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Jupiter & Io-Durchgang
#1
Hallo zusammen,

nach etwas Astro-Frust (Tau, Softwareprobleme mit der neuen ASI12MM-Kamera) hatte ich gestern nacht gegen 2:00 tatsächlich mal wieder ein entrücktes Lächeln im Gesicht.

Die Beobachtungsbedingungen waren leider nicht ideal. Das Seeing war zwar recht gut, aber die Durchsicht war sehr mäßig - leichter Bodennebel, und immer wieder durchziehende Hochnebelfelder, die einen breiten Hof um den Mond erzeugten. Immerhin, dank Taukappe mit Heizband (und geringerem Taufall) blieb die Schmidtplatte einigermaßen frei.

Zu beobachten gab es eigentlich wenig: Der helle Mond überstrahlte in Kombination mit dem Nebel die meisten Sterne. Blieb noch Jupiter, der sehr hoch stand und damit außerhalb der dicksten "Suppe" stand. Brauchbare Bedingungen, um den Io-Durchgang zu beobachten.

Fasziniert konnte ich beobachten, wie sich Io langsam an dem Rand des Gasriesen näherte, und ein Schattenfleck auf der Oberfläche Jupiters erschien. Die Kamera lief mit: Per SharpCap nahm ich Videos mit 1:30 min Länge im Abstand von 5 Minuten auf. Wäre ich nicht nach ca. 30 Minuten nicht am Kabel hängengeblieben Angry, könnte ich jetzt den kompletten Durchgang präsentieren - so blieb immerhin die Zeit von 0:40 Uhr bis 1:10 Uhr. Hier das Ergebnis als animiertes GIF (zum Abspielen bitte anklicken):

   

Macht jedenfalls Lust auf weitere Beobachtungsabende - und das C 9.25 bleibt erst mal im Inventar :-)

Viele Grüße, W.
Viele Grüße, W.

We shall be restoring normality as soon as we know what is normal anyway. (Douglas Adams)
https://wolfgangs-gartensternwarte.de
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Dyskolos (06.01.2014), Martin.F (24.12.2013), Ulf (23.12.2013)
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#2
Hallo Wolfgang,

ein geniales Video! Viel zu selten sieht man so einen dreidimensionalen Eindruck, wie bei deinem Ergebnis. Das ist einfach toll und es bereitet Freude das Filmchen anzusehen.

Daumen hoch

Das Tauproblem bekommst du sicher noch in den Griff und ansonsten einfach nach einem Newton greifen... ShyRolleyes
the sky is the limit

Gruß Uwe

"Sehen ist schwieriger als Glauben" Zitat aus "Die Kometenjäger"

http://www.the-night-black-white.de
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#3
Hallo Wolfgang!
Da ist Dir was tolles gelungen! und großen Respekt vor der "Nachtschicht" und Deiner Ausdauer Daumen hoch
Schade, dass Du am Kabel hängen geblieben bist. Denn das letzte Bild ist das schärfste, das Du in der Serie hast.
Viele Grüße
Christoph

https://www.klostersternwarte.de
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#4
Tolle Animation!

Den Schatten sieht man ja immer, aber den Mond selbst in dieser Deutlichkeit sieht man schon seltener. Zumindest visuell muß ich mich da ganz schön anstrengen. Hier sticht er förmlich heraus, toll.

Gruß
Winfried
Wenn filmen so einfach wäre, dann hieße es "RTL"
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#5
Hallo Wolfgang,

eine Klasse Animation hast du da gezaubert. Daumen hoch

Warum verwendest du sharpcap und nicht firecapture? Ich finde firecapture bietet viel mehr Möglichkeiten die Kamera anzusteuern.

Frohe Weihnachten wünscht

Frank
Nur in einem ruhigen Teich
spiegelt sich das Licht der Sterne...
(aus China)
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#6
Hallo zusammen,

noch ein paar Anmerkungen von mir...

Ich war etwas erstaunt, wie groß die Unterschiede zwischen einzelnen Summenbildern trotz gleicher Aufnahme- und Bearbeitungstechnik ausfielen. Das letzte Bild zeigt tatsächlich deutlich mehr Details als alle anderen. Macht den Begriff "Lucky Imaging" nochmal deutlich...

Der Mond kommt etwas deutlicher als bei visueller Beobachtung raus, weil ich ihn per "Abwedeln"-Werkzeug in PS selektiv aufgehellt habe - in dem Maß, wie es mir noch legitim erschien ;-)

Mit Firecapture habe ich auch experimentiert, konnte aber keine guten Ergebnisse erzielen. Die aktuelle Version ist immer wieder "eingefroren". Die aktuelle Betaversion hat dieses Problem zwar beseitigt, aber da ist die Framerate immer wieder auf < 4 fps eingefroren. Sharpcap lief dagegen problemlos, und ich finde die Benutzeroberfläche auch deutlich geradliniger und intuitiver. Geschmackssache :-)

Viele Grüße, W. (der hart daran arbeitet, nicht mehr über Kabel zu stolpern)
Viele Grüße, W.

