die Sterne zulässt ist derzeit der beste! Wink 

Werde wohl nachher wieder auf Asteroiden schwenken, wenn IC 410 an die Säule anschlägt... Blush

PS... ein zweites Teleskop oder Kameraset nehme ich erst gar nicht in Betrieb, lohnt sich nicht wirklich...
Viele Grüße
Christoph

https://www.klostersternwarte.de
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#3
Hi Uwe,
ich komme auch gerade von draußen. Eigentlich wollte ich endlich mal durch meinen Apo ein Foto machen, allerdings war das Seeing ziemlich mies, so dass ich die Aufnahmeserie abbrach und mich visuell am Orion und ein paar Doppelsternen erfreut habe.
Außderdem wollte ich bestätigt haben, dass sich meine Linsen oder auch die Fassung bei tiefen Temperaturen nicht irgendwie komisch verhalten....Test bestanden :-)
In Rußland ist es ja auch oft kalt.... Wink 

In ca. einer Std. will ich nochmal rauß, mal sehen wie Sirius B sich verhält...

Grüße Michael
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#4
BB vom 13.02.2021

Hallo Michael,

ich konnte meine Beobachtungen vom Vortag teilweise noch einmal nachvollziehen - Luft und Seeing waren auf alle Fälle vergleichbar. Eine gute Stunde war ich entspannt draußen. Dann kam Bernhard vorbei. Das einzig positive an Treffen in Corona-Zeiten sind die FFP2 Masken, die bei dem eisigen Wind im Gesicht für angenehme Wärme sorgen... Er wollten einen Beobachtungsplatz, der in Zukunft eventuell eine interessante Alternative für die "aus dem Ort heraus Beobachtungen" sein könnte, gemeinsam mit mir begutachten.

Eine gemauerte Hütte mit zwei Räumen, davor eine große Wiese mit freiem Blick auf Ost-Süd-West wäre vorhanden. Man müsste halt noch eine befestigte Plattform für die Gerätschaften errichten und schauen, dass das Pultdachhaus auch innnen komplett renoviert und einbruchsicher gemacht würde. Letztendlich hängt es auch am Eigentümer ob hier was geht. Die Stromversorgung ist heutzutage mit Fotovoltaikelementen und Batterien sicher kein größeres Hindernis mehr um das Gebäude frostfrei und warm zu halten.
Zwei nahegelegene Ortschaften sind von der Beleuchtung her eher kein Problem, einzig die Höhe von 230m ü. N. N. scheint mir nicht so ideal zu sein. In der Regel merkt man jeden Höhenmeter über dem "Dunst"! Bernhard hatte sein Fernglas dabei und begutachtete die örtlichen Voraussetzungen. Mir reichte der Blick nach oben, der vielversprechend war.

Wir sind dann zum Vergleich nochmal zu meinem Lieblingsplatz in der Nähe von Hof Baiertal gefahren. Dort könnte man vielleicht nach Rücksprache mit der Gemeinde auch einen Container auf unseren Acker stellen und ebenfalls eine gepflasterte Plattform einrichten. 350m ü. N. N. mit Rundumsicht und einer besseren Lichtabschattung Richtung Würzburg gaben einen atemberaubenden Anblick des Winterhimmels wieder. Die Milchstraße war gut zu erkennen und der Rundumblick ohne Störlicht sucht hier seinesgleichen.

Für mich stellt sich die Frage nach Aufwand und Nutzen. Die Hemmschwelle am Abend von zu Hause fort zu fahren ist schon hoch. Dagegen steht der Aufwand auf der Terrasse auf-  und abzubauen. Die Gerätschaften wären zu Hause bestimmt sicherer und günstiger gelagert.

Wer weiß, was die Zeit bringt.

Zumindest können wir nun wieder freudig in die Sterne blicken und erfreuen uns über die Schönheiten des Nachthimmels. Daumen hoch
the sky is the limit

Gruß Uwe

"Sehen ist schwieriger als Glauben" Zitat aus "Die Kometenjäger"

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