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  BB vom 5.8.2020 - 135 mm AOM-FLT und 115 m Refraktor
Geschrieben von: Christoph - Gestern, 15:27 - Forum: Beobachtungsberichte - Antworten (2)

Hallo!

Als guter Schüler muss ich noch meine Hausaufgaben machen. Sleepy

Gestern Abend war ich in Großrinderfeld bei Uwe zum ultimativen, weil zeitlich bislang einzig möglichen, Test des 135 mm AOM-FLT zu Besuch sein konnte. Nach der Öffnung und Schärfung der Pupillen durch ein bestes Abendmahl mit Hefeweizen bauten wir gegen 20 Uhr MESZ langsam auf.

Gegen 21:10 MESZ stand der erste Härtetest an: ist Wega schon über dem Dachfirst zu erkennen. Kurz vor 21:15 MESZ konnte ich sie mit nacktem Auge erspähen. Uwe fand sie dann auch gleich darauf über seinem Haus stehen.

Nach ein paar Minuten zeigte sich dann auch Jupiter über den Büschen, die so genial geschnitten sind, dass sich eine natürliche Sternwarte auf der Terasse von Uwe ergibt. Die Straßenlaterne im Westen wird wirksam mit einem großen Holzschild abgedeckt.

Nach kurzem Einnorden und kalibrieren der FS2 stand der König der Planeten leuchtend im Okular. Doch was war der Anblick? Immer wieder zuckten kleinere Blitze über die Planetenkugel hinaus, die vor sich hinwaberte! Sollte meteoblue mit den angedrohten 3,x"-Seeing recht behalten? War der Schwenk auf 1,8" nur eine Täuschung? Undecided 

Unschlüssigerweise gingen wir zum Gegentest des Seeings auf Double-Double, Eps Lyr. Das Quartett haute richtig rein! Bei Vergrößerungen von bis zu 430 x war so viel Luft zwischen den Sternchen, dass man Kartoffeln hätte reinsäen können! Fein zeichnete der AOM-FLT die Farbnauncen, die im kleineren APO ein wenig untergingen. Aber der kleine schlug sich wacker. Nur an den größeren Sternkügelchen merkte man ihm bei der ausnahmsweis sinnvollen Übervergrößerung die kleinere Öffnung an. Das Seeing schien sich wesentlich zum Besseren zu entwickeln.

So ermutigt schwenkten wir wieder auf Jupiter: zunächst hatte noch mein 115 mm - APO leicht die Nase vorn, aber nach einer kurzen Gleichstandsphase zog der größere 135er an ihm unaufhaltsam mit der Bildqualität vorbei. Neben den Hauptbändern, die gekräuselt, mit Wolkenschleppen, kleinen Lücken und dickem Wolkenknäuel im NEB gefüllt waren, zeigten sich auch noch weitere, feine Bänder im Norden und Süden. Die Monde ließen wir rechts liegen, wobei sie deutlich alleine von ihrer Größe zuordenbar waren. Nach und nach steigerten wir die Vergrößerung von 135x über 240x bis zu 320x. Nach meinem Eindruck war 240-fach die beste (Auf-)Lösung.

Dann musste natürlich die Alccd-QHY 5III 178 in den Zenitspiegel, da wir keine passende Abstandshülse hatten. Mit Videos von einer Minute ohne einer Barlow oder sonstiger optischer Verlängerung, wurden fast 30.000 Bilder auf die Platte gespült. Das Bild lässt sich sehen:

   

Vier Videos wurden gestackt mit Autostakkert, derotiert in WinJupos und dann mit Fitswork in den RGB-Einzelkanälen individuell vorgeschärft. Dann folgte mit PS Farbkorrektur und Detailschärfung. Ein Vergleich mit Christoper Go´s aktuellen Bilder zeigt die ausgezeichnete Qualität - wir hatten ja nur 40% des Durchmessers und nur enstprechend kleinere Lichtsammelfläche (nur 15%!) und Jupiter stand statt im Zenit nur 17° hoch!

Dann folgte Saturn. Feine Bänder zeigten sich auf der Kugel des Herrn der Ringe. Die Cassiniteilung war ringsum zu sehen. Im Haupt-Wolkenband meinten wir Einzelheiten sehen zu können. Am AOM-FLT zeigte sich neben Titan, Rhea, Tethys und Dione, sehr nahe am Planeten stehend. Im kleineren Bruder war letzterer nur zeitweise zu erkennen.

   

Nebenbei hielten wir zur Entspannung nach C/2020 F3 Ausschau, den wir auch schnell im Sternbild der Coma mit dem Feldstecher fanden. Eine Sponti-Montage meiner Canon 6Da mit 200 mm Objektiv auf einer Vixen-Schiene machte eine schnelle Aufnahme über Nachbarshaus möglich. Es folgte dann noch C/2017 T2, der auch gerade noch über einem Busch zu finden war. Die Bilder sind aber noch auf der Platte.

Gegen Mitternacht mussten dann noch ein paar Deep-Sky-Objekte als Absacker herhalten (numerisch aufgezählt): M11, M16, M17, M20, M21, M22, M27, M28 - alle sehr eindrucksvoll, vor allem, wenn der fast nochgrinsende Vollmond in Betracht gezogen wird. Die Durchsicht war ungemein stark!

Alles in allem war es ein übervoller und beeindruckender Beobachtungsabend! Daumen hoch
Der AOM-FLT hielt mehr, was ich mir von ihm versprach. Einfach Wahnsinn, was an einem noch nicht einmal 5,5" APO geht! Daumen hoch

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  C/2020 F3 NEOWISE vom 18.07.2020
Geschrieben von: Ulf - 04.08.2020, 18:04 - Forum: Unser Sonnensystem - Antworten (1)

Hallo,

ich hätte noch einen nachzügler.

