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Plato und seine Krater am 11.01.2020
#1
Hallo zusammen,
gestern am Samstag hat es mich mal wieder gerissen ans Gerät zu gehen. Allerdings ist der Weg in die Sternwarte weit wenn es so kalt ist....
Also vorsichtshalber den FLT 105 auf die Terrasse gestellt, die Wolken sollten sich laut meteoblue bis 21:00Uhr verzogen haben.
Das Gerät war dann sozusagen um 21:00Uhr gut gekühlt und die Wolken tatsächlich weg.
Der Mond noch fast voll stand hell im Osten, der erste Blick richtete sich aber nach Süden zum Orionnebel, der seine größte Höhe am Horizont fast erreicht hatte. Das Trapez ist immer reizvoll um das Seeing zu beurteilen. Die Komponente „E“ war relativ leicht sichtbar während „F“ genaues Hinsehen erforderte. Es blitzte immer wieder auf und in ruhigen Momenten auch sicher zu erkennen. Also durchaus brauchbares Seeing!
Der Mond stand kaum höher zu dem Zeitpunkt, aber die Bahn führte den Mond ja steil nach Oben.

Erster Blick im Zoom Okular bei 125x war gleißend hell, so dass nach der Beobachtung mit Blick in die Landschaft das Beobachtungsauge irritiert war.
Der Kontrast und die Kraterlandschaft am Mondrand war beeindruckend. Am Rand lagen Krater noch im Dunkeln und nur die Bergspitzen ragten heraus und leuchtenden wie Inseln heraus.

Beobachtet wurde auf der Skywatcher T-Montierung zum „Nachschubsen“. Da hätte ich mir dann doch die Nachführung gewünscht, aber wer konnte schon vorher wissen, dass das Seeing mitmacht. Mir standen die Berichte auf „cloudy nights“ im Gedächtnis, wo Beobachter die Regel von 100x / Zoll verkünden. Das „probierst´e mal aus“ dachte ich für mich und holte die scharfe Munition in Form von kurzbrennweitigen Okularen. Rechnerisch hätte ich ein 2,4mm Okular von Vixen, welches 417x leistet und normalerweise nur auf der optischen Bank verwendet wird. Das käme der Rechnung von 105/25,4 x 100 = 413x recht nahe heran. Ohne Nachführung verkniff ich mir aber den Handgriff und langte zum 3,4mm Okular gleicher Marke. 294X fache Vergrößerung ist ja auch schon sportlich für einen 4Zoll und normalerweise gibt es in Deutschland dafür prompt eine „Forenschelte“.

Das Okular eingesteckt und scharfgestellt liefert zunächst bei der Vergrößerung und nur 42° Gesichtsfeld einen sehr kleinen Mondausschnitt. Wo ist Plato ? - das war das Ziel und auch das Problem selbigen zu finden.
Am Mondrand verblüffte mich die Feststellung, dass das Bild immer noch sehr hell erschien. Hier war kein „Einbruch“ zu erkennen. Dagegen wurden die Glaskörpertrübungen, welche in meinem Augen herumschwimmen überdeutlich und gewissermaßen störend. Durch Übung lässt sich das zeitweise ausblenden, aber ein „junges“ Auge hat es hier bestimmt leichter.
Das Seeing war nicht ausreichend gut um bei 294x ein stehendes Bild zu erzeugen. Der Grund auf Plato war dann doch recht dunkel und die feinen Kontrastunterschiede auf dem Kratergrund verschwunden. Der zentrale Krater war zu sehen, aber wie gesagt das Seeing und fehlende Nachführung nicht ausreichend für diese Vergrößerung.

Das 5mm „einfach aber gut“ Okular von Skywatcher war bei 200x in guten Augenblicken dem Seeing angepasst. Zwei Krater zeigten sich auf Plato und kurzzeitig erhaschte ich die Struktur der Kleinkrater als tatsächlich „Minikrater“. Der Kontrast stieg an und der Wechsel auf 7mm/ 143x steigerte besonders den Kontrast am Platogrund. Die Minikrater nun weißlich als Punkte zu erkennen bildeten ein Dreieck in Plato. Der dritte Krater war auch nicht dauernd zu halten.
Heute habe ich die Beobachtung anhand von Aufnahmen nachvollzogen. Ein Krater der drei erkannten Krater ist in Wirklichkeit ein Doppelkrater, was sich mir aber in der Beobachtung nicht offenbarte.


