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DSLR auf der Suche nach Photonen
#1
Hallo zusammen,

nach Auflösung der Wolken habe ich gestern noch versucht ein paar Bilder mit meiner Nikon d5100 (APS-C) zu schießen.
Als vermeindlich leicht zu findendes Ziel sollte es der Eulennebel sein.

Als Objektiv kam ein Tamron 8/500mm Spiegeltele (da wird das Fokussieren zum Sport Big Grin  ) zum Einsatz.


Naja, gefunden hab ich den Nebel bzw. die Surfboard-Galaxie, aber die Qualität des Ergebnisbildes (nur kurz bearbeitet) ist nicht wirklich befriedigend.

   

Die Belichtungzeit insgesamt war wohl auch viel zu kurz.

Feste Blende 8 (vermutlich wohl ehr tatsächlich 10?? oder so) und ISO 3200:
35 Bilder x 20sec, (plus ca.6 darks und mit Siril gestapelt) ergibt also theoretisch ca.11,5 min Belichtung,
aber pro Blendenstufe muss man doch doppelt solange Belichten, meine ich, oder wie war das nochmal?

Mit meinen ebenfalls alten Tamron Zoom auf 210mm hab ich dagegen schon ein paar brauchbare Fotos geschossen.
(eine lange Belichtungsreihe bei guten Bedingungen steht aber auch da noch aus)

   

Gruß Heiko
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Uwe (30.08.2022)
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Uwe (30.08.2022)
#2
(24.08.2022, 22:41)heiko schrieb: ...
Feste Blende 8 (vermutlich wohl ehr tatsächlich 10?? oder so) und ISO 3200:
35 Bilder x 20sec, (plus ca.6 darks und mit Siril gestapelt) ergibt also theoretisch ca.11,5 min Belichtung,
aber pro Blendenstufe muss man doch doppelt solange Belichten, meine ich, oder wie war das nochmal?
...

Servus Heiko,

ja: eine Blendenstufe z.B. von F4.0 auf F5.6 bedeutet du musst doppelt so lange belichten. Man muss v.a. bei Fotoobjektiven mit Blendenlamelle als Aperturblende testen, wie weit man die Blende aufmachen kann. Klar, ein F2.8 Objektiv will man am liebsten bei F2.8 betreiben. Für bessere Abbildung an Sternen etc. muss man meist abblenden. Dass muss man aber selbst entscheiden, was man will.

Ich möchte nochmal ein wichtiges Thema aufgreifen, das ich früher auch erst verstehen musste. 35 x 20 Sekunden sind insgesamt 11,6 Minuten. Das stimmt. Aber die Belichtungstiefe sind trotzdem nur 20 Sekunden! Darks und Flats fallen raus bei der Berechnung, diese sind nur zum kalibrieren der Lights da (bei Darks: Hotpixel entfernen etc., bei Flats: Vignettierung und Staub-Artefakte auf Sensor/Filter rausrechnen/minimieren)

Was bedeuten 35 x 20 Sekunden gestackt? Du mittelst die 35 Bilder, Pixelwert für Pixelwert, ob nur einfaches mitteln (Average) oder mitteln mit Grenzwert um zu starke Abweichungen zu verwerfen (Clipping). Was macht das mitteln: Im Endeffekt ist das ein Tiefpassfilter. Zum einen: Es glättet das Bild, da das Rauchen minimiert wird. Gleichzeitig kommen nach dem Stacken schwache Details besser hervor: Hauptsächlich, weil das Rauschen durch das mitteln, also der Tiefpassfilterung, minimiert wurde. Gleichzeitig sieht man schwache Details von Nebeln und Galaxien mehr, weil wir jetzt eine Pixelstatistik sozusagen haben: wir haben 35 Bilder, auch wenn bei schwachen Objekten vielleicht nicht jedes aber die meisten Bilder Photonen eines Objekts aufgenommen haben, kriegen wir durch die vielen Bilder für jedes Pixel den "wahren Wert" immer besser heraus.

Also: 35 x 20 Sekunden bedeutet von der Belichtungstiefe her nur 20 Sekunden, aber mit viel besserem Signal-Rausch-Verhältnis. Deshalb spricht man von "in Summe 11,6 Minuten". Es entspricht aber nicht einer 11,6 Minuten langen Aufnahme. Man minimiert also alles Rauschen im Bild: Das der Kamera - Verstärker- und auch Ausleserauschen, thermisches Rauschen - aber auch von den Lightframes selbst: Photonenrauschen (ja Licht rauscht!!!!!!)

11,6 Minuten Belichtung macht bei unserem aufgehellten Himmel, zumindest ohne Schmalbandfilter, kaum Sinn. Und da bei mehreren Minuten Belichtung das thermische Rauschen dominant wird an der Kamera, macht es Sinn, kürzer zu belichten. Auch bei starker Lichtverschmutzung (ist ja ein flächiges Licht). Denn wie gesagt: Licht rauscht -Photonenrauschen. So auch die Lichtverschmutzung im Hintergrund! Viel Bilder helfen auch hier dieses Rauschsignal zu minimieren und die kürzere Belichtung reduziert das Störsignal Lichtverschmutzung auch schon vor dem Stacken. Durch Stacken sehr vieler Bilder kannst du aber viele Objektdetails wieder sichtbar machen durch weitere Bearbeitungsschritte.

