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Farbabgleich in Fitswork von modifizierter DSLR
#1
Servus,

ich hatte gestern M13 auf's Korn genommen. Erfolgreich! Aber nun stehe ich in der EBV vor dem Problem: Wie kriege ich den Rotüberschuss den die modifizierte EOS700D erzeugt ausgeglichen? Der Abgleich in der Kamera selbst liefert ein relativ farbtreues Bild, wenn ich ein Einzelframe ansehe sieht das ok aus. Nach dem Stacken habe ich dann Rot-Überschuss.
Das .fcm-File zur Farbinterpolation - da habe ich einmal mit dem von der unmodifizierten EOS getestet und dann noch eines von einem Taglicht Bild der modifizierten EOS. Beides gleich im Endergebnis.

Zudem hatte ich noch einen CLS Filter eingesetzt, da wird eine kleine Farbkorrektur sowieso noch nötig.

Was tue ich jetzt am Besten? Einige von euch setzen ja auch modifizierte DSLR ein - wie macht ihr das in Fitswork oder anderen Programmen?

Grüße,

Florian
DreamDiver.fb

Astronomie, einer der schönsten Gründe, nachts nicht schlafen zu gehen!
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#2
Hallo Florian!
Gute Frage!
Mit meiner Canon 1000 Da(!) hatte ich solange immer falsche Farben, bis ich einen CLS einsetzte. Da passte dann plötzlich alles mit zu Hilfe nahme des internen Weißabgleichs. Da drehte ich rot zurück und blau etwas auf.
Im Klartext: ein elendes Gepfrimmel! Dodgy 

Deshalb entschied ich mich auch für eine OSC, auch wenn sie nicht wirklich mehr an Tiefe bringt. Der Farbabgleich mit der STF8300C ist zwar noch nicht traumhaft, aber einfacher!
Viele Grüße
Christoph

https://www.klostersternwarte.de
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#3
Hallo,

also wer da weiter Tipps hat - immer her damit. Ich habe nun weiter getestet in der Bildbearbeitung. Immer noch mit leichten Überschuss, aber schon besser.
Ich bin schon heilfroh das der Rest in der Nacht geklappt. Logistik - der Anhänger war randvoll, Powerbanks & Adapter. Ich habe zum ersten mal alles im Einsatz: LXD75, ED80 mit Reducer, EOS700D mod. mit CLS Clipfilter, Guiding über PHD & Notebook, Nachführkamera DFK21AU04 an 50mm Guidingrohr und Flatfieldfolie mit neuem Inverter für 12V von der Powerbank.
Die LXD wurde über eine Powerbank versorgt, die zweite hatte Notebook und Kamera übernehmen sollen - die hat aber wegen falschen Anschluss und Wacklern abgeschalten als Schutzfunktion (sie geht Gott sei dank wieder).
Deshalb kamen nach vielen Tests nur 10 verwendbare von 12 Lightframes heraus, da der DSLR Akku nicht mehr so fit war - Schade eigentlich.

Hier mal der M13 mit 10 Lights, 10 Darks, 25 Flats - 10x2Minuten bei ISO1600:

Der Rotüberschuss ist immer noch da aber langsam einigermaßen akzeptabel.

   

Hier ein Einzelframe:

   

Beide Bilder natürlich etwas reduziert. Beim nächsten mal nehme ich auch wieder einen geringeren ISO Wert. Zum Testen hat es aber erst mal gereicht.

Ich spreche jetzt mal öffentlich auch unseren Astroexcel oder Thilo an. Ihr habt ja eine modifizierte DSLR im Einsatz, bzw. hattet. Wie habt ihr den Abgleich hinbekommen? Eure Bilder waren & sind mit einer solchen DSLR nämlich echt super. Irgendwie habt ihr das ja geschafft...  Blush

Am Besten müsste man kanalselektiv nur den Rotteil bearbeiten. Man sieht ja im Verteilungsdiagramm (siehe unteres Bild) das rot klar breiter ist als ohne Modifikation. Bei Nebeln brauche ich das ja auch, bzw. will dass.

