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ADC
#1
Hallo,

weil in einem anderen Thread die Frage aufkam...


...ich habe einen ADC und bin sehr zufrieden, die Bilder die ich damit machen konnte hatten deutlich weniger RGB Verschiebung als ohne.

Ich habe den ADC vom TS, dieser müsste aber Baugleich mit dem von ASI sein.


Funktion:

Zuerst  Mittenmarkierungsschraube in der Mittelstellung der Verstellung (Langlöcher) leicht festziehen und die zwei Verstellhebel mit dieser Schraube in eine Flucht bringen. 

Den ADC in den Oaz stecken und die Schrauben senkrecht nach oben ausrichten. 

Meine Version hat eine Wasserwaage was das Richtige einstellen bei Teleskopen mit Zenitprisma oder Newtons enorm erleichtert.

Die Wasserwaage so verdrehen das sie mit den Verstellschrauben fluchtet. (Die Mittenmarkierungsschraube steht jetzt im 90° Winkel zur Wasserwaage)

Den ADC in den OAZ stecken und mit Hilfe der Wasserwaage ausrichten. (Ins "Wasser" bringen)

Ein nicht zu groß vergrößerndes Okular benutzen und den ADC einstellen in dem man die zwei Verstellhebel gleichmäßig in beide Richtungen solange verstellt bis das Bild besser wird.
Am besten ein wenig weiter verstellen und wieder zurück um die optimale Position zu finden.

Wichtig ist die Verstellhebel immer gleich weit verdrehen, nicht unterschiedlich.

Ab und zu auf die Wasserwage achten, denn durch das weiter drehen der Montierung verstellt diese sich langsam und der ADC muss deswegen immer wieder korrigiert werden.

Wenn man es ganz genau machen will müsste man den ADC vor jeder Aufnahme mit den Verstellhebeln neu justieren da sich die Luftunruhe immer wieder verändert.
Astronomische Grüße
Ulf

[Bild: signatur.jpg]

Wer die Freiheit einschränkt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren!
Benjamin Franklin
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Florian B. (01.09.2022), Jens_M (05.09.2022), Micha-C8 (31.08.2022)
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#2
Hallo Ulf!

Erstmal vielen Dank für deine Ausführungen. Es ist also zusätzlich doch noch ein gewisser Aufwand neben den gewöhnlichen "Balanceabenteuern" am Dobson.
 Auf der TS-Seite steht ja, die Atmosphärische Dispersion begrenzt die Auflösung. Ist das wirklich so?
Bei sehr tief stehenden Objekten hat man natürlich einen Rot-Blausaum. Du schreibst, der wird deutlich weniger. Wenn ich jetzt ohne ADC arbeite und die Farbkanäle hinterher zurechtrücke, um wieviel schlechter ist das Ergebnis gegenüber dem ADC?
Ist ein ADC auch relevant, wenn ich mit einer Monokamera und RGB-Filtern aufnehme?

Viele Grüße,
Micha
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#3
Hallo Micha,

AutoStakkert hat einen sehr guten Automatischen RGB Align, auch der von Giotto ist nicht schlecht, so gut hab ich es per Hand nicht hinbekommen.

Planeten mit dem ADC aufgenommen haben von sich aus nur noch sehr wenig Atmosphärische Dispersion und den Rest bügelt dann AutoStakkert vollständig weg.

Ob es bei einer Mono Kamera was bringt kann ich nicht sagen.

Btw. Ich hab einen Newton der ja von Haus aus nicht so ein Farbwerfer ist, das hilf noch zusätzlich. 😉
Astronomische Grüße
Ulf

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Benjamin Franklin
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#4
Hallo Ulf!

Ich frage, da ich wirklich geneigt bin, mir so ein Teil zu kaufen.
Auf der anderen Seite scheue ich mich, meinen Imagetrain noch mehr zu einem Riesentrumm auszubauen.
Das wären jetzt der 2"->1,25" Adapter, die Barlow (u.U. sogar die lange 3x, wie bei meinem letzten Jupiter), Filterrad, Kamera.
Und dann noch der ADC dazu. Da muss ich hinten irgendwann ein Positionslicht an die Kamera machen Big Grin

Zitat:Btw. Ich hab einen Newton der ja von Haus aus nicht so ein Farbwerfer ist, das hilf noch zusätzlich. 😉
Dito Cool

Viele Grüße,
Micha

PS: Mit der automatischen Ausrichtung in AS3 habe ich folgendes Problem:
Wenn ich einen Stack in Registax lade und die Funktion RGB-Balance->Auto Balance ausführe, habe ich für Jupiter (glaube ich zumindest) fast perfekte Farben.
Wenn ich in AS!3 das Häckcen bei RGB Align setze und dann in Registax die Funktion RGB-Balance->Auto Balance ausführe, dann habe ich einen knallgrünen oder knallblauen Jupiter
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#5
Hallo Micha,

ja das kenn ich, der "Anbau" wird immer länger, zum Glück brauch ich kein Filterrad.

