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Grab&Go
#1
Ruhig hier im Forum aktuell!
Hallo, seid Ihr noch da?
   

Nunja, es könnte daran liegen, dass es im Dezember teils sehr kalt war und ansonsten das Wetter kaum Möglichkeiten zur Astronomie erlaubte.
Wenn es doch mal klar wurde fragt sich der bereits gesetztere Astronom „ Lohnt sich der Aufbau“ seines umfangreichen und gewichtigen Equipments?
Im Ringen mit sich selbst gewinnt dann häufig der komfortbewusste Teilhaber und die Beobachtung wird verschoben. Es ist dabei der Auf-und Abbau, der die eigentliche Hürde ist. Durchs aufgebaute Gerät würde man schon blicken, aber wenn´s dann kalt geworden ist, macht das Abbauen keinen Spaß. Raus bringt den Astronomen die Begeisterung, reinwärts die Kälte.
   
Eine Lösung für das Problem sind Grab&Go Geräte, also das komplette Gerät in einem Stück packen und rausbringen, genauso einfach wieder einpacken. Hierzu gibt es einige Lösungen, aber für mich habe ich geeignete Video-Neiger gerade erst entdeckt!
Einfache 2-Wege Neiger sind ungeignet für die Astronomie, weil Sie ungedämpft laufen und damit wackeln. Außerdem wird die Belastung mit zunehmender Beobachtungshöhe laufend größer und damit die Handhabung nahezu unmöglich.
Bessere Neiger haben eine Dämpfung und in der Höhenverstellung eine eingebaute Feder, welche die Belastung mit der Höhe kompensieren. Das funktioniert mit einem Fotomate Stativ VT-680-222R sehr gut für ein 82mm Großfernglas.
Bei größeren Ferngläsern oder auch Teleskope über 4kg Gewicht reicht die Federkraft nicht mehr aus. Insgesamt sind die meißten Grab&Go Stative und Montierungen nur bis 5kg ausgelegt.

Was tun wenn es schwerer wird, wie z.B. bei einem 100er Großfernglas oder einen Apo ab 90mm Öffnung? Sicherlich gibt es hier geeignete T-Montierung, aber der Bereich Grab&Go wird dann überschritten.

Nach der guten Erfahrung mit dem kleinen Fotomate Stativ/Kopf wollte ich wissen welche Möglichkeiten das große Fotomate Stativ VT-990-222R mit Neiger bietet. Das Gewicht des kompletten Stativs beträgt ca. 6kg und die Tragfähigkeit wird mit 20kg beziffert. Bei diesem massiveren Kopf ist das Balance System zuschaltbar und nicht permanent, wie beim kleineren Kopf.
   
So können auch hohe Gewichte in einem gewissen Bereich von der Federkraft abgefangen werden. Die Feder ist dabei so stark, dass unter 5kg Belastung nicht begonnen werden sollte.
Der Versuch mit einem 90mm Triplet war erfolgreich und die zusätzliche Belastung des 60mm Finders sogar willkommen. Bei nur zur Hälfte ausgezogenem Stativ ist auch eine hohe Vergrößerung praktisch nutzbar am Apo, wie es sich bei sitzender Position ergibt.
   

Das 120mm Großfernglas mit Okularen kommt auf ca. 9kg Gewicht und liegt weit unterhalb der angegebenenTragfähigkeit. Allerdings will die Masse gedämpft werden und nach Bewegung und Berührung schwingt das System ein gewisse Zeit nach. Deswegen erscheint mir diese Kombinaton mit höher ausgezogenen Stativbeinen nur geeignet für Vergrößerung bis max. 38x, also besser 24mm oder max. 17,5mm Okularen.
   

Eine gute Kombinaton stellt dieses Stativ mit einem 100mm Großfernglas dar. Nach ca. drei Sekunden Ausschwingzeit sind auch 100x Vergrößerung für Mond und Planetenbeobachtung nutzbar. Allerdings sollte für solche Vergrößerungen die Bedingungen schwachwindig bis Windstill sein. Häufiger wird das 100mm Glas für Beobachtung mit 24mm oder 17,5mm Okularen Tag und Nacht verwendet. Hier ist es sehr solide aufgestellt und eben Grab&Go geeignet. Ein 100er Glas mit 6,6kg Gewicht erlaubt schon tiefe Einblicke ins Universum und eine solide Aufstellung ist Voraussetzung. Verbunden mit dem ungefähr gleich schwerem Stativ ist es super transportabel und damit auch ein top Urlaubsgerät für die Tag- und Nachtbeoachtung.
   

Geht es solider, geht es noch feiner in der Bewegung? Ja, es geht natürlich besser, aber
eben nicht leichter!


Die Variante mit solidem Holzstativ und Ayo Master auf Hubsäule ist ziemlich an der Spitze des Komforts, aber natürlich auch genauso weit von Grab&Go entfernt.
Wenn allerdings das „Go“ durch „Drive“ ersetzt wird, sieht die Welt wieder ganz anders aus. Berlebach hat gerade einen neuen Stativwagen für die „Planet“ Serie platziert, woran ich nicht völlig unschuldig bin.
Das aufgebaute „Ungetüm“ kommt an die 50kg Marke, muss aber weder gehoben noch zerlegt werden. Durch schrittweises Anheben der Stativbeine komme ich auch über den 5cm hohen Türholm hinweg und fahre die Gerätschaft innerhalb einer Minute auf die Beobachtungsterasse. Dort kann ich den Ort in der Nacht verändern und die Feststellschrauben erlauben auch einen Höhenausgleich des Gefälles.
Auch ein Weg schneller bei den Sternen zu sein und noch wichtiger, schnell wieder zurück ins Haus zu kommen.
   

