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Polarlichter in Island 2021 - Erkenntnisse und Vergleichswerte
#1
Servus,

ich möchte hier ein paar Erkenntnisse aus der Polarlichtfotografie aus meinem Island Urlaub 2021 teilen und ein paar Bilder dazu zeigen.

Generell ist die Fotografie von Polarlichtern gar nicht schwer. Egal ob APS-C oder Vollformat Kamera, die Einstellungen sind eigentlich die Gleichen. Eine Vollformat-Kamera mit großen Pixeln (Canon EOS 6d, oder Nikon d750, etc.) hat den Vorteil mehr Licht pro Pixel zu sammeln und der ISO Wert kann dadurch niedriger eingestellt werden, bzw. in der Bearbeitung hat man mehr Spielraum die Bilder zu strecken.

Man muss einfach ausprobieren. Die Anfangseinstellung bei mir häufig: Offenblende (also wenn möglich Objektiv immer maximal Licht sammeln lassen), ISO 800, 4 Sekunden.

Entweder einen Fernauslöser einsetzen oder z.B. wie bei meiner 6d mit Magic Lantern im Intervall laufen lassen. Dann kann man auch easy ein Zeitraffer-Video erzeugen. Hat man ein "Lichtsammel-Monster" mit sehr großen Pixeln, wie eine Sony A7s etc., oder aktuelle Kameras bis max. 24 MP, kann man bei helleren Polarlichtern auch ein Video machen, das richtig gut werden kann. Ich hatte mich aber auf Bilder und Zeitraffer-Sequenzen mit RAW Bildern konzentriert, da holt man für ein Timelapse Video mit dem mehr an Dynamikumfang und Nutzsignal einfach viel mehr raus.

Bei schwachen Polarlichtern muss man auch mal den ISO hochschrauben. Wenn man auch mehr Bewegungsdynamik der Aurora erfassen will, muss man die Belichtungszeit heruntersetzen, je nach Stärke der Lichter 1 bis 2 Sekunden. Häufig hatte ich beobachtet, das die Polarlichter anfangs wie festgefroren stehen, teils einen Bogen bilden. Nach z.B. 30 Minuten urplötzlich kommt Chaos auf und die Aurora bildet häufig säulenartige Strukturen und fängt an sich sehr schnell zu bewegen. Manche Bögen bewegten sich mit 20 bis 30 Grad pro Sekunde, teils sogar schneller. Nach ein paar Minuten Maximum fällt die Leuchterscheinung wieder ab. An zwei Nächten ging das zyklisch immer wieder alle 30 bis 60 Minuten so weiter.

Die Helligkeit erreichte teils geschätzte 50-60% Mondbeleuchtung, nur das alles grün am Himmel und am Boden wird. Bei starken Phasen kommen auch rote und teils violette Elemente dazu. Man braucht keine modifizierte Kamera um das aufzunehmen.

Übrigens: Es darf auch gerne teilweise Mondbeleuchtung sein. Die Polarlichter haben dann zwar etwas weniger Kontrast, aber der Vordergrund, die Landschaft wird genügend ausgeleuchtet und von der Farbgebung her wird das Bild häufig etwas harmonischer, wenn man z.B. ein tolles Vordergrundmotiv wie einen Wasserfall gefunden hat.

In meinem Urlaubsvideo im anderen Thread findet ihr am Ende einige Minuten Polarlicht-Zeitraffer Sequenzen.

Ein paar Beispielbilder hier.

Links: EOS 6d, 14mm, F2.5, 6 Sekunden, ISO 800; Rechts: EOS R, 17mm, F2.8, 6 Sekunden, ISO1250

         


Und da hatte ich Glück: Eine Atlas V Rakete war in Vandenberg gestartet mit einigen Satelliten an Bord. Stack aus 15 Bildern, je 14mm, F2.5, 2,5 Sek. ISO3200

   


Links: EOS R, 17mm, F2.8, 15 Sekunden ISO 2000; Rechts: EOS R, Panorama 6 x 6 Sekunden, 17mm, bei F2.8, ISO 2500

         


Und das geht auch mit dem Smartphone, wenn man nichts anderes zur Hand hat, bei starken Ausbrüchen. Freihand (intern gestacked) mit dem IPhone 12

         


Ich hoffe die Bilder gefallen euch und die Infos nutzen dem einen oder anderen in Zukunft.

Grüße,

Florian
Astrobin
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Astronomie, einer der schönsten Gründe, nachts nicht schlafen zu gehen!
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Folgenden 6 Usern gefällt Florian B.'s Beitrag:
Astrokarsten (30.06.2022), Christoph (13.02.2022), Jack Sparrow (16.02.2022), Martin.F (14.02.2022), Simon (13.02.2022), Ulf (13.02.2022)
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#2
Servus,

cool durch Recherche für die Überarbeitung am Polarlichter Bericht für die Zeitung habe ich gerade herausgefunden das ich umgerechnet auf die Ortszeit in Island, am 27.09.2021 bei der Atlas V Rakete gerade die 4. und letzte Zündung der Oberstufe nachts eingefangen habe. Was'n Glück!!!  Cool

Was man im Netz dann so alles findet:

   

Grüße,

Florian
Astrobin
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Astrokarsten (30.06.2022), Ulf (02.07.2022)
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