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10.09.2026, 18:32
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 27.09.2026, 18:04 von Uwe.)
Hallo liebes Forum,
nachdem nun schon mehrere Wochen vergangen sind und die Sonnenfinsternis schon ein wenig zurückliegt, möchten wir (Florian, Georg, Marco, Ralf, Simon und ich - nicht nach Alter geordnet  !!!) euch an unserer Reise teilhaben lassen. Meine Ausführungen wurden abgesegnet und so werde ich die kommenden Tage die einzelnen Kapitel für euch als kleine Lektüre veröffentlichen. Ob wir noch einen Bericht für eine Zeitschrift verfassen werden wir sehen.
Mission „Totale Sonnenfinsternis“ oder … „sechs Mutige in der Pàramo“
Zur Erklärung: Páramo - Ein hochgelegenes, windiges, baumarmes und oft kühles beziehungsweise trockenes Hochland-Ödland.
Kapitel 1:
„Die Gefährten“ – Auf nach Spanien!
Schon vor einem guten Jahr wurden von Florian und Simon erste Planungen für eine Reise nach Spanien in Angriff genommen.
„In einer weit, weit entfernten Gala… Gegend!“
Schnell fanden sich bei den monatlichen Treffen unseres Forum-Stellarum noch ein paar Mitstreiter und schließlich war die Spezialisten-Crew für das Abenteuer komplett:
Florian (Location-Manager / Master of Equipment), Simon (Co-Pilot / Schriftführer), Georg (Ältestenrat), Marco (Chief of Eclipse-Location, Kassenwart und Imagetrainexperte ), Ralf (Head of Engineering-Montierungsbeschwörer) und Uwe (Pilot, Controller und “el Cocinero”)
Ein 9-Sitzer Bus mit genügend Gepäck- und Stauraum wurde als Transportmittel als ideal erachtet. Mehrere PKW evtl. auch mit Anhänger fielen im Sinne der „Gruppenreise“ aus der Planung heraus, zudem die Kosten für Sprit und Maut hier deutlich darüber lagen.
Uwe konnte diesen bei der Sportjugend – TBB über den TuS Großrinderfeld günstig chartern.
Jeder hatte sich für das besondere Himmelschauspiel auf seine Art und Weise vorbereitet und die Aufteilung der Zuständigkeiten und organisatorischen Notwendigkeiten innerhalb weniger Vortreffen wurden akribisch festgezurrt (und vor allem von Simon alles schriftlich festgehalten, um ja nichts zu versäumen bzw. die Reise nicht zu gefährden).
Florian kümmerte sich um die Unterkunft und hatte mit unserer Selbstversorger-Casa rural im „verschlafenen“ Örtchen Villanueva Matamala ca. 15 km Südwestlich von Burgos quasi den Jack-Pott aller Unterkünfte erwischt. 5 Doppelzimmer mit 4 Bädern/Toiletten sowie ein um die Ecke liegendes Poolhaus mit zweiter Küche und weiterem WC (Zitat Uwe: „Ich geh dann kurz mal poolen“) ließen keine Wünsche offen.
Burgos mit seinen ca. 175 000 Einwohnern ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-León auf ca. 855m ü. N. N. und gilt als windarmes, sehr trockenes Gebiet.
Am Freitag, den 07. August 2026 rollte bei heißem Sommerwetter um 14.45 Uhr das „Expeditionsfahrzeug“ ab. Treffpunkt war pünktlich um 14.00 Uhr. Bis Florian pünktlich da war, nutzte man den Moment für ein erstes, lebenserhaltendes Frischgetränk aus dem Kühlschrank des TuS Sportheim.
Der Sportjugendbus startete schließlich vollbepackt mit Proviant, ca. 1,5 – 2 Kubikmeter Teleskop- und Fotoausrüstung sowie dem nötigsten persönlichen Gepäck auf die 1750 km lange Reise über Frankreich ins Land der Stiere und Toreros.
Die Fahrt im äußerst gut gefüllten Reisemobil verlief reibungslos und entspannt.
Nach ca. 4 Stunden verließen wir unser Heimatland und nur die französischen Wegelagerer-Posten (Mautstellen) sowie die Tankstopps bremsten in regelmäßigen Abständen immer wieder die Mission-Sonnenfinsternis, bevor man Espanias Grenze am 08.08. kurz nach 5.30 Uhr nahm. Der Leitspruch „Wer langsam reit´, kommt grad soweit!“ ersparte unnötige Hektik und Stress.
Die Tatsache, dass bei einer Reise in der Gruppe die einzelnen Charaktere neben ihren zugewiesenen Aufgaben harmonisch zu ihren „Rollen“ finden, erstaunt immer wieder. Florian gab letztlich die Zeiten vor, egal wie deutlich Uwe auf Abfahrtspunkte beharrte. Georg nutzte jeden Ausstieg und Fahrerwechsel, um seine Energievorräte aufzufüllen (Kommentar: „Jetzt hat er schon wieder was im Mund…“) und Ralf sorgte bereits kurz nach der Abfahrt mit Themen gerichteten Kommentaren für Stimmung. Marco „unser Kleinster“ zockte natürlich, während die ALTEN (Georg: „Wer ist hier alt?“) versuchten ihre Knochen im Fahrgastraum auszubreiten und die Gelenke möglichst schonend unterzubringen.