Am 18.07.2020 Fotografierte ich noch einmal NEOWISE mit meinem neuen 500mm Spiegelobjektiv.
Das fokussieren ist "anspruchsvoll" und das auskühlen des Objektivs sehr wichtig.
Die Gesamtbelichtungszeit waren wieder kurze 30 Sekunden.


Komet C/2020 F3 NEOWISE am 18.07.2020, 22:16:12 Uhr bis 22:17:12 Uhr MESZ
Canon EOS600D mit Walimex Pro 500mm auf Stativ, 5 RAW Aufnahmen t=6(∑30) Sek. ISO6400
Aufaddierung & Nachbearbeitung mit Giotto 2.21, Fitswork 4.47, Gimp 2.10 und PS CS2 9.0.2

[Bild: neowise_2_gr.jpg]

Zu sehen ist der Komet C/2020 F3 NEOWISE mit einer Helligkeit von +3.0mag im Sternbild Großer Bär
Der helle Stern oben links ist HD77770, unterhalb davon ist eine Satellitenspur zu sehen
Der helle Stern oben rechts ist HD77227
Der helle Sterne links in der Mitte ist HD77601
Der helle Stern über NEOWISE ist HD76656 und der helle Stern unterhalb ist lota UMa (HD76644)

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  AdW KW32 von Ralf
Geschrieben von: Florian B. - 04.08.2020, 07:27 - Forum: Aktuelles aus der Astronomie - Antworten (4)

Servus,

hier werden die AdWs ja wie am Fließband produziert. Glückwunsch an Ralf für das Astronomiebild der Woche, Nr. 32: hier. Ein offenbar doch eher "ausgefallenes" Objekt, wenn nicht einmal ein Peter Riepe es kennt.  Cool
Coole Sache, Ralf!  Big Grin

Grüße,

Florian

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  Simeis 57 der Propellernebel
Geschrieben von: Astrokarsten - 03.08.2020, 19:58 - Forum: Deep Sky - Antworten (1)

Hallo Astrofreunde,

letzte Woche konnte ich zwei Nächte den Propellerbebel - Simeis 57 fotografieren. Das Ziel war das erste Bild in Halpha mit der Canon 650 Dm. Die Bedingungen waren sicher bei fast Vollmond für den 12nm Optolong Filter nicht optimal, weil der dann doch zu viel Licht durchlässt. Schwieriger aber war die durchgehend hohe Exif-Temeratur von 27 bis 30 Grad bei den eingestellten ISO 1600.

Ich habe insgesamt genau 7 Stunden (42 x 600s) belichtet und wie immer mit dem ED80 auf NEQ6 fotografiert. Bearbeitet ist das Ganze komplett in PixInsight. Jetzt warte ich auf klare Neumond Nächte für die Farbe.


   

Und ohne Sterne

   

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  Neowise Pitatusstrahl und Pluto
Geschrieben von: Philipp - 03.08.2020, 17:56 - Forum: Beobachtungsberichte - Antworten (1)

Hallo zusammen,

auch wenn es jetzt schon ein Weilchen her ist, will ich versuchen einige Eindrücke wieder zu geben:

Der Überraschungskomet Neowise hat uns sicherlich alle begeistert und viele wie auch ich haben ihn wenn möglich ausgiebig Beobachtet. Er war der hellste und Eindrucksvollste Komet seit Hale Bob 1997
Da ich zu hause keine freie Horizontsicht habe zog ich zweimal am 12. und 14. 07. in der zweiten Nachthälfte bei mir rauf aufs Feld. Die schöne trockene klare Luft sorgte für gute Durchsicht und so baute ich mein 100 mm ED Binoteleskop schnell auf. Schon im Auto konnte ich am Nordhorizont eine längliche Aufhellung erkennen, um so Eindrucksvoller dann als ich aufbaute. Im Bino bei 29x war es dann eine Wucht, als er in Stereo im Gesichtsfeld stand. Die Koma mit einem extrem hellen Punkt in der Mitte und auf beiden Seiten konnte man sehen, wie das Schweifbildende Material abströmte. Der gesamte Schweif war mehrere Grad lang, und ich musste ihn bis zum Ende abfahren. Ein zweiter dünner schwacher bläulicher Streifen war neben dem hellen Staubschweif zu sehen. In den 82° 8,8 mm Explor Okularen bei 81x zeigte sich der Komabereich natürlich noch imposanter und in den beiden 5 mm 82° Nagler bei 140x konnte man schön Details in der Koma und dem abströmenden Staub und Gas studieren. Trotz der flachen Höhe von ca 5° über dem Horizont konnte man dank der guten Durchsicht alles schön geniesen. Was für ein schöner Bilderbuchkomet. Endlich nach so langen Jahren des Wartens hat uns endlich mal einer diesen Gefallen getan.
Ich mache noch nebenbei Bilder mit der Canon auf Stativ.

Zwei Nächte später am 14.07. treffe ich gegen 01:00 Martina auf dem Feld. Sie ist auch mit ihrem Bino unterwegs und wir spechteln eine kleine Weile durch mein Bino, bevor sie nach hause fährt.
Wieder steht der Komet prächtig im Gesichtsfeld und ich kann mich gar nicht satt sehen. Mit dem Bewustsein, dass die Show nur wenige Wochen anhält geniese ich den schönen Anblick und mache noch mal Bilder mit der Canon. Der Komet ist in Hochform und muss genutzt werden.

Sozusagen als Nebenschauplatz hat Jupiter ein Bedeckungsende von Ganymed im Angebot, dass ich bei 140x auch noch mit nehme. Schön anzusehen, wie sich das winzige Ganymedscheibchen almählig von der dicken Jupiterkugel löst. Schon öfters gesehen, aber immer wieder faszinierend, wenn man so die Dynamik der Planetenbewegung live beobachten kann.

