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Kuppeldrehung folgt dem Teleskop
#1
Hallo,
seit einigen Jahren hat die Klostersternwarte auch eine drehbare Kuppel. Die Drehung erfolgte zwar motorisch aber nicht automatisch.
Ein Freund hatte mir mit etwas mathematischer Unterstützung immerhin für ca. 4 Stunden eine zeitgesteuerte Drehung automatisiert. Bei hohen Deklinationen und bei längeren Belichtungszeit und in jedem Fall bei Objektwechsel versagte aber das Verfahren.

Im letzten Jahr war Tobias mit Ralf in meiner Kuppel und er kam auf die Idee, die Kuppel mit RFIDs auszustatten.  Idea
Mit einem fest installierten RFID-Leser wurde eine Berührungsloses Abtasten der Kuppel und des Ortes des Kuppelspaltes möglich. Mit der Verbindung via ASCOM-Schnittstelle und geeigneter Sofware sollte eine automatische Drehung möglich sein. 

Die Idee war toll, aber die Kuppel zu schnell für kleine RFIDs (2 cm Durchmesser). Der Leser kam manchmal mit dem Lesen nicht nach und so stockte das Unternehmen.  Confused  Bis die Idee für Chip-Karten RFIDs den Durchbruch brachten!  Angel

Im April statten wir die Kuppel mit Chip-Karten RFIDs aus und montierten den RFID-Leser an einem vorhandenen Winkel in der Kuppel fachmännisch mit Isolierband:

   

Die Software-Erweiterung von Tobias rechnete aus dem Kuppeldurchmesser und der gewünschten Auflösung automatisch die nötige Anzahl der RFIDs und deren Platzuierung an der Kuppel aus. 

   

Ich musste sie also nur an dem gewünschten Platz in der drehbaren Kuppel ankleben.

   

Die Anbindung an NINA geschieht via ASCOM-Schnittstelle, die Tobias programmiert hat. NINA selbst bringt die komplette Kuppelsteuerung im Zusammenhang mit der Teleskopsteuerung mit sich. Wenn das Teleskop via DeviceHub in ASCOM gesteuert wird, kann parallel das Teleskop auch in einem Planetariumsprogramm (SkyChart, Stellarium...) gesteuert werden. Das ist besonders cool: im Planetariumsprogramm ein Objekt suchen, Teleskop positionieren und die Kuppel fährt via NINA dem Teleskop hinterher!   Cool

   
Ansonsten schubst NINA die Kuppel dem Teleskop während seiner zeitlichen Drehung einfach hinterher.  Daumen hoch

Die Belichtung von mehreren Objekten in einer Nacht ist so ein Kinderspiel - oder auch Langzeitbelichtungen über verschiedene Nächte.
Die Feineinstellungen in NINA helfen auch noch dazu, dass mehrere Teleskope durch den Kuppelspalt schauen können, ohne dass eines in die Kuppel blickt, sondern den Durchblick durch den Kuppelspalt behält.
Viele Grüße
Christoph

https://www.klostersternwarte.de
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#2
Lieber Christoph,

die Menge an know-how und technischer Finesse hat mich um, ich bin wirklich beeindruckt!!
LG
Philipp
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Christoph (09.06.2026)
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Christoph (09.06.2026)
#3
Mein Gartenkollege Tobias hat ja schon von deiner Begeisterung berichtet. Freut mich total, dass es nun läuft und ich hoffe ich kann das demnächst mal live begutachten.  Big Grin
Jetzt hoffe ich mal wir bekommen etwas ähnliches für die Sternwarte Würzburg hin!  Rolleyes
Viele Grüße,
Marco

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Christoph (10.06.2026)
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Christoph (10.06.2026)
#4
Hallo Marco,
das bekommt Ihr sicher hin!
Die Kuppel in Würzburg ist ja wesentlich größer, da ist das mit den Abständen und damit der Auflösung der Kuppeldrehung sowieso entspannter.
Falls Ihr eine Hardware für die Steuerung Eures Kuppelmotors braucht, ich hätte da etwas, was Ihr vielleicht nutzen könnt.

   

Was mich richtig begeistert ist die ASCOM-Schnittstelle!
Damit kann man via NINA die Kuppeldrehung steuern, währenddessen über ein Planetarium-Programm das Teleskop gesteuert wird.
Mit dem "ASCOM Device Hub" geht sogar die Steuerung des Teleskops via Planetarium und NINA parallel. Also volle Freiheit für die eingesetzten Programme.

@ all
Ich hoffe, ich bekomme noch irgendwohin ein Timelapse-Video der Kuppeldrehung über eine Nacht hoch geladen. Wenn ich den Link habe, dann stelle ich ihn hier ein. 
Erst steht das Teleskop auf M5, dann schwenkt es zu M57, wird nach geführt und die Kuppel dreht sich mit!
Viele Grüße
Christoph

https://www.klostersternwarte.de
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#5
Danke für die Infos Christoph. Klingt super und ich bin dann gespannt auf das Video.
Viele Grüße,
Marco

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Christoph (11.06.2026)
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Christoph (11.06.2026)
#6
Hallo,
habe das Video in die Tresorit-Cloud gestellt. Der Link für die nächsten 42 Tage (bis zum 23.7.26) ist:
https://web.tresorit.com/l/H67GZ#XOj748MKDGn6zD14KAo0hw

Es beginnt mit einer kurzen Belichtung von M5, wobei dabei der helle Halbmond beim unteren Rand des Kuppelspaltes läuft.
Dann erfolgt das Umschwenken zu M57 und die Nachführung des Ringnebels über mehr als vier Stunden.
Sehr schön ist zu sehen, dass die Zeit für eine Kuppelbewegung in Richtung Kulminationszeit immer kürzer wird.
Der helle Stern, der ab 23:45 MESZ bis ca. 1:30 MESZ auffällig im Kuppelspalt erscheint ist Rasalhague (alpha Oph) mit weiteren Sternen des Schlangenträgers.
Auch scheint der Mond noch hell in die Kuppel, bis er gegen 3:14 MESZ verschwindet, kurz vor Belichtungsende.

Standbild vom Beginn des Videos:
   
Alle drei Teleskope hatten immer freien Lichtweg durch den Kuppelspalt auf den Sternenhimmel.
Viele Grüße
Christoph

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#7
Hallo Christoph,

ist die Kuppelrotation schön laufruhig? Hast du verzitterte Subframes, wenn sie sich bewegt?
LG

Philipp
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Abiroth (11.06.2026)
#8
Hallo Phillip,
die Kuppel ist zwar nicht mechanisch entkoppelt von der Moniterungssäule, aber das macht nichts aus.
Die Kuppel geht statisch auf die Außenwände. Die Säule steht auf der Decke zwischen Erdgeschoss und erstem Stock.
Oder anders: die Kuppeldrehung ist so laufruhig, dass  da nichts zu sehen ist in den Subframes.

Ist aber eine gute Idee und ein Test wert bei 5 m Brennweite an einem hoch stehenden Stern!  Daumen hoch
ob da etwas wackelt!?!
Viele Grüße
Christoph

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Philipp R. (12.06.2026)
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Philipp R. (12.06.2026)




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