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Glasklare Nächte
#1
Hallo Sternfreunde,
wart Ihr auch draußen unter dem Frühlingshimmel?

Zwei kristallklare Nächte am Freitag und Samstag, wovon die erste Nacht winterlich kalt war und ich konnte mich nicht aufraffen. Trotzdem stand ich freiäugig am Freitag so gegen 23.00Uhr auf dem Balkon und sah die schaurig schöne Starlinkparade genau über meinem Kopf.

Gestern am Samstag sagte ich mir, wenn nicht heute wann dann? Die Wolken verzogen sich und als ich ab 23.00Uhr mit der Beobachtung begann, viel mir sofort diese extrem klare Luft auf. Sonst schwache Sterne konnte ich deutlich sehen und es hätte schon Spaß gemacht alleine freiäugig Sternbilder mit allen Sternen zu verifizieren.
Ich hatte aber bereits in der Dämmerung das ES BT 120 Fernglas auf dem Balkon aufgebaut. Diesmal auf ein „Vintage“ Linhof Stativ mit 50mm Kurbelsäule montiert. Als ich es mir bequem gemacht hatte, flog die Reihe der Starlinksatelliten weiter nördlich übers Dach.
Nach kurzem Einsehen mit den Panoptik 24 wurde schnell zu den 9mm Morpheus gewechselt. M 13 war das erste Ziel. Deutlich als Kugelhaufen zu sehen, wenn auch nicht mit den „Armen“ die größere Teleskope zeigen. Der Große Wagen im Zenit mit M51 als „südlichstes“ Objekt war das nächste Wunschziel. Die Kurbelsäule musste 50cm hochgekurbelt werden um bei 45° Einblick die Region anzupeilen. Es gelang mir auch und die Doppelgalaxie war deutlich sichtbar. Die Stellung war aber nicht entspannt und bei der Suche nach M101 habe ich aufgegeben.

M3 war das nächste Ziel, was auch hoch am Himmel steht aber auch mit 45° Einblick bequem zu beobachten ist. Im Fernglas nicht so aufgelöst wie ein Teleskop es zeigt, aber der Haufen schwebt binokular im Raum. Zum Thema bequem gehörten dann auch die 17,5 Morpheus mit den eingesetzten Abstandshülsen für die „Augenbraunauflage“. Hier entfaltete sich dieses unbeschreibliche Raumgefühl besonders eindrücklich und die Okulare mit 38x blieben nun dauerhaft im Fernglas. Das Abfahren der Sternbilder Com und Vir ließ M53 aufploppen, ebenso war NGC4565 in der Form klar erkennbar. Überrascht war für mich, wie hell und gemottelt M64 erschienen ist.

Einige schöne Doppelsterne sind beim Himmels-Sannen sofort aufgefallen, manche mit dem schönen Farbkontrast rot /blau ohne dass ich die Paare namentlich gesucht habe und hier nennen kann.
Xi Bootes habe ich gerade nachgeschlagen und ist mir im Bewusstsein geblieben weil sehr eng bei 38x und dazu mit großem Helligkeitsunterschied.

Am Balkon habe ich das Stativ etwas umgesetzt um mehr den Schutz der Hauswand gegen die Straßenbeleuchtung zu suchen. Der Sonnenschirm wurde nicht gegen die Sonne geneigt, sondern gegen Nachbars Wohnzimmerbeleuchtung. Der Balkon ist auch recht schwingungsanfällig, so dass die schwächeren Vergrößerungen hier sinnvoller waren.

M5 fiel in den Blick, als die Mittensäule niedriger gekurbelt wurde um tiefere Objekte einzufangen. Alleine das Schwenken durch den klaren Himmel gespickt mit Sternen machte richtig Spaß. Der nun kühlere Wind und und einsetzende Müdigkeit waren die „Spaßbremsen“. Also auf zu den Sommersternbildern, die Wärme verheißen. Ohne Brille ließ sich das Sternbild Leier freiäugig kaum sicher anpeilen und das Scannen in der Gegend brachte einen hübschen Wattebausch zum Vorschein. Hmmm, wer bist Du dachte ich mir?
Als GoTo geschädigter User braucht es den DeepSky Atlas für die einfache Antwort M56!
M57 ist natürlich keine Aufsuchleistung, aber das Teil war so richtig hell und ausgestanzt bei 38x, wie es mir noch nie im Bewusstsein war.
Der Abschluss war der Schwenk über die im Osten stehenden Sommermilchstraße, welche durch den Sternenreichtum erstaunte.
In dieser brillanten Nacht wäre jede Art der Beobachtung ein Genuss, aber für die kurzen 90min war mir das BT 120 gerade recht. Gefühlt war die Luftqualität so, wie ich es mir bei einem Besuch im Mittelgebirge erhoffen würde. Also ein Nacht zum Erinnern und zum Teilen hier im Forum.