Als weitere interessante Beigabe in dieser Nacht bietet der nun aufgegangene Mond das wohl sehr selten beobachtete Lichtphänomen des Pitatusstrahls. Er ist das Gegenstück des bekannteren Hesiodusstrahls bei zunehmenden Mond. Jetzt scheint die untergehende Sonne von der anderen Seite in den Pitatuskrater und erhellt den Zentralberg als scharfen dünnen Lichstrahl. Ich konnte mei meinen vorigen Recherchen keine Aufnahmen davon finden. Hat wohl noch niemend gemacht., aber ich fand eine schöne Zeichnung von dieser Szenerie die jemand anfertigte. Ich vergleiche die Zeichnung auf meinem Tablet mit dem Anblick im Okular, doch ich muss schon sehr genau und oft hinsehen, um diesen schwachen und dünnen Lichstrahl zu sehen. Kein Vergleich zum Hesiodustrahl der sich aufällig hell und relativ breitgefächert zeigt. Ich kann trotz aller Anstrengung nur vage einen nur sehr dünen kontrastarmen Lichtstreifen vor dem dunklen Kratergrund zum beleuchtetem Zentralberg ausmachen. Erschwerend kommt die niedrige Position über dem Horizont dazu. Ich werde es bei anderer Gelegenheit bei hoffentlich hoher Position noch mal versuchen Aber immerhin ich konnte das Phönomen wenn auch nur schwach erkennen.

Gehe noch mal zurück zu unserem hellen Kometenkracher und hole mir eine Lichtdusche ab, bevor ich dann zusammenpacke. Schöne Eindrücke, die das Aufstehen belohnt hatten.


Zu hause in den Nächten vom 18. 19. und 20. 07.

Wie ich bereits im letzten BB von der visuellen Plutobeobachtung geschrieben habe, machte ich mir nun zum Ziel den kleinen Gesellen wie in den beiden letzten Jahren erneut auch fotografisch zu dokumentieren. Bei den letzten beiden malen war das Ergebnis eher mäßig. Nun wollte ich einen erneuten Anlauf mit der von Florian erworbenen Canon 700 D versuchen.

Natürlich braucht man dafür mindestens zwei, besser drei Nächte, und so hoffte und bangte ich entsprechend, dass das Wetter mitspielt. In der ersten Nacht war die Lage gut, Freie Sicht zum Südhorizont und so konnte ich meine Belichtungen durchziehen. In der zweiten Nacht wurde es schon schwieriger. Ständig zogen Wolken durch, auch als ich mit dem Aufbauen des 190 mm Mak Newton auf EQ6 fertig war. Die ver.. Wolken wolten nicht weg und das Beobachtungsfenster schrumpfte immer mehr, da die Sicht nach Südwesten durch den großen Baum vom Nachbargrundstück verdeckt ist. Doch dann war endlich freie Sicht und feuerte los. Gott sei Dank im Kasten. Konnte das weitergewanderte Lichtpünktchen eindeutig auf dem Display erkennen.
In der dritten Nacht, wieder alles aufgebaut zogen wieder Wolken durch, doch es war nur von kurzer Dauer und so konnte ich zum dritten mal die Belichtungen durchführen. Als ich dann das abermals weitergewanderte Lichtpünktchen auf dem Display sehen konnte, freute ich mich schon darüber, dass es endlich drei mal am Stück und diesmal mit Eindeutigem Ergebnis geklappt hatte. Der Sensor der Canon 700 ist schon besser als bei meiner alten 350 und so zeigte sich diesmal Pluto Eindeutig auf dem Bild. Mache wieder zum Schluß noch einige Darks bevor ich dann zum Ende komme.

In den letzten Nächten konnte ich den Kometen, da er jetzt hoch genug steht, zu hause aus mit dem 16x70 mm Fedstecher und 70 mm APO gegen 23:30 gut beobachten. Trotz deutlich nachgelassener Helligkeit war die nun stärker kondensierte kugelige Koma immer noch gut zu Beobachten. So zog er südlich von Ursae major und Canis venatici und an dem großen Sternhaufen Melotte 111 vorbei, wo er jetzt nochmal deutlich schwächer geworden ist. 

Tschao Neowise, hast uns viel Freude bereitet und bis zum nächsten, wer weiß vielleicht noch spektakuläreren Besucher aus den Tiefen des Kuiper Gürtels.

Hier noch ein paar Eindrücke und die Plutoposition von The Sky 5.0 sowie die gefundene Zeichnung des Pitatusstrahls.

   

   


.jpg   Pitatusstrahl.jpg (Größe: 4,84 KB / Downloads: 52)

   

   

   

   

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  Hochsommerliche FLT - Eindrücke
Geschrieben von: Uwe - 01.08.2020, 11:11 - Forum: Beobachtungsberichte - Antworten (1)

BB vom 31.07. und 01.08.2020

Hallo in die Runde!

Im laufe der Woche verabredete ich mich angesichts der stabilen, klaren Wetterlage mit Ralf zu einer gemeinsamen Beobachtungsnacht. Der Freitag sollte es sein. Hier waren die besten Seeing-Werte laut Meteoblue gemeldet. Trotzdem hielt mich schon am Donnerstag nichts... ich musste einfach raus - stand doch schon Luna am frühen Abend leuchtend am Himmel.

Der FLT 135 wurde in der Dämmerung aufgebaut und neugierig auf den Mond geschwenkt... naja, der Anblick blieb dann deutlich hinter meinen Erwartungen zurück. Die Luft strömte sichtbar durchs Bild und hinterließ bei Vergrößerungen von mehr als 70x -  80x einen "verschlabberten" Anblick der Krater, Rillen und Berge auf unserem Mond. Der Jet wollte einfach keine Ruhe geben. Es blieb beim entspannten Betrachten aus "der Ferne"...

Jupiter und Saturn erschienen später dann ebenfalls nur so la la...! Trotzdem fand ich die Farbgebung an Jupiter mit dem GRF sehr neutral und auch Saturn mit seiner sandgelben Planetenscheibe kam nett daher. Begeisterung rief eine superhelle Sternschnuppe, die von Ost nach West quer durch den Adler schoss, hervor. 