Deine Nikon d5100 hat einen guten Bildsensor. Ein F8 Spiegeltele ist allerdings schon sehr lichtschwach. Ich hatte auch mal ein vergleichbares Objektiv. Ich würde es v.a. wegen der "pfrimeligen" Fokkusierung meiden. Investiere in eine Festbrennweite, so um die 200mm. Da gibts für Nikon F-Mount sicherlich gute gebrauchte Objektive mit guter Abbildungsleistung. Oder ein kleiner 2-Linser ED-Refraktor - preislich meist ähnlich, aber mit dem Okularauszug viel feinfühliger zu fokussieren.

Und dann meine Empfehlung: Viel mehr Bilder! Die 20 bis 30 Sekunden reichen schon, da kann man recht viel rausholen. Allerdings würde ich dann, da man den ISO schon hochsetzen muss wie du es gemacht hast - auf ISO 3200 - 200 bis 300 Bilder ansetzen für das Stacking!!! Wären dann in Summe bei 200 x 20 Sekunden 66 Minuten. Der Unterschied wir aber deutlich sichtbar sein beim weiteren bearbeiten.

Ich hoffe das bringt dich jetzt ein wenig vorwärts.  Smile

Grüße,

Florian
Astrobin
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heiko (31.08.2022)
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heiko (31.08.2022)
#3
Hallo Heiko,

ein schöner Bericht und na, ja... zu den Aufnahmen kann ich dir leider überhaupt nicht weiterhelfen. Aber bleib dran und dann wird das schon!!! Ich drück dir die Daumen.

Jetzt bin ich ja auch schon ein paar Jährchen am Himmel unterwegs, aber von einer Surfboard-Galaxie hab ich bis jetzt noch nie gehört. M 108 ist mir gut bekannt. Man lernt doch nie aus!! Danke für die Namensgebung - das prägt sich immer gut ein.

Daumen hoch
the sky is the limit

Gruß Uwe

"Sehen ist schwieriger als Glauben" Zitat aus "Die Kometenjäger"

http://www.the-night-black-white.de
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#4
Hallo Uwe,
ja man lernt doch nie aus .
Surfboard-Galaxie hab ich aber auch nur aus Stellarium abgeschrieben Confused .
Wenn ich mal dazu komme werde ich hier ein länger belichtetes Bild reinstellen.
Das Spiegeltele von Tamron (wohl eins der besseren) soll ja mehr ne Spasslinse zum Testen sein, nicht ernsthaft für Astro.
Aber Danke für die allgemeinen Erläuterungen zum Thema Belichtung (an Florian), so was liest Mann oder Frau (oder Es?) doch immer gerne.
Grüße Heiko
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Florian B. (31.08.2022)
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Florian B. (31.08.2022)
#5
Hallo,

meine Nikon konnte doch gestern tatsächlich nach hartem terrestrischen Einsatz wieder mal den Himmel beobachten.
Endlich konnte ich die Fokalprojektion (?) (also direkt am 200/1200 Dobson) mit einem Adapter mal testen.
Den hatte ich schon länger mal falsch gekauft (nun hab ich die Adaption aber doch noch hinbekommen).
Eigentlich wollte ich gestern nach Betrachtungen von Saturn und Jupiter Daumen hoch  doch auch endlich mal einen Blick auf den Mars werfen.
Dieser stand (ca.kurz vor 1Uhr) aber noch genau unterhalb vom Nachbarsdach Angry .
Also Kamera holen und Mond antesten, bis Mars zu sehen ist.

Hier also das Bild von unserem Trabi:
Fürs erste Mal Angel  bin ich doch zufrieden.

Es ist entstanden aus 10 Einzelbildern (ISO800, 1/640), mit Siril gestackt und mit GIMP/RAWTherapie verschlimmbessert.
Naja für quasi Null Aufwand ganz OK.

Ich hab auch mal ein Video erstellt und versucht die Einzelbilder zu stapeln,
das Ergebnis fällt aber doch hinter dem "normalen" zurück.

   

Gruß Heiko

P.S. der Mars kam auch noch für zwei Minuten, bevor Wolken aufzogen, klein aber rohot
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Florian B. (19.09.2022)
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Florian B. (19.09.2022)
#6
Hallo,

nochmal für alle zum mitlesen.  Wink

Wenn ihr ein Bild einfügt dann an die stelle im Text klicken wohin ihr das Bild möchtet und im Editor ganz unten auf "In den Beitrag einfügen" klicken. Big Grin
Astronomische Grüße
Ulf

[Bild: signatur.jpg]

Wer die Freiheit einschränkt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren!
Benjamin Franklin
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heiko (18.09.2022)
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heiko (18.09.2022)
#7
Hallo Ulf,

ich werde mal versuchen das Bild richtig einzufügen Angel .

Gestern habe ich versucht den Pacman-Nebel (NGC 281) mal mit meinen einfachen Mitteln einzufangen.

- meine APS-C mit Tamron 210mm bei ISO 3200 Blende 3,8 (bei 210 angeblich 4,0):

  geplant waren 90 Aufnahmen zu 20 sec,
  nach 47 kamen Wolken auf und es folgte der Abbruch;
  diese 47 Bilder (also ca. "15min") habe ich mit SiriL, GraXpert und Gimp bearbeitet. und das kam dabei raus:

   

Naja hab ich schon schlechter hinbekommen Big Grin .
Ich werde aber auf jeden Fall mal versuchen das gleiche Motiv richtig lange zu belichten (45 bis 60 min) um einen direkten Vergleich machen zu könnnen.

Grüße Heiko
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Ulf (21.09.2022)
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Ulf (21.09.2022)
#8
(21.09.2022, 10:00)heiko schrieb: Hallo Ulf,

ich werde mal versuchen das Bild richtig einzufügen Angel .

Grüße Heiko


...das erspart mir viel Arbeit Daumen hoch
Astronomische Grüße
Ulf

[Bild: signatur.jpg]

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