Glasklare Grüße
Ralf
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Andreas-TAL (10.05.2021), Astrokarsten (19.05.2021), August (09.05.2021), Christoph (09.05.2021), el_Micha (18.05.2021), Florian B. (10.05.2021), Herbipollution (13.05.2021), Philipp (09.05.2021), Simon (10.05.2021), Uwe (10.05.2021)
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#2
Hallo Ralf!
Einen super Bericht über eine tolle Nacht hast du toll geschrieben! Daumen hoch
Interessant ist für mich, dass du die SQM-Werte besser als 21 mag/Quadratbogensekunde bestätigst, die ich selbst visuell so nicht nachvollziehen konnte. Für mich war die Nacht von Freitag auf Samstag nicht so klar. Ich hatte Probleme mit freiem Auge M 13 eindeutig zu erkennen.

Was so ein richtiges BINO hergibt ist einfach sagenhaft!

Selber habe ich noch in der Dämmerung Merkur und Venus aufgesucht und gefunden! Venus ist noch sehr nahe an der Sonne, aber Merkur stand noch richtig hoch am Westhimmel. 

Später habe ich den Himmel nach NEOs abgefahren. Dabei setzte ich bei der Software SkyChart die Funktion „Beobachtungsliste“ wieder erfolgreich ein. Mit einer Liste von zehn Asteroidenbezeichnungen, berechnet die Software die aktuellen Koordinaten. Mit dem Befehl „Reiseplan“ kann dann die Liste nacheinander abgefahren werden und das Teleskop stellt sich automatisch auf das nächste Objekt ein. 

In der Aufnahmesoftware NINA kann der Name des aktuellen Asteroiden von SkyChart eingelesen werden mitsamt seinen Koordinaten. Name und Koordinaten werden dann in das FITS–File abgespeichert, was die spätere Auswertung wesentlich vereinfacht. Gleichzeitig kann man in NINA nachschauen, ob man auch noch in der richtigen Himmelsgegend mit seinem Teleskop und Kamera fotografiert.

Der Tiefschlag erfolgte kurz vor 23:00 Uhr: zweimal ging die Parade der neuesten „Alan Musk – Satelliten“ über den Himmel! einfach grauslich und eine völlige Entstellung des Nachthimmels!  Angry


Die Bilder sind mit dem Smartphone (!) aufgenommen:

            

Wie hell die einzelnen Satelliten waren, sieht man an dem rechten Bild mit den einzelnen Punkten. Es ist nur 0,3 Sekunden belichtet! Jeder Satellit war wesentlich heller als die Sterne des großen Wagens!
Viele Grüße
Christoph

https://www.klostersternwarte.de
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August (09.05.2021), Herbipollution (13.05.2021), Rainer (10.05.2021), Ralf (10.05.2021), Simon (10.05.2021), Uwe (10.05.2021)
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#3
Hallo Christoph,
auf Dich kann man immer zählen, wenn der Himmel klar ist!
Freitag war ich nur kurz draußen, hatte aber einen guten Eindruck und der Samstag war praktisch ideal klar für meine örtlichen Bedingungen.

Die Luft war "lauschig"  und die 2km entfernten Windräder machten Geräusche wie ein Waschmaschine. Vom Maintal herüber aus Eibelstadt kam das Datam - Datam der Eisenbahn getragen als würde man neben den Gleisen stehen. Die Vögel war richtig eifrig mit Ihrem nächtlichen Konzert und offenbar auch gut aufgelegt.

So Astro´s,
outet Euch, wer war noch Draußen und weiß zu berichten Rolleyes 

CS
Ralf
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Christoph (11.05.2021), Uwe (11.05.2021)
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#4
Hallo Ralf,