Gegen Mitternacht baute ich entspannt und mit Vorfreude auf den gestrigen Abend ab.

21:30 Uhr - Treffpunkt Lindelbach - 105/1000 FLT-Bino neben 135/1080 FLT - So war der Plan!

Erstes Zielobjekt war selbstverständlich der Mond, bevor wir uns die Planeten vorknöpften. Es war einfach klasse! Bei der Ankunft hatte es noch Mitte der zwanzig Grad, so dass keinerlei Auskühlzeit von Nöten war. Aus dem Kofferraum heraus brachte der FLT schon ein brutal knackiges Bild und in Plato konnten bereits bei mittleren Vergrößerungen die ersten Kraterinlets erkannt werden. 

Die Luftruhe war sehrgut bis gut, die doch geringe Höhe der Objekte mit viel Atmosphärenstrecke des Lichts natürlich eher schwieriger zu kompensieren. Trotzdem zeigen beide Geräte hier eine hervorragende Performance. Zwischendurch, wenn die Luft kurz stillzustehen schien, brachen feinste Rillen, Hügel, Kraterchen durch. Gassendi war hier ein lohnendes Objekt, der vielfältige Mondgeologie zu bieten hat.

Im 105er-Bino zusätzlich mit dem bekannten 3D-Effekt, der einfach Monokular nicht zu erreichen ist. Die plastische Gestalt der Mondlandschaft mit Auswurfstreifen, Schattenkanten und grellweißen Einschlägen faszinierte einfach nur.

Ins Sachen Auflösung punktete der 135er gerade an feinsten Strukturen, die hier augenscheinlich etwas "schneller" und "einfacher" ersichtlich wurden - wie bei den Plato-Inlets. Da muss man sich dann beim Doppelapo etwas mehr konzentrieren.

Als Okulare kamen Nagler-, Ethos-, Delos-, Baader-Ortho-, Vixen HR- sowie Zeiss-Abbe- und Morpheus-Okulare zum Einsatz. Stets waren wir bemüht hier wie da auf etwa die gleiche Vergrößerung zu gelangen.

Ausprobiert wurde dann auch der Einblick mit Bino an meinem FLT 135. Mit einem 2" Zenitspiegel reicht der Backfokus nicht, sodass wir den Binoansatz geradesichtig anschlossen. Später sorgte Ralf mit dem passenden "Ersatzteil" (mein nächstes Weihnachtsgeschenk Cool ) auch hier für Abhilfe..

Der absolute Top-Anblick vom Mond gelang schließlich mit den 25er Zeiss-Abbe-Okularen. Sie liefern eine moderate Vergrößerung von 43x, welche jedoch durch das beidäugige Ansehen gefühlt auf mehr als das Doppelte "anwächst". Dazu ein derart messerscharfer, kaltweiß-klarer, kontrastreicher Anblick, dass man beinahe Gänsehaut bekommt. Über die gesamte Mondscheibe vermitteln sie einen derart plastischen, räumlichen Eindruck, als würde man gerade in einer Raumkapsel auf den Mond zufliegen... "Die musst du mir verkaufen!-...Äh, waren die nicht beim Kauf des FLT nicht sogar beinhaltet?", jammerte ich in Richtung Ralf! 

Alle anderen Okularpärchen tragen über ihre Linsenkombinationen mehr oder weniger minimale Farbnuancen mit ins Bild, welche ohne solch einen Vergleich nie auffallen würden.

Ähnliches konnten wir später an Albireo zwischen Nagler, Ortho und Vixen HR feststellen. Das Nagler schneidet hier nicht so gut ab, da der Bildeindruck eher unruhig (mehr Linsen) und die Farbe der Sterne leicht getönt erscheint.

An Jupiter hatten wir dann bis 23:15 Uhr nahezu sehr gute Bedingungen mit Bänderstreifen bis Richtung Polkappen. Daneben zog wie "gelocht" der Mondschatten von Ganymed an den strukturierten Wolkenbändern vorbei. Eine wahre Augenweide. Binokular und im 105er FLT einfach genial. Monokular zeigte der FLT 135 die feineren Streifen oberhalb bzw. nördlich der Hauptbände etwas einfacher. 

Wieder spielten wir mit verschiedenen Vergrößerungen und testeten ausgiebig mit unterschiedlichen Okularkombinationen. "Jetzt hab ich´s! Da haut´s dich weg!", meinte er beim Blick durch den FLT - sofort wollte ich natürlich Ralfs Eindrücke mit eigenen Augen sehen. "Dann lass mich mal ran", entgegnete ich und als ich mich hinter die Okulare setzte erkannte ich: Ein vermatschtes Jupiterbild! Die Luft war förmlich zusammengebrochen. Von jetzt auf nachher schob das Seeing den Vorhang zu und ließ mich ernüchternd am FLT verharren.  Confused

Es war 23:15 Uhr und in Richtung Südhorizont ging quasi nicht mehr viel. Saturn, den wir gleich darauf ansteuerten. war ebenfall ein "Wackelkandidat". "Sowas kenn ich nur, wenn ein Planet im Winter durch aufsteigende Schornsteinwärme zieht!", meinte ich zu Ralf. 

So suchten wir uns Albireo, der schön hoch stand als Ausweichobjekt. Hier testeten wir bewusst wie oben beschrieben verschiedene Varianten. Bino mit und ohne Zenitspiegel, unterschiedliche Okulare und Linsenanzahl. 
Bei der Sternabbildung sah ich gestern den 105/1000er leicht vorne. Die kleinere Öffnung kommt mit der Luftunruhe besser zurecht und präsentiert ein ruhigeres, definierteres Beugungsbild. Hier blieb an beiden Geräten trotzdem die Luft der limitierende Faktor.

