07.01.2025, 08:27
Hallo Astrofreunde,
anbei mein bisher aufwendigstes Projekt. Lange lag es auf der Platte. Die erste Bearbeitungsversuche führten nie zu einem ansprechenden Ergebnis, aber über die Feiertage habe ich mich dann doch endlich einmal drangesetzt und ein vorzeigbares Bild kreiert.
Zu sehen in blau Ou4 der Tintenfisch, der sich vor Sh2-129, der roten Fledermaus präsentiert.
Aufgenommen wurde es bereits im Juli und August. Insgesamt sind in 6 Nächten fast 26h Belichtungszeit zusammengekommen. Grund ist der Tintenfisch, der nur sehr schwach im OIII leuchtet. Belichtet also wieder mit meiner Monokamera im HOO, die Fledermaus leuchtet in Ha. Dadurch entfallen allein 20h auf OIII, 5h Ha und 30min für die RGB Sterne.
Es ist schon erstaunlich, dass man auf einzelnen OIII Bildern nicht einmal annähernd den Tintenfisch erkennen kann, erst durch das Stacking am ersten Tag trat er dezent zum Vorschein, es brauchte also noch viele Nächte, um ihn so zu zeigen und ist immer noch an den Rändern sehr schwach. Er wurde erst 2011 entdeckt von einem Astrofotografen.
Viele Bilder im Internet haben noch einmal doppelt so lange Belichtungszeiten. Aber die Frage ist, wieviel mehr ich in Würzburg bei der Lichtverschmutzung noch hätte herausholen können. Evtl. wären schmalbandigere Filter hier hilfreich.
Tücken gab es aber auch in der Bearbeitung, das Strecken eines solch schwachen Objekts ist auch mit GHS nicht ohne. Durch die niedrige Auflösung meiner Kamera sind einige Pixel im OIII viel heller als die Umgebenden. Die Folge war eine sehr raue und pixelige Struktur, es gefiel mir gar nicht und ich fand keine ansprechende Lösung, weshalb das Projekt erst einmal ruhte.
Im Endeffekt kam ich dann auf die radikale Idee das Bild zu blurren, es also dadurch viel unschärfer zu machen als es sein könnte, aber ich finde es so ansprechender als die sehr fleckige Struktur.
Ich hoffe das Bild gefällt trotzdem.
Hier noch ein paar Infos, die ich frech von Daniel Nimmervoll kopiert habe.
" Der Tintenfischnebel ist anscheinend von der rötlichen Wasserstoffemissionsregion Sh2-129 vollständig umgeben, trotzdem waren seine tatsächliche Entfernung und Natur schwierig zu bestimmen. Doch eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass Ou4 etwa 2300 Lichtjahre entfernt ist und wirklich im Inneren von Sh2-129 liegt. Dementsprechend wäre Ou4 ein spektakulärer Ausstrom von HR8119, einem Dreifachsystem heißer, massereicher Sterne, die wir im Zentrum des Nebels sehen. Der wahrhaft gewaltige Tintenfischnebel ist physisch fast 50 Lichtjahre groß. "
Beim Klick aufs Bild gehts zu Astrobin. Anbei dann noch die sternlose Variante angehängt.
anbei mein bisher aufwendigstes Projekt. Lange lag es auf der Platte. Die erste Bearbeitungsversuche führten nie zu einem ansprechenden Ergebnis, aber über die Feiertage habe ich mich dann doch endlich einmal drangesetzt und ein vorzeigbares Bild kreiert.
Zu sehen in blau Ou4 der Tintenfisch, der sich vor Sh2-129, der roten Fledermaus präsentiert.
Aufgenommen wurde es bereits im Juli und August. Insgesamt sind in 6 Nächten fast 26h Belichtungszeit zusammengekommen. Grund ist der Tintenfisch, der nur sehr schwach im OIII leuchtet. Belichtet also wieder mit meiner Monokamera im HOO, die Fledermaus leuchtet in Ha. Dadurch entfallen allein 20h auf OIII, 5h Ha und 30min für die RGB Sterne.
Es ist schon erstaunlich, dass man auf einzelnen OIII Bildern nicht einmal annähernd den Tintenfisch erkennen kann, erst durch das Stacking am ersten Tag trat er dezent zum Vorschein, es brauchte also noch viele Nächte, um ihn so zu zeigen und ist immer noch an den Rändern sehr schwach. Er wurde erst 2011 entdeckt von einem Astrofotografen.
Viele Bilder im Internet haben noch einmal doppelt so lange Belichtungszeiten. Aber die Frage ist, wieviel mehr ich in Würzburg bei der Lichtverschmutzung noch hätte herausholen können. Evtl. wären schmalbandigere Filter hier hilfreich.
Tücken gab es aber auch in der Bearbeitung, das Strecken eines solch schwachen Objekts ist auch mit GHS nicht ohne. Durch die niedrige Auflösung meiner Kamera sind einige Pixel im OIII viel heller als die Umgebenden. Die Folge war eine sehr raue und pixelige Struktur, es gefiel mir gar nicht und ich fand keine ansprechende Lösung, weshalb das Projekt erst einmal ruhte.
Im Endeffekt kam ich dann auf die radikale Idee das Bild zu blurren, es also dadurch viel unschärfer zu machen als es sein könnte, aber ich finde es so ansprechender als die sehr fleckige Struktur.
Ich hoffe das Bild gefällt trotzdem.
Hier noch ein paar Infos, die ich frech von Daniel Nimmervoll kopiert habe.
" Der Tintenfischnebel ist anscheinend von der rötlichen Wasserstoffemissionsregion Sh2-129 vollständig umgeben, trotzdem waren seine tatsächliche Entfernung und Natur schwierig zu bestimmen. Doch eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass Ou4 etwa 2300 Lichtjahre entfernt ist und wirklich im Inneren von Sh2-129 liegt. Dementsprechend wäre Ou4 ein spektakulärer Ausstrom von HR8119, einem Dreifachsystem heißer, massereicher Sterne, die wir im Zentrum des Nebels sehen. Der wahrhaft gewaltige Tintenfischnebel ist physisch fast 50 Lichtjahre groß. "
Beim Klick aufs Bild gehts zu Astrobin. Anbei dann noch die sternlose Variante angehängt.