Der Versuch mit dem Morpheus 6,5mm konnte nicht vergleichend abgeschlossen werden, da Cirren nun den Kontrast wegnahmen. Das größere Feld und das angenehme Einblickverhalten drängte sich aber sofort auf.

Die Austrittspupille liegt hier mit 0,68mm nahe an der in Deutschland häufig als Regel genannten 0,7mm Austrittspupille. Vom Kontrast her würde ich dem Beipflichten, allerdings brachten die 200x in speziellen Details eine höhere Auflösung, allerdings bei weniger Kontrast.
Wer weiß wie es sich bei sehr guten Seeing verhält? Möglicherweise zeigt sich dann der Doppelkrater in Plato mit 4Zoll Öffnung. Solche Regeln sind ja keine Gesetze und dürfen bzw. sollten hinterfragt werden. Wie sind denn Eure Erfahrungen mit Plato und seinen Kleinkratern?

Die Cirren waren der Einstieg zum Ausstieg aus der Beobachtung. Die warme Decke hat den Beinen gut getan, aber die drei Minusgrade lassen kein wirklich angenehmes Beobachtungsgefühl aufkommen. Für die Stunde ging es aber ordentlich.


Besten Gruß
Ralf
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Andreas-TAL (12.01.2020), AstroHippie (12.01.2020), August (12.01.2020), Christoph (12.01.2020), Florian B. (13.01.2020), Herbipollution (13.01.2020), Philipp (12.01.2020), Uwe (12.01.2020), Wolfgang v. (18.01.2020)
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#2
Hallo Ralf,

da hast du aber mal total überzogen!!! Als "alter Hase" weiß man doch, dass die in Stein gemeißelte Regel: "Halber Objektivdurchmesser in mm = förderliche Vergrößerung!!!" gilt Wink !

Da hast du ja beinahe das 10fache vom FLT gefordert Big Grin !

Sowas geht doch nicht. Also bitte das nächste Mal mit 50x draufhalten und genießen.

Vielen Dank aber für die ausführliche Reise in die Tiefen des Platokraters. Daumen hoch
the sky is the limit

Gruß Uwe

"Sehen ist schwieriger als Glauben" Zitat aus "Die Kometenjäger"

http://www.the-night-black-white.de
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#3
Guten Abend Uwe,
ich habs´doch geahnt - Forenschelte Undecided Smile  

Deine genannte Regel kenne ich natürlich, wurde ja kürzlich im Astrotreff so empfohlen als Vergrößerung für "wirklich scharfes Sehen" mit 2mm Austrittspupille Wink 
Beim 16" ACF scheint das auch so zu passen für Planetenbeobachtung Tongue

Die gefühlsmäßig schärfste Abbildung überhaupt hatte ich in 2019 am FLT mit den Zeiss Abbe Okularen bei 40x binokular. Mann, war das eine brillante Kugel im Raum mit schwachen Farbnuancen am Mond. Frag Christoph, der hat es auch gesehen.
So könnte ich nun die Regel aufstellen für den "schärfsten Eindruck" mit 10x/ Zoll Öffnung.  Daumen hoch 

Die Kleinkrater in Plato sind ein lohnendes Beobachtungsziel zum Ausprobieren, dann aber doch mit höherer Vergrößerung.

CS
Ralf
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#4
Hallo Ralf,

danke für Deine Anregung zu Krater Plato und seinen Substrukturen.

Bei passender Gelegenheit will das mit dem FS-128 nachvollzogen werden.
Das Okular mit der kürzesten Brennweite in meinem Okularkarton hat 3 mm.
Genauer 3 - 6 mm. Somit am FS-128 bis etwa 350-fach.
Da muß das Seeing engagiert mitmachen, damit das noch entspannt geht.

Regeln? Oh Gott! Mit welch provozierender Leichtigkeit gelingt es mir, darüber hinweg
zu hüpfen, einen flotten Spruch auf den Lippen, welcher noch umso mehr provoziert.
Zumindest diejenigen, die Regeln brauchen, um sich daran (verbissen) fest zu halten.

Solche Provokation macht mir (großen) Spaß, ich gestehe es lächelnd.
Selbst schuld, wer sich ereifern zu müssen glaubt.

Plato, Deine rund 100 Kilometer seziere ich, daß es nur so kracht! Zieh Dir warm an!