Dank dieser bzw. mancher spitzfindiger Rollenfindungsmomente mit Diskussionspotential und der im Hintergrund mitlaufenden 12stündigen Playlist verging die Zeit wie im Flug und der Tourbus sauste quer durch Europa.
Gegen 7.00 Uhr wurde bereits an der Biskaya im Küstenörtchen Deba in einem Café gefrühstückt.
Da unser Landhaus erst am Nachmittag bezogen werden konnte, lag ein Abstecher zur Kathedrale in Burgos nahe, ehe erste Beobachtungsorte für die Sonnenfinsternis angefahren wurden. Die öffentlich gut zugänglichen Stellen wurden sofort als ungeeignet abgehakt. Schnell erkannte der Mitreisende, dass der „beste Platz“ noch eine Herausforderung für die gesamte Mannschaft werden sollte. Marco, der sich seit 2 Jahren auf den großen Moment der Sonnenfinsternis vorbereitete, hatte einen Plan… „Wir haben beschlossen“ weiterzusuchen…
Gegen 16:00 Uhr landeten wir schließlich in unserem Domizil, räumten den Bus aus und verteilten die Zimmer pragmatisch: Die Alten in der ersten Etage (konditionsbedingt?) und die Jugend unterm Dach. Zumindest beinahe richteten wir uns so ein und entspannten erstmal bei kühlen Getränken und dem leckeren Abendessen, welches in der Küche gezaubert wurde.
Frei nach dem Motto: „Nahrung ist der Treibstoff für den Held der Sonnenfinsternis“, wurde in der kompletten Woche äußersten Wert auf gesunde Ernährung gelegt. Rund um die Uhr konnte man sich vom Kühlschrank oder der Theke von den mitgebrachten Speisen bedienen. Es sollte an nichts fehlen. Die mitgebrachte Kaffeemaschine leistete gerade morgens einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Gesamtstimmung.
Fortsetzung folgt...
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Marco (11.09.2026)
Hallo Uwe,
wieder einmal super spannend, wie Du schreibst! 
Der Inhalt ist schon fast - nein -, das wichtigste.
Wann gibt es die Fortsetzung???
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Marco (11.09.2026)
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Marco (11.09.2026)
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12.09.2026, 14:29
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 12.09.2026, 14:46 von Uwe.)
Kapitel 2
„First – Contact“ Auge in Auge mit den Einheimischen
Unsere Ankunft blieb in Matamala natürlich nicht unbemerkt und so begrüßte uns die Bürgermeisterin persönlich, als wir in der örtlichen Bar bei einem kalten Getränk zusammensaßen. Erste Kontakte und Hinweise zur Lichtverschmutzung – die örtliche Beleuchtung - wurden mit Hilfe der modernen Technik ausgetauscht, ehe Georg sie zum Bierholen schickte… (oder haben wir da etwas missverstanden 😉).
Es folgten noch einige Spitze Kommentare zur „Direkten Kommunikation“ und der Problematik, welche Relativsätze der Übersetzungs-App bereiteten.
Wir hätten eventuell, falls möglich, dieses Szenario schon vorher bedenken sollen, aber nur wenn es überhaupt hätte sein müssen.
Ca. 50m steilen Fußweges entfernt von unserer Unterkunft, lag die kleine Kapelle „Eremita de San Pelayo“ hoch erhoben über dem kleinen Weiler und lud zum ersten Sonnenuntergang ein. Ein Treffen mit dem örtlichen Techniker und Bauern Rodriguez ergab, dass sich die Abschaltung der Laternen leider eher schwierig gestaltet.
Überhaupt waren wir überrascht, wie Lichtverstrahlt die Gegend um Burgos mit seinen mehreren Hundert Windrädern ist. Einige Lichtglocken und „Leuchttürme“ erschienen geradezu blendend.
Dazu gesellte sich der Rauch der Waldbrände in höheren atmosphärischen Schichten und vereitelte eine ordentliche Durchsicht. Die Bedingungen bei uns sind keinen Deut schlechter, eher besser. Wir verteilten an die Ortsverantwortlichen unsere übrigen Sonnenfinsternisbrillen und erklärten, dass wir, sofern wir am Rand von Matamala beobachten, Ruhe benötigen, damit nicht alle Planungen umsonst gewesen sind.
