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Neuer 16'' Dobson Selbstbau fertig
#1
Hallo zusammen!
Nachdem nun diese beispiellose CS Periode rum ist, komme ich endlich dazu euch mein neuestes Baby vorzustellen.
Es ist mein 4. Selbstbau-Dobson, in den doch einige Erfahrungen der Vorgängermodelle eingeflossen sind. Begonnen habe ich mit einem 8'' f/6 (im Forum vorgestellt), dann habe ich zu einem 10'' Tubus auf EQ6 eine Dobson Montierung gebaut, dann den 10'' Reisedobson (im Forum zu finden) und jetzt etwas mehr Öffnung gewagt.
Nach ersten Tests und Behebung einiger Kleinigkeiten bin ich damit auf Frühjahrsgalaxien-Jagd gegangen. Wow! Das war der Schritt vom Ahnen zum Sehen! Doch davon ein anderes Mal.
Ich beschreib mal den schrittweisen Aufbau:
   
Man sieht die Teflon-Gleitlager.Der Fuß hat 2 Libellen. Das korrekte horizontale Ausrichten ist für die Leichtgängigkeit speziell der Höhenräder sehr wichtig. Dann die Rockerbox drauf.

   
Die Größe der Teflonpads ist gegeben durch den guten Erfahrungswert 1cm2/1kg Masse. Nun ist die Spiegelbox dran.
   
Der Schutzdeckel des HS ist -wie bei meinen anderen Dobsons auch- aus Plexiglas. Die ursprüngliche Hoffnung, das wird den Staub elektrostatisch vom HS fernhalten, hat sich nicht erfüllt. Aber man kann wenigstens mit Schutzdeckel justieren. Auf die Stangen kommt der Hut.
   



Als OAZ verwende ich wieder den HC2A von KineOptics, der sich sehr bewährt hat. Die Gesamthöhe beträgt 205cm, die Einblickhöhe 190cm, was bei meinen 175cm Körpergröße leider fast immer eine Leiter notwendig macht. Ach ja, fast vergessen:
es ist ein f/4,5 System (f=1800mm). Ein Detail zur Stangenbefestigung am Hut:
   
Am oberen Stangenende sind 20mm Alu-Kugeln, die durch einen Alu-Riegel in genaue Sacklöcher gepresst werden. Das funzt so gut, dass bei wiederholtem Neuaufbau der Justierlaserspot nicht mehr als 5mm aus der Mitte des HS auswandert.
   
Nun noch der Streulichtschutz, der Telrad und der 8x50 Sucher. Im Hintergrund übrigens meine Notwehrmaßnahme gegen Straßenlaternenlicht in der laublosen Zeit. Sonst ist mein Garten einfach zu lichtverseucht.
   
Ein Blick von unten auf die mit PLOP berechnete 18-Punkt HS-Lagerung und den Lüfter, der auch bitter nötig ist, denn der HS hat das stattliche Gewicht von 13,5 kg, was eine Auskühlzeit von ca 3h bedingt. Ferner sieht man mittig die Transportsicherungen, 2 der
3 Justierrändelmuttern mit Kontermuttern und oben auf der Spiegelbox die Trimmgewichte.

Das Gesamtgewicht beträgt 49 kg. Das habe ich etwas unterschätzt.... Ich denke über einen geeigneten "Transportschubkarren" nach.

So, hoffentlich kommen bald wieder astrotaugliche Nächte!
Euch allen CS und viele Grüße
Willi

 
Folgenden 9 Usern gefällt Willi's Beitrag:
Christoph (30.04.2020), Florian B. (29.04.2020), Karsten (01.05.2020), Martin.F (30.04.2020), Rainer K. (07.12.2020), Simon (30.04.2020), tschetto (29.04.2020), Ulf (29.04.2020), Uwe (29.04.2020)
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#2
Hallo Willi,

klasse Teil und schön beschrieben was ich aber nicht gefunden habe ist der Durchmesser des Spiegels, oder hab ich ihn übersehen!!??

Edit 1: ahh jetzt, seht ja in der Überschrift. :-)

Edit 2: hab mal die Links zu den anderen Dobsons eingebaut, OK so?
Astronomische Grüße
Ulf

[Bild: signatur.jpg]

Wer die Freiheit einschränkt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren!
Benjamin Franklin
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#3
Hallo Willi,

ein tolles Projekt und eine klasse Ausführung. Da kann ich dir nur viel Freude unter dem Sternhimmel mit dem "Lichteimer" wünschen.
Wenn so viel Herzblut in der Ausführung steckt war klarer Himmel sicher der Lohn... Smile
the sky is the limit

Gruß Uwe

"Sehen ist schwieriger als Glauben" Zitat aus "Die Kometenjäger"

http://www.the-night-black-white.de
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#4
Hallo Willi,
schön wieder von dir zu lesen. Vor allem mit einem Selbstbau-Bericht. Die Umsetzung find ich klasse. Daumen hoch