Später beruhigte sich die Luft Richtung Süden wieder und zumindest Saturn bot dann noch einmal (eher als Jupiter) ansehnliche Eindrücke. Cassiniteilung, Wolkenbänder und mit Tethys und Dione zwei winzigste Mondpünktchen mit 10,6 bzw. 10,8 mag in der Nähe der hellen Planeten/Ringscheibe an der Wahrnehmungsgrenze. Da war der 135er wieder ein Tick im Vorteil gegenüber dem 105er-Bino.

Mit einem tiefstehenden, schnellen Abschlussmars beendeten wir um 1:00 Uhr unsere Beobachtungen in dieser lauen Sommernacht.

Ach ja, mein Knoblauch-Ziegenkäse-Döner schützte mich zuverlässig vor jeglichem Insektenstich (wie Ralf davon gekommen ist, kann er selbst berichten), obwohl ich nur ein T-Shirt anhatte. Die Erfahrungen vom High-Noon der 4"-5"er hatte ich noch gut in Erinnerung.  Tongue

FAZIT:

Die Okularqualität / der Okularaufbau bzw. der Einsatz von Zenitspiegel beeinflusst deutlich die Abbildungsleistung - dies hat der gestrige Abend eindrucksvoll und in aller Deutlichkeit gezeigt. 

Es war auf alle Fälle ein Abend, der noch lange im Gedächtnis bleibt. Vielen Dank an den Gastgeber  Daumen hoch

Vielleicht kann Ralf auch noch ein paar Sätze zum gestrigen Abend beisteuern, um den Gesamteindruck abzurunden.

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  Beobachtung in der Altmark
Geschrieben von: Christoph - 30.07.2020, 17:01 - Forum: Beobachtungsberichte - Keine Antworten

Hallo!
Man hört ja von vielen schönen, dunklen Flecken in Deutschland, aber von der Altmark hatte ich bislang nichts gehört.

Sie liegt grob beschrieben in einem Dreieck nördlich von Magdeburg und östlich von Wolfsburg bei Salzwedel (Westen), Seehausen (Osten), Bismarck (Süden). In jedem Falle ist es ab von den wenigen größeren Ortschaften sehr dunkel.

Mich verschlug es eher zufällig nach Ritzleben und schätzte sowohl am Morgen des 27.7. als auch am 29.7. die fst auf 6,5 mag oder gar besser. M33 war mit bloßem Auge bei direktem Sehen zu erkennen und Uranus fand ich auch ohne optische Hilfsmittel bei gerade mal 30° Höhe! Schätze mal die SQM ≈ 21,7 mag/"^2, denn die Milchstraße war differenziert mit ihren Dunkelwolken bis knapp über dem Horizont und Aufhellungen am Horizont waren fast nicht zu erkennen. Einzig "störend": die wenig tief stehende Sonne Ende Juli. Astronomisch wurde es eigentlich nicht Nacht!

Zunächst etwas zu den Planeten. Saturn, Jupiter, Mars profitierten vom Seeing der ersten Nacht. Sie stehen gefühlt um einiges tiefer als in Franken, was ja auch tatsächlich stimmt mit 3° geringerer Höhe! Die Cassini-Teilung rings um bei Saturn war nur am 27.7. zu sehen. Der GRF hat m.E. nach an Farbe wieder gewonnen und die Wolkenbänder waren gut mit Einzelheiten versehen. Bei Mars waren neben der Polkappe doch einige Einzelheiten der dunklen Oberfläche zu entlocken. Im nördlichen Bereich meinte ich eine bläuliches Schimmern zu sehen (ein aufkommender Sandsturm?). Uranus ist leider nur als blaues Scheibchen zu erkennen, den ich aber mit bloßem Auge erkennen und mit dem Leuchtpunktsucher anfahren konnte! Mehr als 200x war bei meinem 10" Dobson leider nicht drinnen.

Der Komet C/2020 F3 Neowise, war schon mit seinem hellen Kopf in der späten Dämmerung zu erkennen. So bald der Mond untergegangen war, sah ich den Schweif sicher auf einer Länge von 3°-4° hinaus ragen. Fotografisch war mit einem 35 mm - 70 mm Zoom noch mehr zu erreichen.

DeepSky habe ich aus Gründen der kurzen Nächte nicht so vertiefen können, wie ich es gerne getan hätte. Aber alleine entlang der Milchstraße mit dem Sternenbett im Hintergrund war voller Nebel, was ich so noch nie wahrgenommen habe. Für einige Einzelobjekte reichte es aber doch.

Messier 11, der Wildentenhaufen bekam eine ganz neue Bedeutung für mich in der zweiten Nacht bei unruhiger Luft: bei 200x Vergrößerung waberten über 100 Sterne gemeinsam durch das Okular von Ost nach West, wie ein Schwarm ziehender Vögel! Smile

M 13, der deutlich zu sehen war mit dem bloßem Auge, stand bei 200x regelrecht Format füllend im Okular. Die dunklen Wege im Sternhaufen mit den Sternarmen machten aus dem Kugelhaufen, der bis ins Zentrum aufgelöst mit Sternen versehen war, für mich wieder den Eindruck eines Harlekinkopfes. NGC 6207 wurde gleich mitgenommen und fiel durch ihre längliche Größe auf!

M 16 als Adler war wunderschön zu erkennen, mit dem Nebel tat ich mir wie immer etwas schwerer. M 17 als nebeliger "Balken" mit Fortsatz stand schon im Haselbusch des Gartens, wie auch die bekannten tieferen Milchstraßenobjekte. Das war der Nachteil des nördlichen Beobachtungsplatzes!

Mit M 27 vertat ich mich am Anfang mit den Sternen beim Einstellen - es waren einfach zu viele! Dann kam aber der Hantelnebel schön mit seinen "Ohren" im Bildfeld heraus. Verschiedene Verdichtungen ließen den Nebel bei 200 x nicht nur als Fläche erscheinen. Eingesprengt waren neben dem Zentralstern auch noch weitere Sterne in den - und jetzt weiß ich nicht, ob ich mir das eingebildet habe - grau und grünblauen Nebelpartien. Vor allem am oberen Nebelrand kam eine rötliche Färbung zum Vorschein. Super Eindruck!