Am Sonntag, dem 09. August lag der Focus dann auf Beobachtungsplatzsuche. Wir waren etwa 5 Stunden on und off Road. Um es kurz zu machen: Es war ein Abenteuer. Der Sportjugendbus wurde ausgiebig auf seine Geländegängigkeit getestet. Die spanischen Feldwege sind keineswegs mit denen in deutschen Gefilden vorzufindenden Schotterpisten vergleichbar. Die ausgefahrenen Spurrinnen brachten die Bodenfreiheit an ihre Grenzen. Mit viel Mut und Geschick wurden schließlich die möglichen Aussichtspunkte angefahren. Simon gab als „Weg-Scout“ alles und verhinderte ein Steckenbleiben in der Pampa. Die akribische Prüfung unserer Eclipse-Location-Häuptlinge brachte dabei so manches Gruppenmitglied ins Grübeln.
„Wo steht denn jetzt wieder ein Windrad im Weg?“, murmelten die „Laien“ und wunderten sich ein um das andere Mal auf´s Neue.
Zwischendurch ließen Florian und Marco auch mal ihre Drohnen an die frische, äh heiße Luft, um die Windtauglichkeit herauszufordern und zu sehen was für die SoFi möglich ist.
„Also, weiter!“, hieß das Motto, bis wir uns tatsächlich wieder in Villanueva an der ortsnahen Kapelle sahen. Die Ansage der Bürgermeisterin, dass sich ca. 60 Personen zur SoFi ebenfalls hier treffen, wäre der Wehrmutstropfen. Sie versprach aber, dass wir in Ruhe unsere „Arbeit“ machen könnten.
Auf alle Fälle gab es auf Grund des kurzen Weges zur Unterkunft die Möglichkeit zwischendurch zu essen, zu entspannen oder das Equipment über Nacht sicher stehen zu lassen.
Die Stimmung verbesserte sich ob dieses Umstandes.
Mittlerweile verstanden wir uns im Team bzw. in der Crew quasi blind, so dass Namen eher in den Hintergrund traten und jeder wusste wer gemeint ist. Ob „Heidi“, „Gregor“ oder „Mario“, jeder blieb gelassen, was sicher auch auf die anhaltend hervorragende Versorgung im Basislager zurückzuführen war. Mit Frühstücksbrunch (Ralf: „Wie viele Eier kann man denn am Tag essen?“), durchgängigen Snacks rund um die Uhr, einem ordentlichen Hauptmenü sowie dem abschließenden obligatorischen Mitternachts-Imbiss - es fehlte an nichts. Sonderwünsche wie Gurken, Senf und Pfeffer wurden offen aufgenommen und schnellstmöglich berücksichtigt.
Fortsetzung folgt...
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17.09.2026, 15:33
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 20.09.2026, 13:34 von Uwe.)
und weiter geht´s...
Kapitel 3:
Wo Wolf und Gänsegeier sich gute Nacht sagen!
Auf der morgendlichen Versorgungsfahrt am Montag (10.08.) zum nächsten Supermarkt trauten Georg und ich unseren Augen kaum. Trotteten doch zwei Wölfe gemächlich über ein abgeerntetes Getreidefeld. Ungläubig ließen wir diese außergewöhnliche Begegnung sacken.
Später bestätigte Rodriguez, dass Iberische Wölfe in der Region umherstreifen. Und wir hätten ihnen natürlich gleich „Hola!“, zurufen können. Am Morgen der Abreise konnten Uwe und Florian ihr Geheule von der Wohnung aus noch einmal wahrnehmen.
Dass wir bei unserem sonntäglichen Location-Trip durch die Wildnis schon drei Gänsegeier mit dem Fernglas beobachteten, durften wir als weiteres Highlight mit aufnehmen. Getoppt wurde dieses Naturerlebnis in den folgenden Tagen, als wir mit dem Tourbus wieder mal von Burgos zurück nach Matamala unterwegs waren. Bestimmt 40 – 50 Geier hatten sich auf einem entfernten Stalldach und drumherum niedergelassen. Wir vermuten, dass dort Tierreste verfüttert werden, denn „natürlich“ erschien uns diese Versammlung nicht.
Als sich dann die majestätischen Aasfresser im Schwarm in die Luft erhoben, erschien es wie ein kleiner Wirbelsturm in der Ferne. Mit der Fotoausrüstung wurden die großen Gleiter im Thermikflug festgehalten.
Wenn wir schon von Tierbegegnungen berichten, darf der Wiedehopf, welcher uns direkt in unserm Garten besuchte und die kleine Mantis, eine Gottesanbeterin, vor der Haustüre nicht fehlen.
So kamen neben der Himmelsbeobachtung auch die Naturaufnahmen zur spanischen Tierwelt nicht zu kurz. Eine erlebnisreiche Woche.
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August (17.09.2026), Christoph (23.09.2026), Florian B. (17.09.2026), Georg (30.09.2026), Karsten (19.09.2026), KlausE (18.09.2026), Marco (17.09.2026), Michael (17.09.2026), Philipp (19.09.2026), Simon (19.09.2026), Ulf (18.09.2026)
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19.09.2026, 08:36
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 19.09.2026, 09:03 von Uwe.)
