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OAZ verkippt?
#1
Hallo Miteinander, ich wende mich mal mit einer Frage an die Techniker unter uns, weil ich aus der ganzen Sache nicht schlau werde. Mein Klevtsov ist gerade in der Systeminventur für die nächsten 8 Jahre und da löse ich - wenn ich schon mal dran bin - alle Problem(chen) die sich im ersten Turnus bemerkbar gemacht haben.
Eines davon ist das Verhalten des OAZ (JMI EV1 mit 4,6" Auszugsrohr).

Wenn der OAZ komplett eingefahren ist sieht der Laserpunkt auf ein Fadenkreuz projiziert so aus.
   

Ist der OAZ komplett ausgefahren ist der Punkt dann an dieser Stelle.
   

Berechnet ergibt das eine Verkippung von rund 0,26 Grad.

Jetzt kommt aber das Merkwürdige: Die Verkippung geht NICHT linear vonstatten, was man bei einem leicht schief angebauten OAZ vermuten müsste. Es ist vielmehr so, dass der Laserpunkt nur wenn der OAZ kpl. eingezogen ist und auf den nachfolgenden 20mm des "Herausdrehens" nach außen wandert, bis der Punkt diese "Außenposition" erreicht hat (siehe Bild 2) und dann für den kompletten Restweg des Auszugsrohres absolut fix bleibt (das sind dann fast 90mm Wegstrecke).
Ausschließen kann ich, dass das Rohr irgendwo innen anstößt, oder seitlich Kontakt hat.

Wie kann man das Verhalten erklären?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Auszugsrohr schief ist (also ne Banane). Kann es sein, dass das Auszugsrohr (wenn es ganz drinnen ist), einen Hebel erzeugt, dass die 0,26 Grad das mechanische Spiel sind, die die Kugellager zum OAZ-Gehäuse haben (oder in sich selber haben) und es dann (durch die Hebelkräfte) auf das Rohr übertragen? Wenn das Rohr weiter raus kommt wird der Hebel kleiner, bzw. drückt nur noch an den anderen beiden Kugellagern (= Punkt bleibt fix).

Gibt es eine andere Erklärung?

Ist diese Verkippung eigentlich relevant für die Beobachtung? Nachdem der OAZ jetzt etwas weiter innen sitzt, könnte ich (im Vergleich zu vorher) vielleicht ganz knapp nicht mehr in diesen verkippenden Bereich kommen (mit 2" ZS).

Danke für Infos und Ideen dazu,
Andreas-TAL
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Die Nacht, in der das Fürchten wohnt, hat auch die Sterne und den Mond“
                                                                                                                              (Mascha Kaléko)  
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#2
Hallo Andreas,

ich bin ja kein Techniker und hab im Moment auch keine Idee, was das sein könnte, bzw. woran das liegt...

... schmeiß alle Okular weg und beschränk dich nur auf Orthos... die haben normalerweise die für dein Problem am günstigste Auszugsposition Wink  duck und weg...
the sky is the limit

Gruß Uwe

"Sehen ist schwieriger als Glauben" Zitat aus "Die Kometenjäger"

http://www.the-night-black-white.de
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#3
Servus,

Rein technisch sieht es für mich so aus, als wenn das Auszugsrohr einen Knick hat, das es z.B. durch einen Schlag (angestoßen während der OAZ nicht eingefahren war) verzogen ist.

Um genau zu sehen an was es liegt, würde ich das Auszugrohr ausbauen um zu sehen, ob es komplett gerade ist, oder irgendwo, wenn auch nur leicht geknickt oder verzogen ist.

Eventuell reicht es schon, wenn du das Auszugrohr ganz ausfährst und es dir genau anschaust, ob es komplett gerade ist.
Eventuell falls vorhanden eine gerade Lehre (Haarlineal oder kurzen [Haar-] Winkel) auf das Auszugsrohr legen, um zu prüfen, ob es gerade ist.

Viele Grüße
Gerd
corcaroli.de - Beobachten am Tag und Nachthimmel.
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Andreas-TAL (14.05.2019)
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Andreas-TAL (14.05.2019)
#4
Ja, das würde die Sache technisch erklären, aber da kann nichts verbogen sein. Das Alurohr hat 5 mm  Wandstärke, liegt auf 4 Kugellagern und auf der Crayford Reibachse auf. Wenn ich es schaffe ein solches Alurohr krumm zu biegen, dann sind vorher sämtliche Kugellager inklusive die Achse im Eimer. Und die laufen ja butterweich.

