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Old-school...
#1
BB vom 19.06.2019

Mit dem 60/910 Revue auf Jupitertour.

Hallo,
am Abend schnappte ich mir meinen kleinen, alten Refraktor - er soll ja nicht nur dekorativ in der Wohnung stehen, sondern auch genutzt werden. Das passiert dann immerhin 1, 2 Mal im Jahr. Gestern war es also soweit. Jupiter wurde ab etwa 22:00 Uhr betrachtet.

Im Übersichtsokular zeigte sich ein kleines Planetenscheibchen mit zwei Wolkenbändern und um den Gasriesen herum leuchteten 4 winzige Lichtpünktchen - die Monde

Die Luftruhe war ordentlich und so konnte ich nach und nach bis etwa 130x im 7mm Nagler Okular vergrößern. Jetzt zeigten sich immerhin mehrere Wolkenbänder - zart gezeichnet, und dazwischen ansatzweise Schleppen bzw. Helligkeitsunterschiede in den Farbtönen. Interessant wäre eine Beobachtung des GRF gewesen. Dieser ist aber erst heute wieder beobachtbar.

Erstaunlich ist dann immer wieder die zufriedenstellende Farbkorrektur des alten Linsenteleskops. Bei f15 ist das auch gut leistbar. Ein feiner Farbsaum wird erst bei noch höheren Vergrößerungen sichtbar. Bei 130x fällt er wirklich kaum auf - bzw. muss man danach suchen. Darüber war gestern das Bild schwammig und dunkler.

Damit Planetenbeobachtung Freude macht bedarf es mindestens 100x und das ist dann mit dem Gerät kein Problem. An die Grenze brachte ich das kleine Rohr dann an Izar (Epsilon Bootes). Durch die hohe Stellung des Doppelsterns waren die Bedingungen besser. Bei 130x konnte ich das Gelb-blaue-System mit einem Abstand von 2,8" nicht trennen. Also wurde die Vergrößerung mit dem 3,5er Nagler auf gut 300x erhöht. Das ist an helleren Sternen kein Problem und auch der kleine Japaner machte hier seine Sache hervorragend. Genau im Beugungsring der helleren, gelben Komponente stand ein blaues rundes "Kügelchen". Super!!!

Zitat Wikipedia:

"Izar ist ein reizvoller Doppelstern, bestehend aus einem orangeroten Stern mit einer scheinbaren Helligkeit von 2,7 mag und einem blauen Stern der Helligkeit 5,1 mag.

Wegen des geringen Abstandes von 2,8", verbunden mit dem großen Helligkeitsunterschied beider Komponenten ist zur Trennung ein Teleskop ab etwa 75 mm Öffnung erforderlich"


Auch die Sternabbilddefinition wirkt sehr rund und ästhetisch. - Ein kleines, feines Teleskop, das einen in die Vergangenheit katapulitert. Old-School- Astronomie. Sie ist eine herausforderung (6x30 Sucher!!!), aber mit den modernen Okularen und an einem lauen Sommerabend kann man damit immer wieder Freude haben. Es braucht halt Geduld!
the sky is the limit

Gruß Uwe

"Sehen ist schwieriger als Glauben" Zitat aus "Die Kometenjäger"

http://www.the-night-black-white.de
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#2
Hallo Uwe, 

ja so ein kleines Fernröhrchen hat auch seinen Reiz. Hatte letztes Jahr im Sommer auch schöne Beobachtungen mit meinem kleinen 70 mm APO machen können und war Begeistert von der guten Sternabbildungsquallität. Insbesonders bei der Hochvergrößerung die ich bis auf über 200x trieb. Hatte damals auch einen BB reingestellt. 
Es gilt immer noch das alte Sprichwort: Ein jedes Fernrohr hat seinen eigenen  Himmel.
"Einen Klaren Himmel , und lasst uns wieder das Staunen lernen"

Viele Grüße  Philipp 


"Das schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle"    Zitat von Albert Einstein 
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#3
Hallo Uwe!
Ja, die Kleinen sind überhaupt nicht zu verachten! Daumen hoch
Ich bin ja von dem 65 mm Unitron Refraktor auch ganz hin und weg gewesen, als ich damit Planeten beobachtete.

Letztes Jahr gelangen mir mit dem 72 mm TS-APO ganz passable Fotos von Jupiter (noch am Taghimmel!) und Mars, trotz der tiefen Stellung:
   
Viele Grüße
Christoph

https://www.klostersternwarte.de
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