Kapitel 4:
Waldbrände und die Herausforderungen mit der Himmelsqualität
Dass dieser äußerst trockene und heiße Sommer ein erneuter Ausnahmesommer ist, war uns allen klar. Seit Wochen brannte es nicht nur in Frankreich und Spanien. Auch in Deutschland brachen regelmäßig Waldbrände aus. Die starke Rauchentwicklung eines Feuers in Portugal zog sich auf dem Satellitenschirm von Südwesten her weit über Nordspanien und beeinträchtigte hier die Himmelqualität. Die Sterne und die Milchstraße erschienen leicht rötlich gedämpft.
Durch die geringere Transparenz gepaart mit extremen Winden mit Böen um 60 km /h, sobald unser Heimatgestirn unterging, erschien die Ausgangslage für Deep-Sky-Aufnahmen schon recht schwierig. Letztlich sollte jeder Abend genutzt werden.
Die erste Nacht war geprägt von Testaufnahmen und diversen technischen Herausforderungen dem Himmel überhaupt etwas brauchbares abzuringen. Ralf hörte man nicht nur einmal laut fluchen. So manch gut gemeinten Tastendruck quittierte seine „astronomische Einheit“ mit irgendwelchen Manövern der Montierung oder stoppte die Nachführung aus unerklärlicher Ursache. Das Starbook der Vixen Montierung und das StellaVita-Programm wollten einfach nicht so harmonieren wie gewünscht. „Astroaufnahmen leichtgemacht“ – so steht´s auf dem Startdisplay der neuen Software– „Schön wär´s!“, dachte sich Ralf.
Ralfs markerschütterndes: „Neeeeeiiiiiinnnnn!“ verfolgte uns noch mehrmals in den folgenden Nächten.
Zum Glück standen Marco und Florian mit Rat und Tat zur Seite, während Simon und ich mit dem BT 70/400 und dem Spektiv genüsslich die helleren M´s und Doppelsterne abgrasten. Georg, der mit seiner Kamera bewaffnet gelassen mit der Gesamtsituation umging verkniff sich nicht immer seine bissigen Gedanken zur Gesamtsituation der Mannschaft.
Wohl demjenigen, der von der ganzen Astrofotografie so gut wie nichts versteht und trotzdem glücklich unter dem südlichen Himmel seine Freude hat.
An diesem Montagabend entdeckten unsere Späher Simon und Georg ca. 1 km entfernt auf der Höhe einen Messpunkt. Der Platz bot sogar Windschatten gegen die nächtliche steife Brise. Rodriguez, der wie vereinbart am Abend zu uns stieß, gab quasi zeitgleich denselben Tipp und versicherte, dass wir über seine Stoppelfelder sicher dorthin gelangen. Der Platz liegt ca. 910m hoch, war innerhalb von 10 Minuten zu erreichen und bot von Ost bis West hervorragende Sicht. Ein natürlicher Erdwall bot zudem einen perfekten Windschutz, was für ruhige Fotografien nicht unerheblich ist.
Bemerkenswert ist die Tatsache, dass in der Gegend um Burgos und auch selbst in der Stadt kaum jemand englisch gesprochen hat. So war Rodriguez, der früher mal in Deutschland arbeitete wieder ein Ass, das uns in die Karten spielte.
Simon und Georg erledigten den Erkundungsmarsch, während der Rest sich auf die zweite spanische Deep-Sky-Session an der Kapelle vorbereitete. Der 8° höherstehende Skorpion, die Gebiete um Antares und das Sternbild Schütze, welche aus Mainfränkischen Lagen nur schwer erreichbar sind, waren die begehrten Ziele.
So wurde kurzerhand das Material mit dem 9-Sitzer angekarrt und zufrieden die Teleskope aufgebaut in der Gewissheit für die Sonnenfinsternis am 12.08. den idealen Platz gefunden zu haben. Weit weg von der Ortsbevölkerung mit ihren gut 20 wilden, lärmenden Kindern, welche zur SoFi ebenfalls zur Kapelle pilgern würden.
Die Sommermilchstraße zog sich bis tief zum Südhorizont hinunter, hob sich jedoch in einer eher diffusen, dunstigen Atmosphäre (der Waldbrände geschuldet) nicht so deutlich hervor und blieb von der üblichen Brillanz entfernt. Das Zentrum unserer Galaxie erschien sehr zart.
Schon kurz nach der Dämmerung zerrte der böige Wind an den Gerätschaften. Eine Weste oder ein Pulli war trotz der mittäglichen, heißen Temperaturen nun absolut angebracht und die Liebe zwischen Ralfs Vixen SXD2 und der Photo-Software blieb ebenso unterkühlt. Visuell verzogen wir uns hinter die Kapellenwände, um windgeschützt durch die Okulare sehen zu können.
Nichtsdestotrotz war die Ausbeute an Photonen und die Dauer der Belichtungen für unsere Astro-Helden ordentlich. Florian, Marco und Ralf sammelten die Farben des Weltalls, soweit es möglich war, während der Wind unser Fahrzeug mit Stroh, Spreu und Staub innen wie außen eindeckte.