Aber dein Beitrag hat mich trotzdem mal dazu gebracht meinen Präzisionswinkel raus zu holen. Und siehe da, das Rohr ist nicht verbogen, aber der Außendurchmesser hat eine sinusförmige Welle (also extrem überzeichnet: irrsinnig große Wellenlänge und extrem kleine Amplitude, aber vom Grundprinzip her stimmt die Beschreibung). Und zum Ende des Auszugsrohes hin haben wir die größte Amplitude. Wieder extrem überzeichnete ist das Teil am hinteren Ende also ´ne Tröte (trompetenförmig).

   

   

Ich hab dann mal mein 5,7“ Auszugsrohr von JMI rausgeholt, dass ausgebaut in der Ecke steht -  und siehe da, das hat die selbe sinusförmige Außenkontur. Wer oder was bei JMI auch immer diese Rohre an der Drehbank gefertigt hat, hat eine Maschine die ´ne kleine Sinusschwingung auf die Teile übertragen hat.

Ob das technisch unvermeidbar ist, dazu kann bestimmt Ralf etwas sagen, der ist ja da drin der Meister.

Macht nur 0,15 - bestenfalls 0,20 mm aus, aber das reicht. Die Abweichung des Lasers auf den Bildern oben ist ja in einer Entfernung von 450 cm gemessen.

Andreas-TAL

Hm - macht das was aus? Ich denke mal nicht, denn jede Klemmung müsste das Okular mindestens um denselben Betrag „versetzen“. Aber ich weiß das ehrlicherweise nicht ...

@Uwe: Orthos sind doof, machen Glubschaugen. Musst’ ja fast das Auge in den Okularkörper reinstopfen.
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#5
Hallo Andreas!
Habe einen chinesischen Auszug mit offensichtlich ähnlichem Problem. Confused

Aber was heißt das eigentlich für die Kollimation des Teleskops? geht das überaupt über die ganze Auszugslänge? oder nur ab den ersten 2 cm?
Viele Grüße
Christoph

https://www.klostersternwarte.de
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#6
Rein theoretisch wäre das unabhängig davon, weil (in meinem Fall) „nur“ der HS und die Korrektoreinheit zueinander und insgesamt auf die optische Achse des Systems gebracht werden müssen und die sind ja beide unabhängig vom OAZ.
Praktisch kann man das aber eigentlich nur unter Einbeziehung des OAZ machen. Also muss man das entweder Mitteln oder, wie bei mir, die innersten 20mm außen vor lassen. Die nachfolgenden 90mm sind ja sehr exakt auf dem Punkt.
Beim Kollimieren des HS mit Okular am (zu nahen) künstlichen Stern war ich sowieso irrsinnig weit draußen (+227 mm), da habe ich ganz andere Probleme. Und bei der Justage der Korrektoreinheit (das läuft bei mir über Blenden im OAZ und hinter dem Korrektor) kommt der OAZ mit der Blende an die Position wo er bei 60-80% aller Beobachtungen steht (hängt ja vom Okular ab).
Fotografisch würde der CCD-Inspector wahrscheinlich dennoch große Probleme signalisieren. Aber um daraus eine Fotomaschine zu machen, bräuchte es sowieso noch viel mehr. Beim stabileren OAZ angefangen, über den kurzen Backfokus einem sehr exakt passenden Redcuer und und und ...
Ich bin ja eher visuell unterwegs.
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                                                                                                                              (Mascha Kaléko)  
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Christoph (15.05.2019)
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Christoph (15.05.2019)
#7
Hallo Andreas,

Entweder ist es so vom Hersteller gewollt, dass das Rohr ballig gedreht wurde, oder es ist ein Produktionsfehler.
Das erklärt auch die Kippung beim herausdrehen. Sobald der dünnere Teil kommt, liegen die Kugellager nicht mehr am Rohr an und es fängt an zu kippen.

Zitat:Hm - macht das was aus? Ich denke mal nicht, denn jede Klemmung müsste das Okular mindestens um denselben Betrag „versetzen“. Aber ich weiß das ehrlicherweise nicht ...

Ein Okular wird zumindest bei einer punktuellen Klemmung - gerade - gegen das Auszugrohr gedrückt und damit versetzt. Eine Ringklemmung versetzt das Okular in gleicher Weise.
Wenn der aber Okularauszug kippt, kippt auch das Okular relativ zur optischen Achse vom Objektiv. Das Okular würde mehr oder weniger schräg in die optische Achse blicken.
In wie weit dann ein Abbildungsfehler entsteht, dazu bin ich ehrlicherweise überfragt. Gefürchtet ist aber eine Verkippung vom Okularauszug in der Fotografie, genau das macht dein Okularauszug.

Viele Grüße
Gerd
corcaroli.de - Beobachten am Tag und Nachthimmel.
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Florian B. (16.05.2019)
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Florian B. (16.05.2019)




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