   

Grüße,

Florian
DreamDiver.fb

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#4
Hallo Florian,

ich dachte immer das man die DSLRs umbaut das sie Rotempfindlicher werden um Nebel besser ablichten zu können, bei alles anderen braucht man das nicht.
Also müsstest du deinen M13 mit einer unmotifizirten DSLR fotografieren.

Aber wenn's den unbedingt sein muss dann zerlege in Fitswork das Bild in drei RGB Bilder und lösche den Rotkanal .
Astronomische Grüße
Ulf

[Bild: signatur.jpg]

Wer die Freiheit einschränkt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren!
Benjamin Franklin
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#5
Hi,

schon richtig dass ich die modifizierte DSLR für Nebel habe. Aber "normale" Astroobjekte sollten ja auch gehen. In anderen Foren oder v.a. Websiten von Astrofotografen sind auch Sternhaufen & Co. KG mit den astromod. DSLRs gemacht. Die habe auch ein ausgeglichenes Farbschema.
Irgendwie muss es ja gehen.
Die Zerlegung probiere ich mal aus. Mal sehen.

Gut - der CLS Filter nimmt viel im Gelbbereich raus, adurch kriegt das rot sowieso noch etwas mehr Gewicht. Bei Sternhaufen u.ä probiere ich beim nächsten mal ohne Filter.

Danke.

Grüße,

Florian
DreamDiver.fb

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#6
... so nochmal ich.

Also ein Weißabgleich wurde von Astrotec gemacht, inkl. Fokuskorrektur (wg. internem Blockfilter). Die Schwierigkeit beim Farbangleich liegt maßgeblich am CLS Filter. Der Gelb-Bereich ist extrem beschnitten. Ich werde ihn in Zukunft eher bei Nebeln einsetzen. Denn generell kann ich auch ohne Clipfilter aufnehmen. Ich habe die EOS700D mit internen Filter IR/UV Sperrfilter. Um dennoch der generellen Lichtaufhellung entgegen zu wirken werde ich wohl in Zukunft eher auf einen IDAS LPS-D1 setzen für Galaxien und Sternhaufen.
Nach einigen Recherchen im Netz ist das wohl auch ein guter Weg. Wie Loddar immer sagt: Again what learned!

Mal sehen wann ich euch einen Vergleich zeigen kann. Bis zum nächsten klaren Himmel.

Grüße,

Florian
DreamDiver.fb

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#7
Hallo Florian,

eigentlich sollte die Bearbeitung doch mit der Tonwertkorrektur funktionieren. Da kannst du die Histogramme der einzelnen Farbkanäle getrennt bearbeiten und bekommst ein farbneutrales Ergebnis. (Den mittleren Reiter im Rotkanal etwas nach rechts schieben)

   

Ich bearbeite(te) meine Aufnahmen mit dem preiswerten Photoshop Elements 12. Es geht natürlich auch mit dem kostenlosen Gimp (https://www.youtube.com/results?search_q...tkorrektur) oder ArtWeaver.


Eben hab´ ich mal bei Fitswork nachgeschaut: Bearbeiten - Farbfunktionen - Farbkorrektur. Dann Rot von 100 auf ca. 50 zurücknehmen.  

Vielleicht hilft es dir ja, ansonsten gibt es ja den Stammtisch.

Viele Grüße
Georg
Folgenden 1 User gefällt Georg's Beitrag:
Florian B. (01.05.2016)
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Folgenden 1 User gefällt Georg's Beitrag:
Florian B. (01.05.2016)
#8
Hi Georg,

danke für den Hinweis. Daumen hoch  Ja damit wird es nochmal besser, vor allem reproduzierbar. Das ist wichtig. Trotzdem kann man den fehlenden Spektralbereich im Gelben nicht einfach rekonstruieren und ich lasse dafür lieber ein wenig rot noch übrig. Ansonsten wirkt die Farbgebung zu seltsam am Ende.

Aber beim nächsten mal brauche ich vor allem Bildqualität. ISO runter und viel mehr Bilder! Klar.