M 31 stand nach Mitternacht schon als fast Daumen langes Objekt hoch am Osthimmel (von Uwe wissen wir ja: ein Daumen sind ca. 6°). Die Spiralarme mit ihren Dunkelpartien waren im Okular bei 35x ein Genuss, nebst den Begleitgalaxien wunderschön! Kugelsternhaufen wurden allerdings nicht weiter vertieft.

M 33 war schon im direkten Sehen zu erkennen. Am Anfang hatte ich mit dem großen Nebelfleck im Okular ein kleines Problem: die Frage war spontan, wo geht es da genau jetzt weiter? Dann aber waren zwei, drei Spiralarme ohne weiteres mit ihren Einzelobjekten zu verfolgen. Im Süden lag der Bogen dreier 12 mag Sterne als Wegweiser, im Norden sticht NGC 604 gleich hervor. Links und rechts von diesen Zeichen wurde ich mit etwas geduldigem Sehen fündig.

M 57 war schnell zwischen den hinteren Leiersternen gefunden. Eps Lyr ließ sich im übrigen mit dem freien Auge ohne Hilfsmittel in seinem großen Abstand von 3,5' trennen. Der östliche 12,8 mag Stern war locker zu sehen. Im Norden fand ich drei Sterne, die mit 14,2 mag, 14,9 mag und schwächer angegeben werden. Insofern könnte es sein, dass ich mir den Zentralstern am 26.7., als das Seeing durchaus brauchbar war, nicht eingebildet habe! Immer wieder blitzte da etwas in der Mitte auf.

M 71 zeigte sich als dreieckiger Kugelsternhaufen gut aufgelöst. In der Mitte sticht ein hellerer Stern hervor, der wahrscheinlich gar nicht zum Haufen selbst gehört.

M 74 die Galaxie in den Fischen wurde nach Uranus angefahren. Mit eta Pis gibt es einen einfachen Wegweiser. Im Westen stehen zwei 13 mag Sterne auf deren Richtung ich den südlichen Spiralarm identifizieren konnte. Mit den nördlichen Spiralarm(en) tat ich mich allerdings schwer.

NGC 6960 & Co, der Schleiernebel war ohne jeglichen Filter ein auffälliges Objekt. Um 52 Cyg fiel gleich der schmale, längliche Nebelteil auf. Selbst bei 35 x und 2° Bildfeld war die Größe es gesamten Nebels beeindruckend. Der östliche Teil stand als zweiter Teil als ein großer Bogen im Gesichtsfeld mit der Knochenhand am südlichen Ende. Selbst das nord-westlich gelegene schwache Dreieck von Gasfetzen war zu erkennen!

NGC 7000 der (Nord-)Amerikanebel zeigte sich mir in seinen helleren "Mexiko"-Teil, oder mit der "großen Wand", wie er auch bezeichnet wird. Zum Deneb hin liegt eine Sternformation, die mit Orion Ähnlichkeit hat. Die ausgedehnten Nebelteile waren allerdings durch die vielen, vielen Sterne eher unscheinbar für mich. Da fehlte wohl tatsächlich ein UHC- oder Ha-Filter, um die Sterne abzudämpfen.

Das nächtliche Naturerleben rundete noch die wunderschönen Nächte ab: die benachbarten Pferde machten ab und zu ihre Runde in der dämmrigen Nacht und schienen sich noch das letzte Futter zu gönnen. Fledermäuse drehten über mir die Runde und verscheuchten leider nicht die blutsüchtigen Fliegen. Die Katze kam mehrfach maunzend in der Nacht vorbei, machte aber keine Anstalten durch das Okular blicken zu wollen. Und einige weitere, für mich undefinierte (Vogel?)-Laute waren zu vernehmen. Einzig die Kühle war erinnerte mich daran, dass ich nicht in Franken war: 8°C ist für eine Julinacht etwas untertemperiert!

Alles in allem: die Altmark ist jenseits der Städte für einen Astro-Urlaub eine Reise wert! Daumen hoch

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Star ADA im Norden
Geschrieben von: Spica59 - 28.07.2020, 23:08 - Forum: Beobachtungsberichte - Antworten (1)

Hallo, 

habe gerade ein wenig Luft und trage mal ein paar meiner bisherigen Erfahrungen mit meinem neuen Traumgerät zusammen. Vorweg: Das Wetter hat es mir schon ein wenig schwer gemacht, und auch kleine technische Details, mit denen ich nicht gerechnet hatte, die aber überhaupt nichts mit dem Teleskop selbst zu tun haben.

Nachdem ich am Tag nach der Abholung aus Lindelbach zunächst erfolgreich meinen Berlebach Teleskopgriff und den Leuchtpunktsucher (meine EQ6 vefügt nicht über GoTo) montieren konnte, gab es in der Sternwarte die erste Überraschung: Der Montierungskopf ist im Durchmesser größer als die Aussparung der Vixen-Schiene, die mir Uwe netterweise überlassen hatte. Die Klemmung funktioniert auch so relativ sicher, dennoch ist hier noch Handlungsbedarf. Der zweite Punkt ist was zum schmunzeln. Ich hatte zunächst Probleme, das 2"-Zubehör am TS Photoline-Auszug zu klemmen, bis ich begriffen hatte, dass ich nicht an den drei Schrauben, sondern am ganzen Ring drehen muss  Undecided  Huh ! Welch Luxus an einem Auszug made in China. Die Klemmung erfolgt natürlich super. Dritter Punkt: Um in den Fokus zu kommen, benötige ich eine Verlängerungshülse. Glücklicherweise habe ich zwei in meinem Zubehörkoffer, die von meinem William 80/555 passte dann. Aufgefallen ist mir noch, dass der ADA leichter als mein bisher verwendeter TS Individual 150/900 ist, ich kann auf eines der drei Gegengewichte verzichten. 