Bei mir steht schon seit einiger Zeit der Umbau meines Dobsons still. Seitdem ich das Gestänge bzw. die Spiegelzelle erneuert habe, sind meine Pläne in der Schublade verschwunden, wobei ich hin und wieder nach technischen Lösungen für die Details suche. So unter anderem für die Aufhängung der Höhenräder, damit ich den Tubus perfekt austarieren kann. Gleiches gilt für die Lüftung, wobei ich hier mit dem Gedanken spiele, die komplette Rückseite mit einer Plexiglasscheibe abzudecken und auf der Vorderseite einen Rahmen für eine Filtermatte anzubringen. Genauso überlege ich, ob des sinnvoll ist, die Telflonauflagen am Höhenlager mittels Wärme an die Radien anzupassen, um eine größere Auflagefläche zu gewinnen.


Zu deinem Selbstbau hab ich ein paar Fragen:
- Welche Rohrquerschnitte hast du für die Hauptspiegelfassung verwendet?
- Welche Materialstärken haben die Multiplexplatten?
- Was hat es mit den Linsenkopfschrauben auf sich, die an der Hauptspiegelfassunger herausragen?

Interessant finde ich das 4. Telflonlager an der Rockerbox. Je nachdem wie das Gewicht auf die einzelnen Lager verteilt ist, könnte das Bewegen des Teleskops in Zenitnähe einfacher sein, da der Hebel besser ist. Auf einen Erfahrungsbericht hierzu würde ich mich freuen.
Auch die Idee von der elektrostatischen aufgeladenen der Abdeckung interessiert mich trotz Fehlschlag. Was war hierzu der Hintergedanken? Das erinnert mich an den Versuch mit dem Bernstein, den man aufladen kann, um Papierschnipsel anzuziehen.


Gruß
Simon
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#5
Hallo Simon,

gerne gebe ich ein paar Details weiter, die speziell Selbstbauer interessieren könnten.
der HS-Träger ist i.W. ein gleichseitiges Dreieck, dessen Enden verlängert sind und gleichzeitig der Aufhängung und Justierung dienen. Die Wippen habe ich innenliegend ausgeführt. Ist zwar etwas schwieriger, hat aber mehrere Vorteile: zum einen liegt dann der HS-Schwerpunkt genau über dem SP des Trägers, was den genauen Einbau und die Justierung erleichtert, zum anderen wird das Trägerprofil symmetrisch belastet. Die Wippenlager sind Passschrauben. Das verwendete Alu-Profil ist 30x30x2mm, die Alu-Knotenbleche sind 4mm stark; dort wo die Laterallagerung drauf sitzt 5mm. Die Knotenbleche sind genietet und geklebt (UHU-Endfest300). Die Laterallagerung erfolgt durch 2 Paare kunststoffbeschichteter Kugellager, die mittels 2er Augenschrauben horizontal gelagert sind und genau auf Höhe des SP des HS diesen berühren. Winkel ist übrigens 2x45 Grad gegen das Lot. (Die Argumente von Hofheim Instr. für einen anderen Winkel sind -denke ich- nicht richtig).

Die Stärken des Multiplex sind: Hut 9mm, Spiegelbox und Fuß 18mm und bei den Höhenrädern und der Rockerbox 21mm (Rockerbox vorne und hinten 18mm). Dort, wo die Höhenräder an der Spiegelbox befestigt sind, habe ich innen eine Verstärkung um 18mm aufgeklebt.

Für die Alu-Stangen habe ich 20x2mm genommen.

Die Teflonpads auf des Rockerbox sind 2mm stark und mit doppelklebenden Band befestigt. Weil sie so dünn sind passen sie sich der Negativ-Form( mit Oberfräse: Radius Höhenräder+2mm!) gut an. Auch ohne Schrauben haben sie sich noch keinen mm verschoben, ist also als Befestigung völlig ausreichend. Du hast dich über die 4 pads gewundert. Ja, ein Tisch mit 3 Beinen steht immer wackelfrei. In der Tat ist der korrekte Einbau der Höhenräder so, dass sich die Last gleichmäßig auf 4 pads verteilt, eine sehr knifflige Angelegenheit, aber nicht unmöglich. Kann dir gerne dabei helfen.

Der Dobson lässt sich in Höhe und Azimut angenehm leicht aber nicht zu leicht bewegen.
Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Lager im Laufe einer Nacht etwas schwergängiger werden. Hast du eine ähnliche Erfahrung gesammelt und wenn ja was steckt dahinter?

Die Linsenkopfschrauben sind nur die Beine des HS-Trägers. Ist praktisch, wenn man diesen aus der Spiegelbox aus-bzw einbaut.
In Bezug auf die Plexiglasplatte habe ich genau das gedacht. Aber ich muss ehrlich zugeben, ich bin überrascht, wie schnell so ein eingebauter Spiegel einstaubt. Schön ist das nicht. Ich hab noch keine Lösung.

Wenn's nach Corona wieder los geht wäre es toll wieder auf der Geba gemeinsam zu spechteln.
Viele Grüße und CS

Willi
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