Gegen den Staub und die Trockenheit half freilich nicht nur abends, sondern bereits kurz nach der „Morgenmesse“ ab 10:30 Uhr eine konsequent geregelte, strenge Flüssigkeitszufuhr die hauptsächlich über Mineralwasser, oder durch Gerstensaft gewährleistet wurde. Der Verantwortliche Ernährungszuständige ging mit bestem Beispiel voran. Letztendlich gab es keinerlei gesundheitliche Ausfälle. Allenfalls über die Qualität der günstigen Marken entfachte sich die ein oder andere Diskussion.
Am kommenden Morgen (11.08. ) stand der „Alles oder Nichts-Trip“ an, welcher uns über einen eher besseren Feldweg und Stoppelfelder zum ersehnten, ausgeguckten Beobachtungsplatz führte. Es gab keinerlei unwegsames Gelände, wie Rodriguez versprochen hatte und als unser Reisegefährt auf der Höhe im Nirgendwo parkte, waren schlussendlich alle einstimmig (!) der Meinung: „Hier beobachten wir die Total Eclipse!“
„The eagle has landed…“
„Die Basis – unendliche Weiten…“
Jetzt konnte nur noch der liebe Gott oder das Wetter etwas gegen ein perfektes Erlebnis haben.
An diesem Dienstag wurde also bereits das Equipment getestet und vor Ort genau gepeilt, um die Sonnenbewegung ideal zu verfolgen. Die Montierungen sollten bei Sichtbarkeit von Polaris eingenordet werden, so dass bestmögliche Nachführung am kommenden Tag gewährleistet war. Zwischendurch konnte der Sportjugendsprinter als Pizzaservicewagen punkten und die Mannschaft mit neuer Energie versorgen. Die knusprig warmen Ecken waren schnell herbeigebeamt.
Die Nacht brachte für Marco, Florian und Ralf weitere Aufnahmeserien in den südlichen Milchstraßenregionen. Antares, die Kugelsternhaufen und die umliegenden Gas- und Reflexionsnebel sind eine lohnende Gegend, die schließlich hier für uns deutlich besser stehen als zu Hause. So hatten die Fotografen ihr Freude, welche nur noch selten durch Ralfs-Schimpfrufe unterbrochen wurde, während Simon, Georg und ich die ersten Perseiden und weitere Sternschnuppen mit bloßem Auge jagten.
Richtung Norden war der Himmel wie auch in Ortsnähe bis gut 40° Höhe deutlich aufgehellt und durch Burgos lichtverschmutzt.
Simons 8x40 Fernglas war eine super Ergänzung bei der Beobachtung aus dem Liegestuhl. Einige Messier-Objekte zappelten schnell in den Linsen. So ging es bis ca. 2.00 Uhr, ehe wir zusammenpackten. Die Stative mit den ausgerichteten Montis blieben auf dem Feld zurück. Wir hatten keine Sorge, dass hier irgendetwas entwendet werden könnte.
Wir waren angekommen! 6 Hobbyastronomen im Nirgendwo, in den unendlichen Weiten der spanischen Felder, mit besten Aussichten auf das große Himmelsspektakel.
Die Stative und Montierungen ließen wir eingenordet am Beobachtungspunkt zurück. Dies ersparte die Ausrichtung am Tag der Eclipse.
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20.09.2026, 12:38
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 20.09.2026, 13:18 von Uwe.)
Kapitel 5:
Mittwoch, 12. August 2026 – Totale Sonnenfinsternis
Endlich war er da! Der ersehnte Tag! Erleichterung machte sich breit. Das Wetter blieb trotz unterschiedlicher Vorhersagen in den vergangenen Tagen stabil und hielt auch, was anfangs versprochen war. Sonne satt!!! Am Montag sah es auf den Apps tatsächlich noch eher durchwachsen aus und genau ab 18.00 Uhr waren für Burgos Wolken gemeldet.
Nach dem gewohnt ausgiebigen Frühstück versuchten wir alle so entspannt wie möglich zu bleiben. Ein Mittagsschlaf bzw. eine Siesta oder ein Sprung in den kühlen Pool – jeder wie er es für sich am besten fand. Auf alle Fälle stieg die Anspannung stündlich und wir wollten alle für die Abendstunden fit bleiben.
Letzte Filter aus Sonnenfilterfolie für Spektiv und BT 70/400 wurden aus Pappkarton und Klebeband konstruiert, um alle Geräte nutzbar zu machen.
Ein Kontrollflug mit Florians Drohne, die Luftlinie unseren Beobachtungspunkt erreichen konnte, beruhigte alle. Die Teile der Ausrüstung, die auf dem Feld zurückgelassen wurde, standen unversehrt an ihren Positionen. So konnte man sicher sein, dass der Aufbau in der Hälfte der Zeit stattfand und wir auch erst gegen 17:30 Uhr zur Sonnenfinsternisbeobachtung starteten. Das Shuttle brachte uns in wenigen Minuten über die gelben Stoppeläcker auf die Anhöhe.