Mit Registax kenne ich mich nicht so gut aus, konnte ich mich noch nie so gut mit anfreunden, ich benutze Fitswork und PS aber ich könnte mir vorstellen das wenn du mit AutoStakkert ein RGB Align machst und dann noch einmal mit Registax hinterher es zuviel des guten ist. Entweder das eine oder das andere aber nicht beide.
Astronomische Grüße
Ulf

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Benjamin Franklin
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#6
Hallo Ulf!

Zitat:aber ich könnte mir vorstellen das wenn du mit AutoStakkert ein RGB Align machst und dann noch einmal mit Registax hinterher es zuviel des guten ist. Entweder das eine oder das andere aber nicht beide.
Nee, ich glaube, da reden wir aneinander vorbei. Ich meine die Funktion:
   
Das ist so, wie ein "Weißabgleich". Die Funktion links daneben ist fürs Align.

Viele Grüße,
Micha
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#7
OK, wie gesagt kenn mich mit Registax nicht so gut aus, aber vielleicht vertragen sich die zwei Funktionen ja nicht?

Mach mal mit AutoStakkert kein RGB Align und dann eins mit Registax und das andere hinterher, beim selben Ergebnis vertagen die zwei Funktionen sich nicht und wenn nicht verträgt sich AutoStakkert nicht mit Registax.
Astronomische Grüße
Ulf

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Benjamin Franklin
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#8
(31.08.2022, 20:01)Micha-C8 schrieb: ...Auf der TS-Seite steht ja, die Atmosphärische Dispersion begrenzt die Auflösung. Ist das wirklich so?
...

Servus,

ich habe da nichts gefunden bei der TS ADC Beschreibung. Im PDF steht, das ohne ADC durch die atmosphärische Refraktion ein deutlicher Auflösungsverlust entsteht und in der Bildbearbeitung nicht oder kaum korrigierbar ist.

Wenn du den "Turmbau zu Babel" vermeiden willst - genau das stört mich an den TS-, Omegon-, ZWO- und Sonstnochwas-ADCs auch, dann wäre das einzig bezahlbare ein Pierro ADC Mk3. Doppelt so teuer, glaube ich. Aber viel flacher und der Planet wandert nicht so sehr aus dem Bildfeld, wenn man korrigiert. Und dort hat man nur einen Hebel statt zwei (ist intern mechanisch gekoppelt für die beiden Prismen).

Allerdings hat der keine Wasserwaage. Aber ich wollte mir dafür einen Adapter bauen um den Horizont einzustellen. Solch ein Adapter kommt vorne auf den Tubus:
https://skyinspector.co.uk/atm-dispersio...ctor--adc/

Schau mal runter zu "ADC Orientation", da ist ein schönes Bild. Zwar kein z.B. 3d-gedruckter Adapter, hier ein angeklippter Maßstab oder sowas. Ich versuche es kurz auf deutsch zusammenzufassen:

Mit so einem Maßstab (oder was anderes langes, exakt gerades, dass man an den Tubus vorne befestigen kann), kann man den Horizont jetzt für den ADC ausrichten. 
  • 1. Vorab: Planet anvisieren und einstellen
  • 2. Maßstab mit kleiner Wasserwaage oder gutem Auge horizontal ausrichten
  • 3. Am Okular oder Kamera über den Okularauszug unscharf stellen
  • 4. Jetzt ist z.B. Jupiter so aufgebläht und hell, jetzt kannst du den ADC (vorher schon in Mittenstellung/Ausgangsstellung der Schieber) an der Horizontline ausrichten. Denn der Maßstab (oder gedruckter Adapter oder was aus Holz) wirft jetzt einen schönen, geraden Schatten, genau horizontal ausgerichtet.
  • 5. Maßstab/Adapter vorne vom Tubus abnehmen, scharf stellen los geht's: ADC Korrektur einstellen, bis die Farbsäume weg sind

So alle 30 bis spätesten 60 Minuten wieder machen, da bei einer parallaktischen Montierung die Horizontline kippt. Azimutal geführt wäre natürlich nur einmal der Aufwand.

Ja der Adapter ist ein wenig Aufwand. Ich will mir in ein paar Monaten mal was drucken. Aber aus Holz etwas einfaches gebaut, zum festklammern/aufsetzen geht auch. Der Pierro ADC ist halt wesentlich flacher, und macht einen stabileren Eindruck.