Viele Grüße,
Andreas



"Sie stand so sehr außerhalb jeder Konvention wie niemand sonst, den ich in meinem Leben gekannt habe.
... In dieser Unbürgerlichkeit wurzelte wohl auch ihre stolze Selbstsicherheit."
Tennessee Williams: Memoiren, über Anna Magnani
 
 . weniger . langsamer . einfacher . schöner .

 
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#5
Ja genau Andreas,
irgendwie wollen Menschen offenbar gerne Regeln haben und zwar möglichst simpel. Anderseits führt diese Vereinfachung zwangsweise zu Widersprüchen und dann in der Regel  Wink  wiederum zu hitzigen Debatten, die leider oft ausarten.
Da hab ich jüngst versucht beim Strehlwert etwas genauer zu differenzieren. Da strengt man sich beim Schreiben und Lesen gleichermaßen an.
Lieber doch vereinfacht und dann debattiert? Huh  Wozu gibt es denn Foren. Big Grin 

Deswegen noch eine Regel für Dich mit dem FS-128 an Plato:
Refraktoren bis 4" sollten drei Kleinkrater zeigen, bis 5" ( Dein FS-128) 4-5 Kleinkrater, 6" Zoll 6-7 Kleinkrater  Daumen hoch 

Also ran ans Gerät.....

Kleiner Tipp um fair zu sein. Bei Halbmond klappt es nicht so gut mit den Kleinkratern in Plato Wink 

Subarc Seeing wünscht
Ralf
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#6
Hallo!
Bevor ich wieder Forenschelte bekomme, dass ich nichts geschrieben habe (war bei dem vollumfänglichen Thread über den Strehlwert schlichtweg Kompetenz mäßig links überholt und bekam den vierten Gang nicht mehr rein beim Hochschalten, um wieder rechtmäßig überholen zu können Blush ):

(12.01.2020, 18:33)Ralf schrieb: Die gefühlsmäßig schärfste Abbildung überhaupt hatte ich in 2019 am FLT mit den Zeiss Abbe Okularen bei 40x binokular. Mann, war das eine brillante Kugel im Raum mit schwachen Farbnuancen am Mond. Frag Christoph, der hat es auch gesehen.

Ja! Daumen hoch Ich habe den Mond 40x binokular, farbig bis in die feinsten Details gesehen und es war der allerschärfste Cool  Mond Tongue  den ich je gesehen habe! Wirklich!

Und beim ACF macht man am besten ein unter 6 mm Okular rein, um den Zentralstern in M57 locker zu sehen. Daneben sind natürlich noch viele wolkige Strukturen im Nebelchen zu sehen. Wobei... Undecided  kommt aber nicht an den 40xMond im FLT ran.

Ansonsten könnte ich nur noch auf den Jupiter und Europa am 15.3.2015 verweisen (16" ACF bei Ralf), die bei 750x auch keine schlechte Figur machten Shy :
   

Achja, die Kleinkrater in Plato (um was ging es eigentlich hier? Wink): letztens sah ich 5 im 7" EDT... bei Halbmond.
Viele Grüße
Christoph

https://www.klostersternwarte.de
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Andreas Paul (13.01.2020)
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Andreas Paul (13.01.2020)
#7
Hallo,

wenn ich vielleicht zu diesem Thema auch was sagen darf: 

Ich finde nicht, dass man förderliche Vergrößerung = 1/2 Objektivdurchmesser so pauschal sagen kann. Vielmehr spielen noch andere Faktoren (wie wir ja alle wissen) wie die momentane Witterung und insbesonders das Seeing, sowie auch die Quallität der Optik eine große Rolle. Wie ich schon in vergangenen BBs geschrieben habe, gibt es immer wieder mal herrausragende Nächte mit hervoragendem Seeing. Erwischt man mal so eine Nacht geht meiner Erfahrung nach noch einiges über die Vergrößerung gleich Objektivdurchmesser hinaus. Das hatte ich an meinem kleinen 70 mm APO sowie bei dem 350 mm Dobson feststellen können und war sehr überrascht, was doch möglich sein kann. Bei beiden ging ich bis zur "Schmerzgrenze" von über den doppelten Objektivdurchmesser. So konnte ich am kleinen APO noch bei über 200x  zB. an Epsilon Lyrae die beiden Ari Scheibchen mit Beugungsringe und klar getrennt als dunkle Lücke die beiden Komponenten sehen. Das ist natürlich die Ausnahme unter ganz besonders günstigen Umständen, aber in der Regel finde ich ist förderliche Vergrößerung gleich Objektivdurchmesser meistens noch Akzeptabel.  (Bei der Planetenbeobachtung wird es da wohl bei größerer Öffnung weniger der Fall sein.) Wenn ich an meinem ausgekühlten 350 mm Dobson mit dem 9 mm Explore beobachte bin ich mit 178 x bei 1/2 Objektivdurchmesser und meistens ist dann noch Potential nach oben.