Florian und ich haben ebenfalls diese kurze Phase des guten Wetters in der Nacht von Freitag auf Samstag genutzt. Die Bedingungen waren gut. Rechtzeitig bauten Florian und ich unsere Gerätschaften bei mir um die Ecke auf. Während wir aufbauten kam eine Gruppe gut gelaunter Damen vorbei, welche auch gleich interessiert fragen, was wir denn da so machen. Nachdem es richtig dunkel wurde, es muss kurz nach 23 Uhr gewesen sein, ging es mit dem Fotografieren und dem Beobachten los. Wir konnten ebenfalls den "Güterzug" der Starlink-Satelliten beobachten. Erst kam eine Vorhut mit etwa einem Dutzend. Kurz darauf kam dann die Armada, welche von Horizont zu Horizont reichte. In diesem Zuge (Achtung Wortspiel Tongue ) kamen wir dann auch auf das Thema Weltraummüll.
Interessant war die Balkengalaxie NGC 2903 im Löwen, welche sich im 16"er von ihrer besten Seite gab. Makarians Kette durfte natürlich nicht fehlen. Ebenfalls ein Zug Wink . Im Skorpion und im Schlangenträger gab es eine kleine Auswahl an Kugelsternhaufen zu bewundern. Nachdem die Leier recht hoch stand, wurde noch der Ringnebel beobachtet. Im Laufe der Nacht war auch die ISS sichtbar. Diese ließ sich  am Dobson bei rund 135-fach beobachten. Die Sonnensegel und die Module dazwischen waren klar erkennbar. Später dann beobachteten wir die aufsteigende Milchstraße aus dem Campingstuhl heraus.

Das mit dem Vogelkonzert in der Nacht kann ich bestätigen. Nachdem sich der Flugverkehr noch in Grenzen hält, ließ sich dieses Konzert ungestört mitverfolgen. In dieser Nacht war es sehr frisch. Die Wasserflasche, welche auf meinem Beobachtungstisch lag, war ordentlich mit Eis gefüllt. Auch war diese Nacht sehr feucht. Die Gerätschaften waren klatschnass. Zum Ende hin zog sich der Himmel Wolkenbändern zu. Um kurz vor 5 Uhr war ich dann zu hause. Florian hatte bis Rottendorf noch etwas länger zu fahren. Die Nacht von Samstag auf Sonntag habe ich leider nicht genutzt, da ich nicht sonderlich geschlafen habe. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt in die Flur zu fahren.


Gruß
Simon
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#5
Hallo!
Oh, ja die Vögel! Daumen hoch 

Immer toll beim Beobachten im Sommer die Nachtigall zu hören! Smile Cool Rolleyes Shy 

Ein besonderen Gast scheinen wir dieses Jahr wieder mit einer Eule (oder sogar ein Paar?) zu haben. Wenn die dann nachts über der Sternwarte kreisen, dann bekomme ich immer so meine eigenen Gefühle! Nicht dass mir noch ein Überflieger in den Spiegel sch...abernagt. Sleepy
Viele Grüße
Christoph

https://www.klostersternwarte.de
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Ralf (11.05.2021)
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Ralf (11.05.2021)
#6
Hallo,

Zwei Nächte konnte ich nutzen:

Starlink, Kometen und Galaxien.

Zwei Nächte im Mai.


Rund ein Monat ist seit meinem letzten Beobachtungen am Nachthimmel vergangen. Es wurde mal wieder Zeit, um mein Teleskop am Nachthimmel auszuführen. Doch leider gab es kein passendes Wetter dazu.


   

Am 7. Mai sah es nicht so aus, das es passendes Wetter geben würde, um per Teleskop zu fremden Galaxien zu reisen. Am Nachmittag wechselten sich Sonnenschein mit Wolken ab, zwischendurch regnete es, ich konnte sogar einen Regenbogen sehen.

Am späten Abend lockerte es am Himmel immer mehr auf. Ich war mir noch unschlüssig ob ich einpacken soll der nicht, nach einer weiteren halben Stunde des Wartens schaute ich auf der Seite der Fachgruppe Kometen nach aktuellen Kometen um mir mit Cartes du Ciel noch passende Aufsuchkarten auszudrucken.


Es konnte endlich losgehen.
Kurz nach Sonnenuntergang erreichte ich meinem Beobachungsplatz mitten in der Natur, noch nahe genug von mir Zuhause, aber weit weg genug von zu viel störenden Licht.
Während ich so langsam mein Teleskop, den 12" Newton auf der G11 aufstellte, konnte ich Merkur sehr hell und deutlich in der Dämmerung sehen.

Der Himmel und die Bedingungen:

Während der Nacht hatte ich einen wolkenlosen und nur wenig aufgehellten Himmel. Die Durchsicht war ganz gut. Auf dem Teleskop setzte sich viel Tau ab, der zu einer Reifschicht gefror.