Wichtig ist mir an dem Abend auch gewesen, die Technikkette zu Testen. Und die hat soweit super funktioniert. V.a. das Guiding.

Grüße,

Florian
DreamDiver.fb

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#9
Hallo Florian,

wie bereits geschrieben wurde kann man in Fitswork sicher über die Farbkorrektur und das Histogramm die drei Berge so ziehen, dass die Gipfel übereinander liegen. Alternativ ist es natürlich möglich z.B. in Aladin oder ähnlich einen G2-Stern zu suchen und dort den Weisspunkt zu setzen. Dann sollte mal die Farbe stimmen. 

Bei deinem Bild sieht man schon deutlich, dass es zu hell ist oder bei der Bearbeitung das Histogramm versaut wurde. ISO1600 ist bei einem KH auch deutlich zuviel. Mein M13 im April habe ich bei ISO200 aufgenommen und mit 600 Sekunden eine ordentliche Tiefe erreicht. Zur Veranschaulichung habe ich mal ein kalibriertes und debayertes Rohbild von mir angehängt.

Mit Filtern gegen Lichtverschmutzung habe ich keine Erfahrung. Allerdings sollte auch hier der Weissabgleich Abhilfe schaffen.


   

Und mein fertiges Bild

M13_Karsten
Klaren Himmel und klaren Kopf wünscht Karsten
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#10
Hallo Florian!
IDAS LPS-D1-Filter ist sicher die richtige Wahl nach meiner eigenen Erfahrung. Nur a bisserl teuer.
Viele Grüße
Christoph

https://www.klostersternwarte.de
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#11
Hallo,

danke für die Antworten!  Daumen hoch

Ich habe gestern M13 bei ISO400 ohne den CLS gemacht. Und siehe da alles hat funktioniert, saubere Farben mit Leichtigkeit in Fitswork. Die Farbanpassung vom CLS anzupassen ist nicht gerade leicht. Das bestätigen auch mehrere Internet-Quellen. 
Die neuen Bilder von gestern sind um Welten besser. Nur habe ich gerade mit defekten Flats zu kämpfen. Da muss ich mal schauen woran das gelegen hat. Hatte ich noch nie. Anscheinend liegt's an der anderen gebrauchten Graufilterfolie die ich verwendet hatte. Muss ich am Donnerstag mal ausprobieren bevor es wieder losgeht.

Mal schauen.

Grüße,

Florian
DreamDiver.fb

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#12
Hallo zusammen,

ich verwende häufig die automatische Farbkorrektur in Fitswork, um zumindest mal in die richtige Richtung zu kommen. Dazu in eine (dunkle) Ecke des Bilds einen RECHTSKLICK machen, dann kann "Umgebung 15x15 als Schwarzwert" etc. auswählen. Beseitigt meistens schon mal die übelsten Farbstiche... [macht jetzt auf diesem Jupiter-Bild im Beispiel net so arg viel Sinn, nur zur Illustration...]

   

Macht z.B. aus dem recht "roten" Bild, das Karsten, weiter oben gepostet hat, diese Version:

   
Viele Grüße, W.

We shall be restoring normality as soon as we know what is normal anyway. (Douglas Adams)
https://wolfgangs-gartensternwarte.de
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#13
Hallo!
Ohja, die Farbstiche!
Solange man keine ausgedehnten Reflexions- oder Emmissionsnebel auf dem Bild hat, hat sich bei mir die Aufspaltung eines Farbbildes in einzelne RGB-Frames, deren einzelne Ebnung des Hintergrundes und wieder die Zusammensetzung der einzelnen RGB-Frames zu einem RGB-Gesamtbild gelohnt. Bei allem anderen wird es immer aufwendig.

Eine "De-Luxe-Pixelchirurgie"-Version gibt es noch im PS: den dunklen Hintergrund auf dem L-Bild auswählen und dann über eine extra Farbebene den RGB-Hintergrund glatt bügeln über die "Farb"-Ebenenfunktion. Sleepy
Viele Grüße
Christoph

https://www.klostersternwarte.de
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