Man kann jetzt natürlich wieder darüber diskutieren, aber das ist zumindest mein Eindruck bzw, Erfahrung.
"Einen Klaren Himmel , und lasst uns wieder das Staunen lernen"

Viele Grüße  Philipp 


"Das schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle"    Zitat von Albert Einstein 
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#8
Hallo,

lasst uns doch bei Mond bleiben bitte, bitte, bitte ...
Und es anderen Foren überlassen, tausendfach abzuschweifen.
Motto: Jeder darf mal (irgend-) was schreiben, und dann noch zu dem, was andere geschrieben haben auch noch was ...
Sonst erstickt das hier in unförderlichen Meinungen über förderliche Vergrößerungen.


Mond am FS-128 mit zwei TeleVue Plössls ca. 70-fach fand und finde ich immer wieder irre.
Vor allem Vollmond. Habe schlichtweg keine wirklich guten Okulare für mehr Vergrößerung.
Steht auf der Wunschliste.

Bei passender Gelegenheit indess geht es an Krater Plato.
Bei Damian Peach kann man sehen, was es da zu sehen geben sollte:
www.damianpeach.com/lunar12/plato_2012_02_02_1943ut.jpg
Da bin ich schon sehr gespannt ...

Viele Grüße,
Andreas



"Erlange Erleuchtung, dann kehre zurück in die Welt der normalen Menschlichkeit."
Matsuo Basho
(1644 - 1694)
 
 . weniger . langsamer . einfacher . schöner .

 
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#9
Hallo Freunde des Vergrößerungwahnsinns,

ich selbst würde mich freilich nie über die auch in anderen Foren vorgegebnen Maxima hinausbewegen Wink ... wer weiß, was da alles passieren könnte. Einzig für meinen 115/805 TMB-Marskiller-Apo konnte ich bei Ralf nach viel Überzeugungsarbeit ein 3,5mm Okular heraushandeln.

Damit bewegte ich mich...pssst... nicht weitersagen.... sehr häufig in der vierfachen förderlichen Vergrößerung - Auweia!

Abgründig wurde auch schon im 10" ACF am 19.04.2011 bei 800fach im Universum herumgefischt und hechelnd mit dem 130er ADA bei 340x die hellen Spots in der Polregion von Jupiter verfolgt.

Was schert sich der astrobesessene Beobachter um graue Theoriewerte wenn ihn der Himmel in den "Flow" reißt und die Faszination jedwelche Vernunft dahinrafft.
Frei nach dem Motto: Versuch macht klug konnten wir doch schon alle unsere persönlichen Highlights erleben. Daumen hoch 

Plato ist auf alle Fälle ein lohnendes und gutes Ziel um sich dran auszulassen, was visuell so alles geht. Ich bin gespannt was wir berichten werden...
the sky is the limit

Gruß Uwe

"Sehen ist schwieriger als Glauben" Zitat aus "Die Kometenjäger"

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Christoph (13.01.2020), Herbipollution (14.01.2020)
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Christoph (13.01.2020), Herbipollution (14.01.2020)
#10
Guten Abend zusammen,
auf jeden Fall erfreulich, dass so richtig Leben im Forum aufkommt!  Smile

Wie schon gesagt bringen Unschärfen in den Aussagen das so mit und unserem Uwe unterstelle ich mal, dass seine Hinweise gar nicht so ernst gemeint waren.
Dann ging es ja los mit Vergrößerung hier und da und Jeder von uns hat natürlich sehr viel Erfahrung einzubringen.


Allerdings ist es wie Andreas sagt, sinnvoll beim Mond zu bleiben. Was die "Kraterlets" in Plato angeht ist das eine ganz spezielle Angelegenheit für die visuelle Beobachtung.
Selbst Aufnahmen helfen nicht wirklich, um auf die visuelle Erkennung schließen zu können.