   
Der Horizont nach Sonnenuntergang

Während ich aufbaute und fast damit fertig war, ging eine Nachricht auf mein Smartphone ein.
Ich überlegte wer nach 22Uhr noch etwas von mir will, gibt es Probleme in der Firma oder ist sonst etwas passiert und machte mich darauf gefasst, wieder abbauen zu müssen. Es war aber nicht so, meine Tochter schrieb mich an.
Als ich fertig war und nach Einbruch der Dunkelheit durch meinem Sucher schauend der ersten Kometen für diese Nacht zu finden, bemerkte ich aus dem Augenwinkel heraus irgend etwas am Himmel:

Ein Starlink Train...
Quer über den Horizont verlief eine Kette an sehr hellen Satelliten, helle Punkte, aufgereiht wie Perlen an einer Kette.
Ich dachte an meine Tochter, und rief sie an:

Hallo.
Hallo, schau mal raus nach Osten. Beeile dich.
Osten? Sonnenaufgang?
Ja.
Es dauert ein wenig, die Terassentür geht auf. Stille...
Alter Schwede! Die spinnen doch!
Das ist doch dieser Tesla.
Ja. Das ist ein Starlink Train.
Dürfen die das?
Der wird kaum danach fragen.
Viel Spass noch beim Beobachten.
Danke. Tschau.
Tschau.

Als die Starlinks weg waren, ging es los mit Beobachten.

Mein erstes Objekt war noch im Sonnensystem beheimatet:
Den Komet C/2020 R4 (ATLAS) konnte ich gut sehen. Einen Schweif konnte ich bei diesem Komet ebenfalls sehen.

Zwei Galaxien waren im gleichen Feld wie der Komet:
NGC 4414 habe ich als eine sehr helle und deutlich sichtbare Galaxie wahrgenommen die in Kantenlage ist. Um den Kern konnte ich dunkle Strukturen sehen, der Kern scheint im Süden von der Scheibe abgesetzt zu sein. NGC 4525 ist ein blasses, leicht ovales Nebelfleckchen ohne Struktur.

Als nächstes kamen die Galaxien NGC 4856, 4877 und 4902 in das Okular.
Alle drei Galaxien konnte ich gut sehen. NGC 4902 wirkte nicht gleichmäßig hell sondern etwas fleckig.

Mit C/2020 T2 (PALOMAR) beobachtete ich einen weiteren Kometen.
Der Komet war gut zu sehen, einen Schweif konnte ich nicht erkennen. NGC 5282 die im gleichen Feld stand entpuppte sich als kleine und sehr schwache Galaxie.

Messier 3 steht südlich vom Komet und der Galaxie. Er war im Okular ein großer und heller Kugelsternhaufen der bis in das Zentrum in einzelne Sterne aufgelöst war. Im 80mm Refraktor, meinem Sucher (und Finder) konnte ich den Kugelsternhaufen deutlich sehen.

Weitere Galaxien kamen ins Okular:
NGC 5965, NGC 5963 und NGC 5971 wurden beobachtet.
Eine dünne Linie am Himmel ist NGC 5965. Sie ist ein schmale und lange Aufhellung, 6:1 ausgedehnt. Die beiden anderen Galaxien sind Nebelflecke ohne Strukturen.


Inzwischen ist es zwei Uhr in der Nacht geworden. Nach einer Kaffee und Kekspause und den anhören von Froschkonzerten (die ab und zu abrupt aufhören um nach einigen Minuten Pause wieder anzufangen) und den Rufen von Eulen und Käutzen baute ich langsam ab.

Die Nacht hat mir Spaß gemacht.
Ich habe einiges sehen können, war mal wieder weit weg von der Alltagshektik in der Natur und konnte die Musik der Natur hören, was sehr erholsam war.
Eine Nacht konnte ich noch an dieser daran hängen, in der beobachtete ich ausschließlich Galaxien.

Viele Grüße
Gerd
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August (11.05.2021), Christoph (11.05.2021), el_Micha (18.05.2021), Philipp (11.05.2021), Ralf (11.05.2021), Simon (11.05.2021)
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#7
Galaxiennacht.

Die zweite Nacht im Mai.

Am nächsten Tag ging es weiter mit dem wechselhaften Wetter.

   

Mittags, bei der Beobachtung der Sonne zeigte sich ein eindrucksvoller Halo am Himmel. Der Nachmittag war wieder sehr wechselhaft, nach einen klaren Nacht sah es wirklich nicht aus.
Erst am sehr späten Abend begannen sich die Wolken wieder aufzulösen, so das ich mich entschloss, wieder raus zu fahren.

Auch in dieser Nacht war mein 12" Newton, parallaktisch montiert mein optischer Begleiter für diese Nacht.

Der Himmel und Bedingungen:
Zunächst war der Himmel klar und nur wenig aufgehellt. Die Durchsicht war gut.
Ab Mitternacht zogen dünne Wolken auf die nach und nach den gesamten Himmel überzogen.

In dieser Nacht beobachtete ich ausschließlich Galaxien:

NGC 4359 ist eine sehr schwache Galaxie. Eine gleichmäßig helle ovale Aufhellung ohne Strukturen.