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#7
Hallo Wolfgang,

ganz stark! Daumen hoch
Astronomische Grüße
Ulf

[Bild: signatur.jpg]

Wer die Freiheit einschränkt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren!
Benjamin Franklin
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#8
Hallo zusammen,

freundlicherweise gab es am 30.12.13 nochmal einen Durchgang von Io vor Jupiter, so dass ich noch einen zweiten Versuch machen konnte. Und diesmal bin ich NICHT über das Kabel gestolpert :-) Zum Einsatz kam wieder das C 9.25 mit einer 2,5x Barlow auf Celestron CAM und als Kamera die ZWO 120Mm.

Im Zeitraum von ca. 2 Stunden habe (automatisiert per Sharpcap) 5-Minuten-Abständen Einzelvideos zu je 1:30 min aufgenommen.

Ganz problemlos ging es auch diesmal nicht ab: Trotz Taukappe & Heizband (ja... kennen wir schon...) setzte sich die Schmidtplatte immer mehr mit Reif zu. Bei letzten 5 Videos war nur noch ein ca. 10 cm breiter Ring im Außenbereich frei... erstaunlich, dass man trotzdem noch was von Jupiter sehen konnte. Auch die Nachführung erforderte noch etwas Handarbeit, denn 5875mm (2350 x 2,5) Brennweite über zwei Stunden exakt auf dem kleinen Kamerachip nachzuführen übersteigt dann doch die Fähigkeiten der CAM.

Parallel dazu habe ich noch den Dobson rausgeholt und den Monddurchgang dort "live" mitverfolgt. Ein paar kurze Ausflüge zu ein paar Standardkerzen des Winterhimmels (Fuhrmann-Sternhaufen, Krebsnebel, Orionnebel) lohnten nur wenig, weil die Arbeit am Laptop natürlich immer wieder die Dunkeladaption zunichte machte.

Für die Nachberarbeitung habe ich die 19 Videos (> 60 Gb) mit Autostakkert gestackt, mit Registax, Fitsworks und PS nachbearbeitet und schließlich zu einem kurzen Filmchen zusammengebaut. Bezüglich Schärfe und Kontrast geht da sicher noch mehr, aber unter Berücksichtigung der reifbedeckten Schmidtplatte bin ich mit dem Ergebnis erst mal zufrieden Smile



Viele Grüße, W.
Viele Grüße, W.

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#9
Hallo Wolfgang!
GROSSES JUPITERKINO! Gefällt mir sehr, nicht nur Deine Ausdauer über Stunden Videos aufzunehmen, sondern auch, wie Du es in einen Film verarbeitet hast. Daumen hochDaumen hochDaumen hoch
Viele Grüße
Christoph

https://www.klostersternwarte.de
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#10
Hallo Wolfgang,

Super! Daumen hoch
Astronomische Grüße
Ulf

[Bild: signatur.jpg]

Wer die Freiheit einschränkt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren!
Benjamin Franklin
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#11
Hallo Wolfgang, echt Klasse gemacht! Daumen hoch

Viele Grüße, Michael
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#12
Hallo Wolfgang,

ein schönes Video ist Dir hier gelungen. Danke für's Zeigen.

Aber, dass Du trotz Taukappe und Heizung immer noch solche Probleme hast. Huh

(01.01.2014, 19:59)Wolfgang.F schrieb: Trotz Taukappe & Heizband (ja... kennen wir schon...) setzte sich die Schmidtplatte immer mehr mit Reif zu. Bei letzten 5 Videos war nur noch ein ca. 10 cm breiter Ring im Außenbereich frei... erstaunlich, dass man trotzdem noch was von Jupiter sehen konnte.

Ich gehe mal davon aus, Du meintest oben sicherlich 'noch ca. 10 mm breiter Ring',
da ich sonst sagen würde, das ist der Fangspiegel und kein Tau Tongue.

Darf ich fragen, wie (bzw. wo) Du Taukappe und Heizband am Tubus anbringst?
Ich hatte damals - wie Du sicher noch weißt - auch meine liebe Not mit dem
absaufenden C8, jedoch hat die Taukappe (Selbstbau aus Heizkörpertapete)
und Heizband das Problem ein für alle mal erledigt.

Ich wickelte das Heizband bei mir unmittelbar auf die Fassung der Schmidt-Platte
(den vorderen Tubus-Ring) auf. Außerdem hoffe ich, dass dieser immer noch
aus einem Metall besteht und nicht inzwischen eine Art Kunststoff ist, der Wärme
nur schlecht leitet. Die Taukappe konnte ich bei mir direkt vorne aufstecken,
da ich sie so gefertigt habe, dass sie praktisch 'saugend' passte. Die käuflich zu
erwerbenden Taukappen (Astrozap, Kendrick) werden meines Wissens der Länge nach
geöffnet und um den gesamten Teleskoptubus gelegt.

Auf den Bildern von Astroleuchten.de wird die Heizung um die Tauschutzkappe gewickelt.
Bei einer Tauschutzkappe aus Kunststoff würde ich dies nicht machen, da die Kappe sonst
die wirkungsvoll die Wärmequelle isoliert.
[Bild: signatur_fs.gif]
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#13
Hallo Florian,

lass uns zum Thema Tauproblematik mal kurz hier rübergehen: Tauschutz für SC

Viele Grüße, W.
Viele Grüße, W.

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