Ich hoffe das hilft dir und hoffentlich auch anderen.

Grüße,

Florian
Astrobin
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#9
Hallo Florian,

die Version 1 ist genauso aufgebaut und genauso groß wie der ADC von TS oder ASI.
Die Version 2 ist mit der "Ein Knopf Bedienung" schon ein schickes Teil aber ob es den dreifachen Preis rechtfertigt... Huh
Astronomische Grüße
Ulf

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Benjamin Franklin
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#10
(02.09.2022, 09:47)Ulf schrieb: Die Version 2 ist mit der "Ein Knopf Bedienung" schon ein schickes Teil aber ob es den dreifachen Preis rechtfertigt... Huh

Servus,

macht es halt leichter, außerdem ist der Pierro ADC viel flacher gebaut. Man baut keinen so hohen Turm. Ja, kostet mehr, aber das muss man dann abwägen. Trotzdem kein Vergleich zu Gutekunst ADCs, da liegt man dann jenseits der 4000 Euro!!!

Grüße,

Florian
Astrobin
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#11
Hallo!
Ich hatte ja von schlechteren Erfahrung mit dem ADC geschrieben.
Zusammenfassend vielleicht so viel (aus einem Gespräch mit Ralf):
- falls ein Objekt hoch steht oder keine bzw. sehr wenig atmosphärische Dispersion zu sehen ist, keinen ADC benutzen
- ansonsten: ADC "gerade" bzgl. Horizont ansetzen (Florian beschrieb eine gute, einfach Hilfe)
- Schieben, bis es passt (siehe Ulf´s Beschreibung)

Gestern hatte ich einen wabernden, Hula-Hoop tanzenden Saturn, 12° über dem Horizont.
Gerade mal Titan war zu sehen und dass es der Ringplanet war bei ca. 100x Höchstvergrößerung.
Den ADC rein und eingestellt. Plötzlich waren nicht nur Titan, sondern auch Dione, Tethys und Rhea zu sehen! Die Cassini-Teilung wurde sichtbar und Saturn stand fast ruhig im Okular. Vergrößerung ging dann weiter zu erhöhen bis 230x und die Cassini-Teilung war gut zu sehen, auch die atmosphärischen Streifen.
Das war sicher noch nicht exzellent von der Abbildung her, aber überraschend gut und vor allem eine ganz andere Hausnummer!
Viele Grüße
Christoph

https://www.klostersternwarte.de
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#12
Hallo Christoph,

man darf keine Wunder erwarten aber es hilft. Daumen hoch

Wenn der Planet hoch genug steht (was ja momentan eher selten der Fall ist) dann weg lassen ansonsten ADC rein und das beste daraus machen.
Astronomische Grüße
Ulf

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Benjamin Franklin
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Florian B. (03.09.2022)
#13
Moin zusammen!

Zitat:Den ADC rein und eingestellt. Plötzlich waren nicht nur Titan, sondern auch Dione, Tethys und Rhea zu sehen! Die Cassini-Teilung wurde sichtbar und Saturn stand fast ruhig im Okular. Vergrößerung ging dann weiter zu erhöhen bis 230x und die Cassini-Teilung war gut zu sehen, auch die atmosphärischen Streifen.
Christoph, das liest sich ja gerade so, als würde ein "simples" Stück Technik aus 2 Prismen Adaptive Optiken und künstliche Leitsterne überflüssig machen Cool
Spaß beiseite, kann das Zufall gewesen sein, dass just in dem Moment das Seeing besser geworden ist?
 Wie könnte der ADC seeingbedingte Oszillation ausgleichen?

Viele Grüße,
Micha
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Andreas Paul (04.09.2022)
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Andreas Paul (04.09.2022)
#14
Hallo!
Das Seeing kann der ADC sicher nicht gut machen, wenn es schlecht ist. Leider nicht!
Am besten ist: keine Luftunruhe und keine atmosphärische Dispersion.

Was mir aber schon bei Antares bei der ersten Beobachtung mit dem ADC auffiel:
Ohne ADC liegen (bei der Kulmination tief im Süden) Rot, Grün, Blau übereinander und das Zappeln des Sterns durch das Seeing verstärkt sich gegenseitig.
Mit ADC liegen die Farben wieder übereinander. Der Wow-Effekt war für mich am AP-EDT der Beugungsring um Antares, der plötzlich sichtbar wurde mit dem ADC!

Der Vorteil eines ADC ist sicher im Refraktor besser zu sehen als in einem Reflektor mit einem größeren Fangspiegel.
Kutter-System sind natürlich davon ausgenommen!
Viele Grüße
Christoph

https://www.klostersternwarte.de
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