Tatsächlich war der Ausblick jetzt schon wieder gigantisch. Am Horizont sah man mehr und mehr Fahrzeuge, die einen Platz suchten und an einem öffentlichen Platz tummelte jetzt schon unheimlich viel Bevölkerung.
Wir aber waren ganz für uns, hoch motiviert, weit weg vom Trubel, der Hektik und konzentrierten uns auf die Vorarbeiten… zumindest unsere Foto-Gruppe. Simon und ich nutzten die Gelegenheit, die Landschaft mit dem Spektiv und Bino zu betrachten. Die Vorfreude steigerte sich mit zunehmend sinkender Sonne.
Florians Count-Down-App unterbrach irgendwann die Ruhe. Die Frauenstimme aus dem Computer zählte pünktlich die Minuten und Sekunden herunter. Pünktlich! Jeden Moment sollte der erste Kontakt stattfinden und alle waren an ihrer Ausrüstung am Start. Punktgenau traf die Vorhersage den Beginn des Himmelspektakels.
Zack, schon war die Sonne vom Mond „angeknabbert“, die Scheibe schob sich kontinuierlich Stück für Stück aus Südwestlicher Richtung vor unser Heimatgestirn.
Die folgende Zeitspanne verging zügig, alle schossen Bilder, während die Drohnen in etwas Entfernung die Szenerie festhielten. Auch Georgs Dash-Cam tat ihren Dienst erhöht auf dem Windschutzwall. Der Wind wehte an diesem Mittwoch nur leicht, als hätte er sich für die Sonnenfinsternis eine Auszeit genommen.
Wir alle waren fasziniert und bestaunten die kosmischen Vorgänge am Westhorizont. Zunehmend tauchte das Schauspiel die Landschaft in ein merkwürdig diesiges Licht. Wer schonmal eine Sonnenfinsternis erlebt hatte, kannte dieses Phänomen. Weit in der Ferne lagen noch die Felder in warmem, gelblichem Licht, während es bei uns schon seltsam düster wurde.
Über die gesamte Natur legte sich eine außergewöhnliche Atmosphäre.
Die Spannung steigerte sich. Unser Adrenalinspiegel stieg und stieg.
20.28 Uhr war es so weit. Sekunden vor dem 2. Kontakt, der Totalität, nahmen wir die Sonnenfinsternisbrillen ab und dann brachen wir in Jubel und Freude aus. Der Anblick war gigantisch.
Freude, Glück und absolute Euphorie ließ uns alle Gänsehaut bekommen. Wir freuten uns wie kleine Kinder.
Die Korona umhüllte die tiefschwarze Scheibe in goldgelben Strahlen. Es war einfach nur fantastisch. Der Anblick unbeschreiblich.
Wir alle waren „geflasht!“
Der „Once in al Lifetime-Moment” knallte voll rein!
Natürlich war der Anblick ganz ohne Optik am eindrucksvollsten. Trotzdem versuchten wir fleißig Aufnahmen zu machen. Ob mit dem Smartphone durchs Bino oder mit den aufgestellten Fotomaschinen… alle waren eifrig dabei Daten zu sammeln.
Im Bino und Spektiv traten beim visuellen Anblick an mehreren Stellen Protuberanzen an der Sonnenoberfläche tieforange-rot-pink intensiv hervor. Diese gigantischen Ausbrüche auf der Sonnenoberfläche rundeten das „Gesamtkunstwerk des Himmels“ auf ihre ganz besondere Art und Weise ab.
Dazwischen immer wieder der Blick zu Sonne und Mond mit bloßem Auge. Die 1:44 Minuten vergingen wie im Flug. Und schon blitzte unser Gestirn wieder mit aller Macht am Mond vorbei.
„Der Diamantring“ – ein wunderbarer Effekt, der einfach unglaublich intensiv in Erinnerung bleibt.
Genauso schlagartig wie die Totalität eintritt, so schnell erstrahlt die Umgebung sofort leuchtend im Sonnenschein.
Ohne Schutzbrille oder Filterfolie war der Anblick umgehend zu grell.
„Mission complete!!!“ Jetzt musste noch ein Gruppenbild zur Erinnerung mit der Drohne geknipst werden.
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(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25.09.2026, 12:15 von Uwe.)
Kapitel 6:
Cool-down…
Die Siegerzigarren, die unter sprachlichen Herausforderungen im Tabakshop (Uwe: „Uno Fumar Mata!“ mit Fingerzeig auf das Schachtelchen) ergattert wurden, durften, ob der klimatischen und wetterbedingten Umstände unter besonders strengen Sicherheitsvorkehrungen gedampft werden.
Jetzt galt es lang möglichst weitere Aufnahmen zu sammeln, ehe sich die Sonne hinter den Horizont schob. Während der tiefen Stellung des Sonnenuntergangs war es auch möglich ohne Schutzbrille bzw. Filter durch das Spektiv bzw. Bino zu beobachten, wie sich der Mond immer weiter aus der Sonnenscheibe bewegte. Wir waren die ganze Zeit mit voller Begeisterung bei der Sache.
