28.09.2025, 22:40
Hallo Nachtschwärmer,
nach langer (Schreib-)Abstinenz - abgesehen von meinem zwischenzeitlichen Bericht über die Instandsetzung meines ADA-Objektivs nach Dezentrierung - melde ich mich mal wieder mit einem kleinen Beobachtungsbericht. Gelesen habe ich in dieser Zeit hier mehr oder weniger regelmäßig, beobachtet eher weniger, und wenn, dann lief es meistens auf ein Schnellspechteln mit meinem William 80/555 hinaus.
Vor ein paar Tagen habe ich dann erstmal meinen Baader 2"-BBHS-Zenitspiegel ausgepackt, den ich mit ATT-Rabatt erstanden hatte (ja genau, vier Monate lag er im Karton, hoch und trocken im Regal!). Nach dem Motto "für meinen ADA nur das Beste" soll der jetzt meinen betagten Intes-Zenitspiegel ersetzen. Bislang hatte ich meistens das Baader 32mm-Prisma stecken, das ich seinerzeit, nahezu zeitgleich mit der Übernahme des ADA von Uwe, erworben hatte.
Jupiter und seine Monde am Morgen des 20. September:
Tatsächlich habe ich es geschafft, mich gegen ca. 5:00 Uhr aufzuraffen, obwohl es am Abend zuvor recht spät geworden war. Europas Schattendurchgang habe ich knapp verpasst, dabei wäre ein Größenvergleich mit Ios Schatten kurze Zeit später vielleicht ganz interessant gewesen. Dieser war kurz nach Eintritt für mich zuerst schwer, im Verlauf der Beobachtung bei Vergrößerungen von ca. 170- und 240-fach (Pentax XW 7 und XW 5) jedoch deutlich und stabil erkennbar. Europa konnte ich bei seinem Durchgang vor der Jupiteroberfläche jedoch trotz ungefährer Kenntnis seiner Position (er lief dem Io-Schatten knapp voraus) nicht identifizieren. Trotzdem genoss ich noch eine Weile und seit langem mal wieder das Bild des Planeten im (wieder perfekten) ADA. Interessiert hatte mich noch, ob ich einen Unterschied in der Abbildung zwischen Prisma und Spiegel ausmachen kann. Ich hatte damals schon, weit vor der Anschaffung, die Entwicklungsgeschichte des ADA hier im Forum verfolgt und konnte mich an einen der letzten Beiträge erinnern, in dem erwähnt wurde, dass ein Prisma mit ca. 35 mm Lichtweg die Farbkorrektur nochmals verbessern sollte - zumindest theoretisch bzw. rechnerisch. In der Praxis konnte ich das zumindest an diesem Morgen nicht feststellen. Ich werde aber das Thema weiter verfolgen.
Deepsky am Abend des 24. September - mit zwei Überraschungen:
Zunächst widmete mich zwei meiner ("Standard"-)Lieblingsobjekte, M13 und M27. Sie sind zum "Aufwärmen" immer wieder schön, wie ich finde, standen zum Beobachtungszeitpunkt beide bei recht guter Durchsicht an diesem Abend (was leider hier oben in der Wesermarsch nicht sehr häufig vorkommt) recht günstig Richtung WSW bzw. SW, wo an meinem Standort die Himmelsaufhellung gering ist. Nachdem ich einige Zeit den Anblick beider Objekte bei verschiedenen Vergrößerungen (bis ca. 170-fach) genossen hatte, wollte ich Richtung Andromeda schwenken, als mir spontan einfiel, noch beim Cirrusnebel vorbeizuschauen. Okay, also 52 Cyg im Skysurfer eingestellt, XW 40 mit OIII ausgestattet und in den BBHS gesteckt: Selbst der schwächere Teil hob sich gleich deutlich ab, der Schwenk zum östlichen entlockte mir dann ein leises "Wow"! Nachdem ich mich dann an den Nebelfilamenten satt gesehen hatte, schraubte ich versuchsweise den OIII aus dem Okular, in der Erwartung, jetzt im 40er nur noch Himmelshintergrund und Sterne zu sehen. Wie man sich doch täuschen kann. Ohne Filter hatte ich den Cirrus bisher nur im Dobson ab 10" gesehen, und das unter dunklem Himmel. Dass ich ihn jetzt in meinem ADA bei halb so großer (Durchmesser!) Öffnung deutlich (!) erkennen konnte, hat mich überrascht und dabei total begeistert. Danach versuchte ich mich, entsprechend meinem ursprünglichen Plan, aber ohne große Erwartung (das Objekt steht zu dieser Zeit im Osten vor der Lichtglocke Bremens), an NGC 891. Ohne GoTo ist das Auffinden unter diesen Bedingungen eine Herausforderung. Die Sichtung bei Vergrößerungen von 85- und 120-fach war dann für mich die zweite Überraschung dieses Abends.
Gegen 01:00 Uhr, nach immerhin knapp zweistündiger Beobachtung, legte ich mich dann ausgesprochen zufrieden ins Bett.
