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Weiter den Schwan herunter...
#1
Hallo Schwanenbegeisterte,

über die letzten Tage habe ich mich weiter den Schwanenhals heruntergearbeitet und insgesamt 7,5 Stunden eine Region knapp östlich angrenzend an Eta Cygni belichtet. Norden ist ungefähr oben, Osten ungefähr links. Genauer gesagt ist Norden etwa auf 11 Uhr.

   

Man erkennt den offenen Sternhaufen NGC 6871, der das linke Bilddrittel dominiert. Das rechte Bilddrittel beherrscht der Tulpennebel Sh2-101. In der Mitte sitzt ein "garnelenförmiger" Dunkelnebel, dessen Name ich nicht herausgefunden habe, er könnte aber vielleicht noch zu LdN-847 gehören. Das ist der dunkle Fleck, aus dem die Tulpe entspringt.

Besonders gefreut hat es mich, dass ich bereits nach der moderaten OSC-Belichtungszeit eine Struktur am nordwestlichen Rand des Tulpennebels entdecken konnte, die ich unbedingt nochmal fotografieren muss, wenn ich irgendwann mal einen Dual-Schmalbandfilter habe. Zu besseren Identifikation hier die Starless-Variante mit und ohne Markierung, was ich meine.

           

Es handelt sich hier wohl um den Bow-Shock eines Jets des stellaren schwarzen Loches Cygnus-X1. Der würde mit OIII-Filter aber deutlich schöner herauskommen.

Frage an die OSC-Profis: Lohnt es sich, die nächsten Nächte weiterzubelichten, sagen wir bis 15 Stunden Gesamtbelichtungszeit? Ist eine deutliche Steigerung des Signals zu erwarten, oder bleibt es technisch bedingt so schwächlich und diffus, nur dann vielleicht weniger verrauscht?

Ansonsten: Bemerkungen, Kritik, Lob - alles erwünscht! Viel Spaß!

Philipp
At this point, hobby astronomers have become citizen scientists.
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#2
Hallo Philipp, 
das sieht doch schon gut aus!  Daumen hoch

Wenn Du schon 7,5 Std hast, bringen weitere 15 Std ungefähr Wurzel 2 mehr an Signal-Rausch Verhältnis. 
Die gute Frage ist ob das lohnt?!?
In jedem Fall dürfte Heute Nacht die Durchsicht super werden. Das spricht für weitere Belichtung über die Rechnung hinaus.
Viele Grüße
Christoph

https://www.klostersternwarte.de
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#3
Hallo miteinander,

diese Daten hatten es verdient, nochmal angesehen zu werden. Damals wusste ich noch nicht, wie man Bayer-drizzelt geschweige denn mit höherer Pixelzahl "wahrhaftig" drizzelt. Multi-Night-Stacking habe ich damals noch gar nicht verstanden, deswegen war meine Flat-Korrektur wahrscheinlich obendrein fehlerhaft. Also hab ich die Daten komplett von Beginn neubearbeitet.


   


Dabei gab es wichtige Erkenntnisse:
1. Die Daten sind trotz einer moderaten Belichtungszeit tatsächlich nicht die besten. Sie wurden sicherlich mit dem falschen Gain aufgenommen, sind insgesamt ziemlich verrauscht. Trotz des zu niedrigen Gains sind die Sterne ausgebrannt. Das würde ich heute anders machen.
2. In Siril hatte ich damals nicht die Fähigkeit, Sterne nach meinem Geschmack darzustellen. Die ausgedehnten "Sandbänke" unübersehbarer Millionen an namenlosen Sterne, die die obere Bildhälfte dominieren, treffe ich jetzt besser.
3. Mir geht es in den Bearbeitungen heute mehr um den Gesamteindruck, als mit der Brechstange einzelne Gebiete zu highlighten. Was zeigt das Bild? Nicht den Tulpennebel, nicht die Garnele in der Mitte (deren Name ich mittlerweile herausgefunden habe: TGU H442 P3). Nein, das Bild zeigt eine Milchstraßenlandschaft, die seit Jahrmilliarden verquirlt wird und aktuell von vielen jungen Sternen in komplexer Weise ionisiert und beleuchtet wird. Ich denke, dass das Bild das leisten sollte und jetzt auch leistet.
4. Ich mag es jetzt stiller und nicht so hell. Dafür kontrastreicher. In diesem Wissen: Das Bild benötigt noch deutlich mehr OSC-Belichtungszeit, um sich geschmackvoll bearbeiten zu lassen. Alternativ vielleicht H-alpha-Daten?? Insgesamt ist die Region aber gar nicht mal so interessant, da sie ohne O-III-Filter einfach nicht sehr bunt ist.
5. Was die Farbgebung angeht: Ich habe meine Scheu abgelegt, auch zarte Grüntöne in solchen Milchstraßen-Übersichten zuzulassen. Da würde mich eure Meinung interessieren: Wer empfindet das als unzulassig?

Viel Spaß beim Eintauchen in dieses gewaltige Milchstraßen-Tortenstück
Philipp
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#4
Hi Philipp,

ich finde das richtig toll bearbeitet. Man sieht den großen Sprung in deiner Bearbeitung nach dem Wechsel auf Pixinsight. Das Bild wirkt sehr harmonisch, die Dunkelwolken kommen super raus und die Sternfarben gefallen mir sehr.  Daumen hoch
Viele Grüße,
Marco

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Philipp R. (09.06.2026)
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Philipp R. (09.06.2026)
#5
Hallo Philipp,
wie der Franke so sagt, passt scho.

Völlig richtig, man schaut mit der Zeit anders auf die Bilder und findet seinen Stil. Du machst eine gute Entwicklung als Fotograf mit gefühlter sehr steiler Lernkurve.
Deine Analyse ist vollständig, da braucht es nur noch den Daumen  Daumen hoch

CS
Ralf
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Philipp R. (09.06.2026)
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Philipp R. (09.06.2026)




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