Hier sagen unsere Bilder, Aufnahmen und Filme sicher mehr als tausend Worte…
Aber eine totale Sonnenfinsternis muss man einfach erlebt haben, um die Gefühle nachzuvollziehen.
Schließlich versank die Sonne blutrot am Horizont und die Dämmerung brach langsam herein. Wir blieben natürlich vor Ort und freuten uns auch auf die Nacht.
Die Wettervorhersagen für die kommenden Tage meldeten Regen, was eine weitere Aufnahmenacht inmitten der Felder bzw. weit weg vom Streulicht der Orte und windgeschützt nicht möglich machte.
So blieb dieses letzte Zeitfenster nach dem Sonnenfinsternisabend für die südliche Milchstraße, die Antares- und Schützenregion. Bis deutlich nach Mitternacht hielten Marco, Florian und Ralf ihre Optiken auf die lohnenden Ziele und sammelten Photon um Photon für ihre Deep-Sky-Sammlung.
Außerdem stand noch das Perseiden-Maximum an, welches wir uns ebenfalls nicht entgehen lassen wollten. Während einige Aufnahmeserien liefen, blickten wir entspannt hinauf und erhaschten immer wieder hellere Sternschnuppen des Perseus und ein paar größere Brocken anderer Ströme. Insgesamt war die Sichtbarkeit jedoch durch den Staub in der Atmosphäre beeinträchtigt. Wir schwelgten auf alle Fälle noch voller Euphorie von der Sonnenfinsternis und den Gänsehautminuten, in denen unsere Sonne vom Mond verdeckt wurde.
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25.09.2026, 12:38
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25.09.2026, 12:50 von Uwe.)
Kapitel 7 (verflixt?)
Den Glücksmoment schätzen lernen
Dass das Wetter schon am nächsten Abend mit ordentlich Wolkenbildung und stärkeren Gewittern daherkommt, verdeutlichte, wie gut es der Schöpfer mit uns gemeint hatte. Eine Fahrt über goldgelbe Stoppeläcker und ausgewaschene Feldwege war damit unmöglich geworden.
An Deep-Sky-Aufnahmen war am Donnerstag nicht zu denken.
Simon, Florian und Uwe nutzten diesen Tag um in Burgos eine Kultur-Tour zu unternehmen. Die Kathedrale mit ihren Kunstschätzen, den fantastisch ausgestatteten Kapellen und dem einzigartigen Chorgestühl war absolut sehenswert. Nicht nur in den Kellergewölben waren allerlei Reliquien und Kirchenschätze ausgestellt. Der Kreuzgang mit den bunten Glasfenstern tauchte alles in ein besonderes Licht.
El Cid – Rodrigo Dias de Vivar (1045 *) – ein kastilischer Ritter und Kämpfer für den christlichen Glauben gegen den Islam sowie als Symbol für die Einheit Spaniens, ist in Burgos als große Statue ebenfalls gegenwärtig.
Die Altstadt mit ihren schmalen Gassen, Parks und dem Rio Vena ist absolut sehenswert.
Postkarten zu finden ist allerdings mittlerweile ein schwierigeres Unterfangen. Simon beschloss kurzerhand selbst aktiv zu werden und gestaltete sich aus schwarzem Karton und seinen Buntstiften eigene „Grußkarten“.
Bei knapp 40° in der Stadt und diesigem Himmel waren wir nach etwa 4 Stunden dann auch zufrieden und traten den Rückweg an, nicht ohne noch einmal Proviant aufzunehmen.
Ralf und Marco nutzten die Zeit im Ferienhaus schon mit Bildbearbeitung und konnten erste Ergebnisse zeigen.
Die Nachmittagsstunden verbrachten wir dann weiter mit Bildbearbeitung, Pooling und Chillen. Abends machten wir dann die örtliche Bar unsicher ehe der obligatorische Mitternachtssnack folgte.
Am Letzten Tag galt es unser Material zu säubern, den Bus vom Staub und Stroh zu befreien und erste Utensilien im Gepäckraum zu verstauen. Abfahrt war für Samstag früh geplant, damit wir bis zum Abend wieder in heimischen Gefilden ankommen.
Rodriguez organisierte noch ein paar heimische Spezialitäten bzw. kulinarisches Kulturgut. Er war mit Uwe unterwegs um Morcilla (Blutwurst mit Reis), Chorizo aus Kastilien (mit Paprika rot gefärbte Wurst-Spezialität aus Schweinefleisch) und Käse einzukaufen.
Darüber hinaus brachte er uns Birnen und Eier von seinem Bauernhof und verkaufte uns von seinem selbst hergestellten Sonnenblumenhonig.
Am letzten Abend folgten wir seiner Empfehlung und kehrten in einem ortsansässigen Rasthof ein. Die Wahl war dann doch eher durchwachsen und der einsetzende Starkregen unterkühlte nicht nur die Landschaft, sondern auch unsere Stimmung. Die Karte des „El Alfoz“ gab erst nach der Übersetzer-App das Essensangebot preis und die vollmundigen Gerichte waren auf dem Teller mit großen Augen äußerst nüchtern zu betrachten.