Diese Kraterlets mögen weder seitliche Beleuchtung noch Vollmond für eine optimale Erkennung. Dazu gibt es bestimmte Zeitfenster für optimale Beobachtung und natürlich braucht es top Seeing um die Grenzen zu erkunden.
Offenbar gilt für diese Kleinkrater nicht das "Dawes Limit"  sondern es kann sogar darunter gehen. Bei Rillen am Mond kann sogar erheblich unter das "Dawes Limit" gegangen werden und der Schlüssel dazu ist der Kontrastunterschied. 
Das hatte schon mal Jan Dragesco in seinem Buch " High Resolution Astrohphotography" gut beschrieben.
Selbstredend spielt noch die verwendete Optik eine Rolle und diese "Kraterlets" sind für das Erkennen ein wesentlich besseres Benchmark als Doppelsterntrennung mit gleicher Sternhelligkeit.

Bei meiner Beobachtung kam ich auf drei Krater, welche bei ca. 140x eher als weiße Flächen die Aufmerksamkeit auf sich zogen, während bei 200x kurzeitig echte Mininkrater zu erkennen waren bei zwei Stück.

In Amerika ordnet man offenbar die Sichtbarkeit in Gruppen zu. Mit dem Doppelkrater, den ich in der Nacht nicht als solchen wahrnehmen konnte, sind es vier größere Krater die auch the "BIG FOUR" genannt werden.
Die realen Durchmesser betragen hier zwischen 2,6km und 2,1km. Statt dem Doppelkrater zählt manchmal noch Krater "W" an der Kraterwand hinzu.

Der Nummerierung nach Buchstaben zu den Kraterlets folgend sind die nächste Hürde die "Little Four".
1,8km bis 1,3km im Durchmesser.
Wobei diese insgesamt 8-9 Krater schon exzellente Bedingungen brauchen um wahrgenommen werden zu können. Dazu noch die nötige Öffnung.

Deswegen sind nachfolgend die "Tiny Ten" eher als weiße Stellen im Großgerät möglicherweise zu erkennen, wenngleich schon Aufnahmen mit 6" oder 10" die vergebliche Hoffnung erwecken, diese mit 5" oder 6" Topgeräten auch visuell sehen zu können.

Hier wird fast jedes "Kraterlet" einzeln besprochen:
https://www.cloudynights.com/topic/63537...r-30-2018/

Dann bin ich mal auf Eure Ergebnisse gespannt und werde hier sicher auch noch gezielt beobachten.

Mondfreundlicher Gruß
Ralf
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Christoph (13.01.2020)
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Christoph (13.01.2020)
#11
Hallo Ralf, mit großem Interesse lese ich mit und in Gedanken habe ich schon meinen 4“ APOLAR aufgebaut ...
Die Kraterlets in Plato sind so ganz nach meinem Geschmack: eindeutig und schnell zu finden (also Plato), konkrete Daten (der Link zu CN) ist genial, bzw. das Bildmaterial, das dahinter steckt und das Ganze in einem visuellen Grenzgebiet, aber mit harten Fakten dahinter und dann auch noch Öffnungsabhängig (und logischerweise von der Qualität der Optik und das wieder in Relation zur Öffnung und dem Auflösungsvermögen)

Also lieber 10“ mit einem Klevtsov der schon mal pumpt, SA und weichzeichnende Obstruktion hat, oder doch lieber ein optisch im viele Klassen besseres 7“ STF aber auch mit 33% Obstruktion, oder einen kleinen auf Mond getrimmten MAK 615 mit geringer Obstruktion, oder der 4“ APO ... oder ...

Ei, ei, ei ... ich fürchte die Anzahl der passenden Nächte ist höchstens halb so groß wie die Zahl der möglichen Teleskope.

Wieviel Tage vor (oder auch nach?) dem Vollmond sind denn im „optimierten“ Beobachtungs-Zeitfenster nach deinen Erfahrungen?

LG, Andreas.TAL
____________________________________________________

Die Nacht, in der das Fürchten wohnt, hat auch die Sterne und den Mond“
                                                                                                                              (Mascha Kaléko)  
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#12
Hallo!
Da ich absolut nicht zu den Visuellen zähle Wink  muss ich mir doch mal demnächst Plato ansehen. Alleine sein Namensgeber ist Omen!
Das Bild von Damian Peach ist natürlich wieder mal eine Aufnahme, um zu wissen wo der Hammer hängt. 1 Pixel entsprechen etwa 175 m bzw. unter 0,1"... Cool
Viele Grüße
Christoph

https://www.klostersternwarte.de
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#13
Hallo,

die Erfahrung mit den Rillen an Mond hatte ich bei Vollmond gemacht
im FS-128 binokular mit 25 mm TeleVue Plössls, ca. 70-fach.
Es war komplett irre, was da an feinen Strukturen herauskam – sucht-erzeugend.
Ich kam nicht mehr weg von den Okularen. Und wußte, daß die Okulare, die ich vorher
für gut gehalten hatte, dem Objektiv nicht gerecht wurden. Sie kamen nie wieder rein.

