20.09.2026, 12:41
Liebes Forum,
ich habe ein Verständnisproblem: wie rotieren Spiralarme in Galaxien?
Ich lese gerade von König/Binnewies den „Bildatlas der Galaxien“. Ich zitiere: „Das Auftreten von Spiralarmen kann aber nicht direkt mit der Orbitalbewegung der Sterne um das galaktische Zentrum zusammenhängen, da sonst die differentielle Rotation im Laufe der Zeit zu einem Aufwickeln der Spiralarme und (…) Zerstörung der Spiralarmstruktur geführt hätte.“
OK, das Argument verstehe ich schon nur so halb, weil zuvor davon die Rede war, dass die Rotationsgeschwindigkeit um das galaktische Zentrum v[r] für hohe r nahezu flach, also entfernungsunabhängig verläuft, aufgrund der gravitativen Wirkung der Dunklen Materie.
Aber lesen wir weiter: „Wie also kommt es zu den Dichtewellen? Bei jeder geschlossenen Orbitalbewegung liegt zwischen der minimalen zur maximalen Distanz (…) ein Winkel von 180°. Beim Orbit innerhalb der Scheibenebene kommt es zu Abweichungen von diesem einfachen Modell, die die Umgebung das Gravitationspotential und somit die Bewegung des Körpers beeinflusst. Der Orbit eines Sterns in der galaktischen Ebene ist nicht geschlossen und die Winkeldistanz zwischen maximalem und minimalem Abstand (…) ist kleiner als 180°. (…) Der Motor der Dichtewellen liegt in der schwachen, vom Radius abhängigen Driftbewegung der Maxima der Orbits.“
Aha, also laufen diese Dichtewellen wie die Klingen eines Mixers durch die Sternensuppe der galaktischen Ebene. Nähert sich eine Dichtewelle, wird ein Stern in seinem Orbit gestört und irgendwie beschleunigt und rückt mit seinen Nachbarn zusammen, irgendwie wie die Ziehharmonikawellen in einem Autobahnstau. Aber ich habe trotzdem Fragen:
1. Wie laufen diese Dichtestörungen durch die galaktische Ebene? Angenommen dieses C hier sei ein Spiralarm und dieser Punkt . hier sei das galaktische Zentrum: C. Läuft die Dichtwelle jetzt im Uhrzeigersinn weiter wie eine Sichel (konkav)? Oder gegen den Uhrzeigersinn wie der schlabbrige Draht eines Rasentrimmers (konvex)?
2. Läuft die Dichtewelle im selben Drehsinn durch die galaktische Scheibe wie die Orbits der Sterne oder diesen Entgegen?
3. Entzieht diese monströs riesige Verquirlbewegung den Sternen Rotationsenergie? Rücken sie dabei immer näher ans Zentrum, weil sie netto langsamer werden?
Fragen über Fragen. Vielleicht hat ja einer von euch schon länger darüber nachgedacht und weiß Rat.
LG
Philipp
ich habe ein Verständnisproblem: wie rotieren Spiralarme in Galaxien?
Ich lese gerade von König/Binnewies den „Bildatlas der Galaxien“. Ich zitiere: „Das Auftreten von Spiralarmen kann aber nicht direkt mit der Orbitalbewegung der Sterne um das galaktische Zentrum zusammenhängen, da sonst die differentielle Rotation im Laufe der Zeit zu einem Aufwickeln der Spiralarme und (…) Zerstörung der Spiralarmstruktur geführt hätte.“
OK, das Argument verstehe ich schon nur so halb, weil zuvor davon die Rede war, dass die Rotationsgeschwindigkeit um das galaktische Zentrum v[r] für hohe r nahezu flach, also entfernungsunabhängig verläuft, aufgrund der gravitativen Wirkung der Dunklen Materie.
Aber lesen wir weiter: „Wie also kommt es zu den Dichtewellen? Bei jeder geschlossenen Orbitalbewegung liegt zwischen der minimalen zur maximalen Distanz (…) ein Winkel von 180°. Beim Orbit innerhalb der Scheibenebene kommt es zu Abweichungen von diesem einfachen Modell, die die Umgebung das Gravitationspotential und somit die Bewegung des Körpers beeinflusst. Der Orbit eines Sterns in der galaktischen Ebene ist nicht geschlossen und die Winkeldistanz zwischen maximalem und minimalem Abstand (…) ist kleiner als 180°. (…) Der Motor der Dichtewellen liegt in der schwachen, vom Radius abhängigen Driftbewegung der Maxima der Orbits.“
Aha, also laufen diese Dichtewellen wie die Klingen eines Mixers durch die Sternensuppe der galaktischen Ebene. Nähert sich eine Dichtewelle, wird ein Stern in seinem Orbit gestört und irgendwie beschleunigt und rückt mit seinen Nachbarn zusammen, irgendwie wie die Ziehharmonikawellen in einem Autobahnstau. Aber ich habe trotzdem Fragen:
1. Wie laufen diese Dichtestörungen durch die galaktische Ebene? Angenommen dieses C hier sei ein Spiralarm und dieser Punkt . hier sei das galaktische Zentrum: C. Läuft die Dichtwelle jetzt im Uhrzeigersinn weiter wie eine Sichel (konkav)? Oder gegen den Uhrzeigersinn wie der schlabbrige Draht eines Rasentrimmers (konvex)?
2. Läuft die Dichtewelle im selben Drehsinn durch die galaktische Scheibe wie die Orbits der Sterne oder diesen Entgegen?
3. Entzieht diese monströs riesige Verquirlbewegung den Sternen Rotationsenergie? Rücken sie dabei immer näher ans Zentrum, weil sie netto langsamer werden?
Fragen über Fragen. Vielleicht hat ja einer von euch schon länger darüber nachgedacht und weiß Rat.
LG
Philipp
At this point, hobby astronomers have become citizen scientists.