Klare Nächte wünscht euch Joachim (aus dem hohen Norden)
nach langer (Schreib-)Abstinenz - abgesehen von meinem zwischenzeitlichen Bericht über die Instandsetzung meines ADA-Objektivs nach Dezentrierung - melde ich mich mal wieder mit einem kleinen Beobachtungsbericht. Gelesen habe ich in dieser Zeit hier mehr oder weniger regelmäßig, beobachtet eher weniger, und wenn, dann lief es meistens auf ein Schnellspechteln mit meinem William 80/555 hinaus.
Vor ein paar Tagen habe ich dann erstmal meinen Baader 2"-BBHS-Zenitspiegel ausgepackt, den ich mit ATT-Rabatt erstanden hatte (ja genau, vier Monate lag er im Karton, hoch und trocken im Regal!). Nach dem Motto "für meinen ADA nur das Beste" soll der jetzt meinen betagten Intes-Zenitspiegel ersetzen. Bislang hatte ich meistens das Baader 32mm-Prisma stecken, das ich seinerzeit, nahezu zeitgleich mit der Übernahme des ADA von Uwe, erworben hatte.
Jupiter und seine Monde am Morgen des 20. September:
Tatsächlich habe ich es geschafft, mich gegen ca. 5:00 Uhr aufzuraffen, obwohl es am Abend zuvor recht spät geworden war. Europas Schattendurchgang habe ich knapp verpasst, dabei wäre ein Größenvergleich mit Ios Schatten kurze Zeit später vielleicht ganz interessant gewesen. Dieser war kurz nach Eintritt für mich zuerst schwer, im Verlauf der Beobachtung bei Vergrößerungen von ca. 170- und 240-fach (Pentax XW 7 und XW 5) jedoch deutlich und stabil erkennbar. Europa konnte ich bei seinem Durchgang vor der Jupiteroberfläche jedoch trotz ungefährer Kenntnis seiner Position (er lief dem Io-Schatten knapp voraus) nicht identifizieren. Trotzdem genoss ich noch eine Weile und seit langem mal wieder das Bild des Planeten im (wieder perfekten) ADA. Interessiert hatte mich noch, ob ich einen Unterschied in der Abbildung zwischen Prisma und Spiegel ausmachen kann. Ich hatte damals schon, weit vor der Anschaffung, die Entwicklungsgeschichte des ADA hier im Forum verfolgt und konnte mich an einen der letzten Beiträge erinnern, in dem erwähnt wurde, dass ein Prisma mit ca. 35 mm Lichtweg die Farbkorrektur nochmals verbessern sollte - zumindest theoretisch bzw. rechnerisch. In der Praxis konnte ich das zumindest an diesem Morgen nicht feststellen. Ich werde aber das Thema weiter verfolgen.
Deepsky am Abend des 24. September - mit zwei Überraschungen:
Zunächst widmete mich zwei meiner ("Standard"-)Lieblingsobjekte, M13 und M27. Sie sind zum "Aufwärmen" immer wieder schön, wie ich finde, standen zum Beobachtungszeitpunkt beide bei recht guter Durchsicht an diesem Abend (was leider hier oben in der Wesermarsch nicht sehr häufig vorkommt) recht günstig Richtung WSW bzw. SW, wo an meinem Standort die Himmelsaufhellung gering ist. Nachdem ich einige Zeit den Anblick beider Objekte bei verschiedenen Vergrößerungen (bis ca. 170-fach) genossen hatte, wollte ich Richtung Andromeda schwenken, als mir spontan einfiel, noch beim Cirrusnebel vorbeizuschauen. Okay, also 52 Cyg im Skysurfer eingestellt, XW 40 mit OIII ausgestattet und in den BBHS gesteckt: Selbst der schwächere Teil hob sich gleich deutlich ab, der Schwenk zum östlichen entlockte mir dann ein leises "Wow"! Nachdem ich mich dann an den Nebelfilamenten satt gesehen hatte, schraubte ich versuchsweise den OIII aus dem Okular, in der Erwartung, jetzt im 40er nur noch Himmelshintergrund und Sterne zu sehen. Wie man sich doch täuschen kann. Ohne Filter hatte ich den Cirrus bisher nur im Dobson ab 10" gesehen, und das unter dunklem Himmel. Dass ich ihn jetzt in meinem ADA bei halb so großer (Durchmesser!) Öffnung deutlich (!) erkennen konnte, hat mich überrascht und dabei total begeistert. Danach versuchte ich mich, entsprechend meinem ursprünglichen Plan, aber ohne große Erwartung (das Objekt steht zu dieser Zeit im Osten vor der Lichtglocke Bremens), an NGC 891. Ohne GoTo ist das Auffinden unter diesen Bedingungen eine Herausforderung. Die Sichtung bei Vergrößerungen von 85- und 120-fach war dann für mich die zweite Überraschung dieses Abends.
Gegen 01:00 Uhr, nach immerhin knapp zweistündiger Beobachtung, legte ich mich dann ausgesprochen zufrieden ins Bett.
Klare Nächte wünscht euch Joachim (aus dem hohen Norden)

![[Bild: signatur.jpg]](http://www.y-auriga.de/home/gfx/signatur.jpg)
. Mit dem ADA genieße ich ja auch den Luxus einer eigenen kleinen Sternwarte: Dach abfahren, Stecker für den EQ6-Antrieb rein und los. Einziger Nachteil: Die Rundum-Sicht ist etwas eingeschränkt. Aber man kann nicht alles haben.
)