Dann ging es los mit der ersten Beobachtung, meinem persönlichen First Light sozusagen, und das schon am ersten Abend. Leuchtpunktsucher an Arcturus eingestellt, wusste gar nicht, dass der so wunderschöne Beugungsringe hat  Tongue . Ich bin kein Experte für die Interpretation von Beugungsbildern, durfte bei Ralf Mündlein den ADA auf der optischen Bank testen und habe natürlich auch noch die Bilder meiner bisherigen Teleskope in etwa im Kopf. Was ich jetzt sah, war für meine Begriffe einfach perfekt. Dann bin ich erstmal auf die "Standardkerzen" los, ohne großartigen Karteneinsatz. Bei der Suche nach M27 konnte ich einen kleinen offenen Sternhaufen (dabei fällt mir ein, dass ich noch nachsehen wollte, welcher das eigentlich war) wunderbar auflösen, den ich im 30 mm Widescan irrtümlich erst für den Nebel gehalten und mich gewundert hatte, so klein war der doch nicht  Huh ! Als ich dann M27 gefunden und einige Zeit bei verschiedenen Vergrößerungen beobachtet hatte, meinte ich, Hintergrundsterne indirekt gesehen zu haben, was mir bisher nur bei meinen Dobson ab 10 oder 12" gelungen war. Epsilon Lyrae konnte ich dann mit dem 7 mm XW locker trennen, Chi und H Persei waren absolut traumhaft, und, das Zitat muss jetzt sein, lieber Uwe, "Refraktorsterne" (ich hatte bei der Übergabe ein wenig spekuliert, was mich wohl bei der Side-by-side-Beobachtung mit dem ADA und meinem 12"-Dobson erwarten würde) gesehen (sein Grinsen war unter dem Mund-Nasen-Schutz, den wir in (oder an?) der Astrotheke trugen, zu erkennen   Big Grin ). Und dann gab es ja noch M13, was soll ich sagen? Ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber ich hatte den Eindruck, ihn schon mit dem 30 mm Okular auflösen zu können. Nicht ausmachen in der Nacht konnte ich NGC891, sie ist im Streulicht des nordöstlich gelegenen Bremen förmlich "abgesoffen". 

Nach diesem ersten Abend hat mich dann das Wetter im Stich gelassen. Dabei sah es am folgenden Wochenende gar nicht so schlecht aus. Als ich mir nach dauerbewölktem Abend gegen 23:30 Uhr das Wetterradar angeschaut habe, eigentlich nur für den nächsten Tag, entdeckte eine unmittelbar bevorstehende und scheinbar ausreichend große Wolkenlücke. Ein kurzer Blick in den Nachthimmel, sie war schon da! Also schnell raus und aufbauen. Ich wollte doch jetzt auch Planeten sehen. Aufgrund der geringen Höhe von Jupiter und Saturn musste der ADA auf die Giro Ercole. Wieder ein kleines technisches Problem: Die TS Prismenklemme deluxe ist zu schmal für die Vixen-Schiene, also umrüsten auf die Berlebach- Klemme. Als dann alles angerichtet war, zogen schon die nächsten Wolken auf, ich konnte nur noch einen ganz kurzen Blick auf Jupiter hinter Wolkenschleiern erhaschen, aber was ich trotzdem noch sehen konnte, hat mich da schon umgehauen. 

So, wie heißt es immer: Lange Rede kurzer Sinn, ich bin jetzt schon total begeistert und richtig glücklich, mich für den ADA entschieden zu haben. Ich hoffe nun auf das kommende Wochenende, der dann schon ziemlich volle Mond wird mich nicht stören  Cool .

Herzliche Grüße und klare Nächte 
Joachim

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  Mars am 22. und 23.7.2020
Geschrieben von: Christoph - 23.07.2020, 17:42 - Forum: Unser Sonnensystem - Antworten (2)

Hallo!
Mal nicht Neowise, sondern Mars! Wink 
Der macht ja mobil und läuft bis Ende Oktober in Hochform auf! Hoffen wir mal, dass wir von Staubstürmen verschont bleiben. Undecided 

In jedem Fall ist er mittlerweile fast 14" groß und -0,6 mag hell.
Wenn nicht das unselige Maintalseeing wäre! Angry Visuell war kaum mehr als 200x möglich.

Und fotografisch... naja, man erkennt Hellas, die große Syrte etc.

Die Bilder entstanden am 22.7. um 2:34 UT und 23.7. um 2:25 UT. Gemittelt aus je 8 Videos mit 2 min Länge und 0,6 ms Belichtungszeit, was je Video ca. 50.000 Bilder auf die Platte brachte.

           

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  Second-, Third-, Fourth-Light...
Geschrieben von: Uwe - 23.07.2020, 15:06 - Forum: Beobachtungsberichte - Antworten (1)

BB vom 20. - 22.07.2020

Hallo,

es ist schon klasse, wenn statt 5 1/2 Wochen Regenwetter eine Schönwetterphase viele Stunden Sternenlicht für ein neues Gerät bietet. Der FLT scheint auch in dieser Richtung eine Ausnahmeoptik zu sein. Nachdem ja beim Firstlight das Seeing meine Erwartungen erstmal hat zappeln lassen (im wahrsten Sinne des Wortes), überzeugte der Apo letztendlich zu späterer Stunde am Planeten und in der Sternabbildung bei Maximalvergrößerung (310x mit 3,5er Nagler). C/2020 F 3 Neowise ist dazu im Moment das besondere "Bonbon" - welches den Umstieg vom ADA zum FLT begleitet. Wahrhaftig kein Unheilsbote, der Komet!