Übrigens sind die Malereien durch künstliche Intelligenz erstellt worden, woran ich sozusagen das Copyright habe.

   
Fragen sind hier gerne willkommen. Wenn sich Jemand mit dem Gedanken an der Anschaffung eines Großfernglas trägt und neben Beratung auch einen Lieferanten sucht, so stehe ich auch gerne zur Verfügung.




Allerseits wünsche ich einen kurzen Weg zu den Sternen


Ralf
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August (29.12.2022), Herbipollution (Gestern), Martin.F (29.12.2022), Philipp (01.01.2023), Uwe (30.12.2022)
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#2
Hi Ralf,

long time no read or see Wink

Wie Du weißt hab ich´s ja net so mit dem beidäugigen... nach vielen verschiedenen grabsch-und-geh Varianten bin ich mittlerweile wieder in etwa da angekommen wo ich refraktormäßig mal gestartet hatte...

     


Erkenntnisse nach einigen Jahren Morbus-Refraktorev 

- kleiner 4" Zoll ist mir zu klein
- ich liebe die GP - ist jetzt meine fünfte???
- manuelle Feintriebe sind was Feines
- manchmal ist´s aber auch fein wenn´s automatisch läuft

...und so ist mein allzeitbereites g&g Gerät nun ein klassischer 4" FS auf GP mit einachsiger Nachführung so bleibts noch relativ leicht und kompakt - ok nicht gaaanz one way aber fast Wink 

Viele Grüße, klare Nächte und guten Rutsch!
Christoph
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#3
Hallo Ralf, schöner Bericht!

die letzte Zeit war echt mühsam...zum fotografieren war es aufgrund der Himmelsqualität auch nicht so toll.
Vielleicht kann ich mich dieses Jahr doch mal durchringen zu meiner Wunsch CCD.
Am Mars ging ab und zu mal was, im Refraktor eine Augenweide.

Christoph, meine GPD2 wird auch nicht hergegeben..... :-)

Viele Grüße und guten Rutsch Michi
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Ralf (31.12.2022)
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Ralf (31.12.2022)
#4
Prost Neujahr ans Forum!

@ Christoph
Ja ich weiß, Du bevorzugst Zyklpenbeobachtung Smile 
Bei kurzen Laufwegen muss es ja nicht das strenge G&G sein, was im Grunde nur eine Hilfe ist, die Hürde des Hinausgehens zu überwinden. Ist man draußen, dann läufts mit der Beobachtung.
Übrigens macht Dein stylisches Equipment auch in der Wohnung eine gute Figur Daumen hoch 
Nur den Baader Zenitspiegel bitte in der Wohnung entfernen, der stört irgendwie das Gesamtbild Big Grin 

@Michi
Ich kann Dir eine moderne CMOS empfehlen, der Sprung ist schon deutlich sichtbar. Gerade bei lichtverschmutzdem Himmel lässt sich mit einigen modernen Filtern heute mehr leisten, als es vor ein paar Jahren möglich war.
Allerdings ist Fotografie zeitaufwändig und nur mal kurz Belichten geht praktisch nicht. So eine schöne Marsbeobachtung wie Du schreibst, geht immer und lässt Dich mit einen Lächeln im Gesicht nach der Beobachtung ins Reich der Träume gleiten.

Also Leute, dann mal möglichst oft "ran ans Gerät" in 2023

Ralf
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Andreas Paul (01.01.2023), Michael (01.01.2023)
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#5
Hallo Ralf,

ich wünsche dir und allen anderen im Forum ein gutes neues Jahr. 

Wie du schon geschrieben hast: Der bereits gesetztere Astronom überlegt sich doch das eine und andere mal ob er bei zweifelhaften Wetter raus gehen und aufbauen soll. Selbst "nur" beim visuellen Beobachten und weill man so manches gefühlt schon tausend mal gesehen hat. Bei meinem 14" Volltubus Dobson geht es ja noch, da er doch relativ schnell startklar ist. Dennoch hatte ich schon das eine und andere mal nach nicht mal einer halben Stunde zusammenpacken dürfen. Dann eben mit leichterer Bewaffnung raus, wenn die Sucht zu groß wird.
Meine "Grapsch und Go" Variante besteht aus einer mittlerweile alten EQ1 mit manueller Achssteuerung, darauf wahlweise der 70 / 474 mm APO oder das 50 mm Lunt für die h alpha Sonnenbeobachtung. Ergänzend dazu das 70 mm Fuijinon Fernglas. Beide insbesonders der kleine APO bringen selbst bei kleiner Öffnung und nur kurzen Beobachtungsmöglichkeiten Spaß und Beobachtungserfolg.
So mache ich das auch schon lange. Das komplette Gerät rausstellen und eben schnell wieder rein, wenn man keine andere Möglichkeit wie eine Sternwarte oder Säule hat.


Viele Grüße  Philipp 


"Das schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle"    Zitat von Albert Einstein 
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Ralf (01.01.2023)
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Ralf (01.01.2023)




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