Als nächstes kamen vier Galaxien an die Reihe:
NGC 4419, 4421, 4396 und NGC 4379.
Die Galaxie NGC 4419 war die schönste dieser Galaxien. Die Galaxie konnte ich deutlich im Feld sehen. Sie ist eine länglich-schmale Galaxie, 5:1 Ost-West ausgerichtet. In der Scheibe der Galaxie konnte ich dunkle Strukturen erkennen.
Die anderen Galaxien waren alle schwächere gleichmäßig helle Ovale.

Den Abschluss dieser Nacht bildete die Galaxie NGC 5248.
Die Galaxie ist eine etwas größere ovale Aufhellung mit einem kleinen nebligen Kern.

Inzwischen wurde der Himmel von dünnen Wolken überzogen, so das ich zusammenpackte.

Viele Grüße
Gerd
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Christoph (11.05.2021), Florian B. (12.05.2021), Hubert.H (11.05.2021), Philipp (11.05.2021), Ralf (11.05.2021), Simon (11.05.2021), Uwe (11.05.2021)
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#8
Danke für alle ermutigenden Sternenberichte hier. Ich schliesse daraus das sie noch da sind?!
In meiner Region hier habe ich nur Wolken und Regen, genausoviel wie Starlinksatteliten  Sad.
Bestätigen kann ich das nächtliche wundersame Vogelzwitschern, selbst 2 Stunden nach Dunkelheit.
Ich war einige male in der Mission in den Tropen, in Manaus. Von dort kenne ich das es nachts im Urwald nur ein bisschen leiser als tagsüber ist, aber nie still, so wie normalerweise bei uns hier. Klar hört man mal die nachtaktive Eule, aber doch kein Vogelkonzert. Was passiert denn da? Neben den Starlinksatteliten gesellen sich hier bei mir die "Schatten der Nacht" dazu = Fledermäuse.
So heute Abend sehe ich vereinzelt den Mond zwischen 1500 Wolken.  Sad
Gruss aus Unterfranken, Michael
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#9
Trotz Juni ( keine absolute Dunkelheit) DeepSky

Gestern Abend verzogen sich die Wolken und ich war von 00:00 bis 01:00 zur Beobachtung auf dem Balkon.
Ging ganz kurzfristig da da das Teleskop innen bei 22 Grad und aussen bei 20 Grad kaum Temperaturausgleich brauchte.
An meiner Seite, wie immer: unsere treue Hundedame Leia. Prinzessin Leia.
Der grosse Wagen / grosse Bär stand einsam am Zenit, kein Stern umringte ihn.
Beim Blick durchs Teleskop mit 27x Vergrösserung erspähte man nur wenige mehr. Galaxiensuche oder Nebel entdecken - zwecklos.
Ich schwenkte Richtung Süden und dann Rtg aufgehende Sonne, Osten und Blickte in die Milchstrasse.
Dort habe ich Ende Mai noch die Pracht und Fülle abertausender Sterne gesehen. 
Zum Vergleich, im Juni ca 1000 hellere Sterne im 
Okular  (2,5° Gesichtsfeld) die jeweils zusätzlich noch von 5 -10 schwächeren Sternen umringt sind.
Gestern, als der Himmel auch nachts nicht dunkel wurde: Man erblickt nur etwa 300 Hellere Sterne im Okular, der Rest wird vom hellen Himmel überstrahlt.
Sehr auffällig die Sterne leuchten schwach, die Starlinksatelliten leuchten im Vergleich dazu stark. Hat nichts mehr mit "einsame Nacht, nur Du und die Sterne" zu tun.
Damit blieb es dann bei einer kurzen Sicht, bei der ich nur 2 offene Sternenhaufen als besondere Objekte erkennen konnte.
Trotzdem war es schön, nach langen Regen und Wolkentagen mal wieder Sternenluft geschnuppert zu haben.
Die Sternenbilder sind viel leichter identifizierbar, da sie nicht so viel umsäumt sind von anderen Sternen.
Heute wäre ein guter Abend für Doppelsterne gewesen, hätte ich doch blos etwas dazu vorbereitet. 
Leider ist mein Sternenatlas noch nicht laminiert, und Din A3 Blätter bei feuchter Luft zerknüllen mochte ich nicht.
Sehr müde erreichte ich um 01:00 mein Bett. Unser Hund war auch sehr froh das es wieder rein ging.
Gruss aus Unterfranken, Michael
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August (11.06.2021), Florian B. (13.06.2021)
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August (11.06.2021), Florian B. (13.06.2021)




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