Trotzdem muss man sich mit der Gerätschaft ja genauer befassen und so wollte ich die kommenden Tage nicht ungenutzt verstreichen lassen. Gerade das Auskühlverhalten ist eine spannende Geschichte, die so manch hochwertiges Gerät am Nachthimmel schlecht aussehen lässt, wenn sich keine Temperaturkompensation einstellt. 

Nach nun weiteren drei Tagen kann ich hier schon mal ein positives Fazit ziehen. Die Temperaturen fielen nach dem Aufbau gegen 21:30 Uhr von ca. 20°C am späteren Abend in frischere Bereiche um die 13 - 15°C. Meine Gerätschaft lagert im Keller, wo im Moment die Temperatur bei ca. 19 - 20°C liegt. Das bedeutet, dass zum Aufbau kein großer Unterschied vorhanden ist. Die dann abkühlende Umgebungstemperatur wurde 1:1 angepasst.  
Der FLT wurde im Laufe der Abende eher "knackiger" und bildete immer sauberer ab, was dann jedoch sicher auch mit besserer Luftunruhe zusammenhängt. 

Am Montag war es weitgehend bewölkt. Die Lücken boten jedoch super Seeing und Vergrößerungen am Stern und Planeten bis 310x. Hier hatte ich den bekannten "Fokus-Schnapp", der am Stern richtig "zubeißt"! Ihr wisst was ich meine. Das hat richtig Freude gemacht - mein breites Grinsen im Gesicht konnte leider niemand sehen. Die Durchsicht war an diesem Abend ebenfalls hervorragend, doch war eine Deep-Sky-Beobachtung auf Grund der schnell durchziehenden Wolken nur rudimentär möglich. Hier gebe ich mal keine Wertung ab.

Am Dienstag war es klar, dafür waberten die Sterne sehr heftig und die Luft gab nur Vergrößerungen bis ca. 160x her. Alles war mehr oder weniger "verwischt" und in größeren Höhen verhinderte der Dunst bzw. Zirren einen ordentlich tiefen Blick ins All. 

Die üblichen Verdächtigen Objekte am Südsternhimmel (M27, M15, M57, Albireo, Epsilon-Bootes sowie Saturn und Jupiter) wurden in den Nächten jeweils ausgiebig betrachtet. Nebenbei hielt ich natürlich mit dem Fernglas nach Neowise Ausschau. Am Dienstag konnte ich ihn nur ganz kurz aus den Zirren herausdeuten - Montag war er wirklich gut!

Gestern passte dann vor allem im Deep-Sky-Bereich alles! Eigentlich wollte Frank zu Besuch kommen, wobei in der späteren Dämmerung Dunstschlieren und Federwolken nur eine unsichere Vorhersage zuließen. So entschied er sich auf eine andere Gelegenheit zu warten. Gegen 23:30 Uhr wurde es dann aber völlig klar! Die Sommermilchstraße spannte sich bis tief in den Süden über den Himmel und mehr und mehr Sterne wurden bis zum Horizont hinunter sichtbar. M22, M17 (Omega), M16 (Adlernebel), M20 (Trifid), M8 ... die sehe ich eher selten von der Terrasse aus und wurden so zu lohnenden Objekten. Im 135/1080 konnte ich die Nebel und KS richtig ordentlich herausarbeiten. Längere Zeit genoss ich in unterschiedlichen Vergrößerungen die kosmischen Nebel. Freilich merkte man in den tiefen Regionen und dem Blick durch viel Atmosphäre die etwas unruhigere Luft. Saturn und Jupiter ließen sich aber bei 216x im 5mm Nagler wunderbar betrachten und feinste Einzelheiten erschienen in den Wolkenbändern - Cassini-Teilung umlaufend... ein Traum! Weiter ging es über M27, M71 und M57 in höhere Regionen. Hier standen dann auch die Sterne wie glitzernde Diamanten auf schwarzem Samt.
An Albireo machte die Höchstvergrößerung unheimlich Spaß. Nur relativ langsam kreiste der Beugungsring und die weiteren Beugungsartefakte um das super definierte Airy-Disk. Da kann man schon mal eine viertel Stunde die Zeit vergessen.

Der absolute Höhepunkt war jedoch der Cirrus-Komplex im Schwan mit Hexenhand und Sturmvogel. Bereits im 22er Nagler konnte ich NGC 6992 deutlich erkennen. Ein kleiner Schwenk und dann trat NGC 6960 mit 52Cygni ins Gesichtsfeld. Der Supernova-Überrest hielt mich sofort gefangen. Alleine die Himmelsumgebung mit zahlreichen Sternchen im Umfeld begeisterte mich. Ins 31er Nagler wurde dann der OIII-Filter geschraubt. Der Anblick war sensationell - für die 5 1/2 Zoll-Öffnung!

Auch ohne Gerät war der Himmel von gestern auf heute eine einzige Pracht. M31 sprang einen quasi als Nebelklecks an und M33 konnte ich indirekt gut erkennen. Immer wieder huschten feine Sternschnuppen über den Himmel. Die ISS zog zweimal ihre Bahn und einen Flare konnte ich auch toll beobachten. Im tieferen Nordwesten stand Neowise mit einem 6 - 7° Schweif. Immer wieder betrachtete ich ihn zwischendurch mit dem Fernglas. 

Plötzlich sauste eine Sternschnuppe durch das Gesichtsfeld - kreuzte Neowise und verglühte. Das war um 0:43 Uhr. Sowas sieht man nicht alle Tage! Bis kurz nach 1:00 Uhr konnte ich mich nicht vom Himmel losreisen. Doch irgendwann muss man auch die schönste Nacht beenden. Alles in Allem war gestern die gewinnbringenste Nacht. Seeing und Durchsicht überzeugten soweit, dass sowohl KS, Planeten, Kometen, und Nebel einfach nur Faszination bewirken. Mehr braucht´s dann nicht für den ambitionierten Hobbyastronom!

Der FLT machte eine rundum hervorragende Figur!!!

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