Nüchtern blieb auch beinahe Simon, der mit seiner Wahl der Lammkoteletts einen Teller Schälrippchen erhielt, wobei die Betonung eindeutig auf Rippchen gelegt werden muss.
Das Gericht sah aus wie ein Teller voller abgenagter Knochen.
Böse Stimmen behaupteten:
„Da war doch schon einer dran!“ oder „Der kam vom Nachbartisch direkt zu dir.!“
Das Vorspeisebrot war mehr als kross und diente als zusätzliche Beilage.
Auch die drei winzigen Steinpilzchen in der Soße der „Schweinebäckchen“, überzeugten bei Uwes Gericht nicht. Zumindest war die Portion reichlich, geschmacklich hervorragend und die dazu gereichte große Pommes-Schüssel rettete Simon über den Abend. Ralf sezierte ein hauchdünnes Schweineschnitzel, durch das man Zeitung hätte lesen können.
So geläutert, standen die Kochkünste der eigenen Küche unter einem völlig anderen Stern. Guide Michelin lässt grüßen und die Reisegruppe beschloss kurzerhand dem „King of the Kitchen“ (im Nachgang recherchiert) das Essen auszugeben.
Der Tankstopp auf dem Weg nach Matamala, schloss nahtlos an das „Essensfiasko“ an. Der mit Geldscheinen gefütterte Automat erwies sich als „Ein-Säuliger-Bandit“, der uns weder Diesel, noch irgendwelches Rückgeld ausspuckte. Das hätten wir uns aber eigentlich denken können.
So hatte die Reise an diesem Abend doch einen gewissen Tiefpunkt erreicht. Es müssen bei so einer Expedition halt doch Opfer gebracht werden.
Alles, was an Kameras, Teleskopen und sonstigem Astroequipment nicht mehr gebraucht wurde, fand nach Ankunft in der „Base“ im Bus seinen Platz. Einzig das Reisegepäck und die Reiseverpflegung musste dann zur Abreise am nächsten Morgen noch geladen werden.
Ob man die Tisch- und Bettwäsche nicht noch in der bisher unbenutzten Waschmaschine reinigen sollte, wurde kontrovers diskutiert. Dass die Jugend eine andere Einstellung zu Sauberkeit und Ordnung mitbringt, hätten sich die „Alten“ denken können. Zum Glück haben wir nichts beschlossen… sonst wär es wahrscheinlich eskaliert.
Die Abfahrt war Samstag, pünktlich um 6.00 Uhr terminiert.
Wir gingen zeitig in die Heia, damit wir fit für die lange Heimreise waren. Geschlafen haben die meisten jedoch nicht wirklich tief und fest.
Um 5.15 Uhr hörte man die ersten Wecker im Haus. Wolfsgeheul, welches von weit her über die Felder wahrzunehmen war, begleitete den Sprung aus den Federn.
Das Frühstück war schnell gerichtet. Der letzte Kaffee blubberte durch die Maschine und verbreitete seinen Duft im Ess-Wohnbereich. Alle halfen mit, die Wohnung besenrein zu verlassen. Ein letzter Gang des Wertstoffbeauftragten zu den örtlichen Containern, ein letztes kleines Taschen- und Koffer-Tetris im Gepäckraum und schon brummte der Motor des Expeditionsfahrzeugs.
Wie geplant verließ die Sonnenfinsternisfähre dann „pünktlich“ um 6.20 Uhr mit einem:
„…So schön, schön war die Zeit…!“ aus Uwes Playlist das Basiscamp der Solarnauten.
Die lange Reise Richtung Badisch Sibirien blieb ohne nennenswerte Zwischenfälle. Knochen wurden sortiert, Gelenke gelockert, Treibstoff nachgefüllt, gevespert, die französischen Wegelagerer zufriedengestellt, Plätze getauscht und kurz vor Karlsruhe noch eine von hochoffizieller Seite dokumentierte Reiseaufnahme des Piloten erstellt (damit auch unsere besseren Hälften zu Hause auch wirklich wissen, dass wir unterwegs waren) …
Bis heute ist allerdings noch kein Bußgeldbescheid eingegangen. Vielleicht hatte der Fahrer auch Glück, dass der Blitzer nicht richtig getroffen hat.
Nach gut 19 Stunden kehrten wir letztendlich etwas erschöpft zum Startpunkt der Reise zurück. Die Mission war zu Ende. Über unseren Köpfen spannte sich in Großrinderfeld glitzernd zwischen wenigen Wolkenfetzen die fränkische Sommermilchstraße. Wir verluden das Gepäck in die Fahrzeuge und verabschiedeten uns in der Gewissheit absolut unvergessliche Tage erlebt zu haben.
Sicher wären gerne alle nochmal gemeinsam unterwegs.
. ..THE END!!!
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