Auf Plato bin ich sehr gespannt. Ralf, vielen Dank für die Anregung!
Auf dem Wunschzettel steht ein Glaswegkorrektor mit höherem Vergrößerungsfaktor
samt zwei 18 mm Takahashi Abbe Ökülären. Werde ein (noch) leeres Konservenglas
mit Schlitz im Deckel ins Regal stellen ...

Andreas, gib derjenigen Deiner Optiken mit der höchsten Definition den Vorzug.
Indess, Du wirst es austesten und uns berichten, so wie ich Dich kenne ... :-)

Viele Grüße,
Andreas



"Tritt nicht in die Fußstapfen der alten Meister, aber suche, was sie suchten."
Matsuo Basho
(1644 - 1694)

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#14
Guten Abend Zusammen,
ja, das wäre ein schönes Projekt wenn wir fleißig Plato beobachten und dann diesen Erfahrungsschatz hier teilen.

Seeing, Öffnung, Gerätschaft, Vergrößerung und Mondstellung treffen dann auf reichlich erfahrene Beobachter, welche bevor der "Graue Star" Ihre Augen ereilt, nochmal zu Bestform auflaufen wollen  Daumen hoch

@Andreas
Die optimale Stellung kenne ich auch nicht. Allerdings hatte ich erfolglose Beobachtungen mit Ausnahme des zentralen Kraters häufig bei Halbmond, wenn ich dem Alpental nachgejagt bin. ( Also dem Tal im Tal )
Erfolg hatte ich hier einen Tag nach Vollmond und der Kraterboden war in dem Fall reichlich mit Helligkeitsschattierungen gesegnet. Zu Halbmond ist es eher diffuser und weniger gezeichnet.
Deswegen würde ich sagen einige Tage vor und nach Vollmond einfach mal probieren. Die Jahreszeit passt, weil der Mond bis ins Frühjahr am Abend hoch am Himmel steht. Das unterstützt natürlich im Seeing zusätzlich.

Wenn wir den optimalen Stand herausfinden, könnten wir sozusagen eine echte Serviceleistung für die Leser hier im Forum erbringen. Exclamation 

CS
Ralf
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#15
Hallo Andreas,
egal mit welcher Vergrößerung Du gerade arbeiten kannst, mach es! Binokular 70x lassen Dich gut das erkennen, was Monokular bei 100x geht.
Ein mögliches Nichterkennen der Krater und bekannte Bedingungen dazu sind ja im Grunde genauso wertvoll in der Information wie ein Erfolgserlebnis.

CS
Ralf
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#16
Hallo Ralf,

binokular ist in der Zeit um Vollmond herum sowieso richtig cool.
Hat den irren Vorteil, lange und entspannt beobachten zu können.
Außperdem ergänzt sich die Wahrnehmung beider Augen und wird
in der Bildverarbeitung in sehr gewinnbringender Weise zusammengeführt.

Und nun wird eben auch monokular Plato auf den Krater gefühlt.
Zu mir kam irre günstig ein 4,8 mm Nagler, mal sehen, was das bringt.
Und mit dem Televue 3 - 6 mm, das vor fünf Jahren auf dem Kreuzberg
schon bei ca. 350-fach am FS-128 herhalten durfte beim sportlichen
Vergleich mit dem 130er ADA der Astro Optik Manufaktur ... :-)

Es muß wohl doch ein Mondkalender her. Warme Kleidung ist vorhanden.
Und die vorhandenen kurzen Brennweiten dürfen zeigen, was sie drauf haben.

Viele Grüße,
Andreas



„Scharlatanerie, die Berufskrankheit der Kenner, entstammt dem labilen Wesen des Kunsturteils.
Der Kenner erscheint dem Laien als Zauberer und Wundertäter.
Er gefällt sich in dieser Rolle und gewöhnt sich Taschenspielergesten an.
Er neigt dazu, durch emphatische Redeweisen, etwa auszurufen [...]: wer das nicht sieht, muß blind sein“

Max J. Friedländer

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Ralf (15.01.2020)
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Ralf (15.01.2020)




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